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NWZonline.de Sport Handball

Auch HC Leipzig droht Bundesliga-Aus

27.01.2017

Leipzig /Oldenburg Der Handball-Bundesliga droht der Verlust von gleich zwei Urgesteinen. Nach dem dreimaligen deutschen Pokalsieger VfL Oldenburg muss auch der deutsche Rekordmeister HC Leipzig (21 Titel) das finanzielle Aus fürchten. Während im Nordwesten der langjährige Hauptsponsor EWE peu à peu den Geldhahn zudreht, drücken den Traditionsverein im Osten finanzielle Altlasten in sechsstelliger Höhe.

Ja, man wisse im Leipziger Rathaus um die finanziellen Nöte des Frauenhandball-Bundesligisten, könne aber zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Zusagen über etwaige kurzfristige Hilfestellungen machen, erklärte Bürgermeister Heiko Rosenthal gegenüber dem MDR.

Die Zahlen, die in der Szene kursieren, sind für den Frauenhandball in Deutschland alarmierend. Auf 700 000 Euro sollen sich die Verbindlichkeiten des HCL mittlerweile belaufen. 150 000 seien bereits abgedeckt, doch um einen erhofften Zuschuss der Stadt in Höhe von 300 000 Euro zu erhalten, muss der Club angeblich bis Mitte Februar weitere 250 000 Euro auftreiben. HCL-Manager Kay-Sven Hähner wollte diese Zahlen nicht kommentieren, betonte aber: „Wir arbeiten ja abgesehen davon weiter an allen Fronten, wir verlassen uns natürlich jetzt nicht nur auf die Stadt.“

Die Situation, wie sie sich aktuell darstellt, ist keine plötzlich entstandene Notlage. Seit Jahren gibt es Gerüchte um Zahlungsschwierigkeiten beim HC Leipzig. So sollen die Spielerinnen angeblich erst vor einer Woche ihre Oktobergehälter erhalten haben. Hähner verweist in dem Zusammenhang immer wieder auf laufende Verhandlungen, ausstehende Sponsorengelder und nicht eingehaltene Zusagen: „Wenn du an irgendeiner Stelle 40 000 Euro einplanst und die dann nicht kriegst, bleibt das natürlich nicht ohne Folgen.“

Der HC Leipzig stellt das Schwergewicht im deutschen Frauenhandball dar. Aus dem SC Lok Leipzig (bis 1963), SC Leipzig (bis 1992) und dem VfB Leipzig (bis 1999) hervorgegangen haben die Sachsen insgesamt 36 nationale und internationale Titel eingesammelt. So wechselvoll die Namensgebung war, so unbeständig gestaltete sich mitunter auch die wirtschaftliche Lage. Der Club selbst bezeichnet sich als Zuschauer-Krösus der Liga. Mit deutlich über 2000 Besuchern im Schnitt führt der Verein die Bundesliga-Statistik seit Jahren an.

Wie in Oldenburg, so ist zum jetzigen Zeitpunkt auch in Leipzig noch nicht alles verloren. Gleichwohl ist es traurige Gewissheit, dass in den vergangenen Jahren speziell im Frauenhandball etliche Vorzeigeclubs aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben mussten. 1998 erwischte es den TuS Walle Bremen (5 deutsche Meistertitel), 2005 folgte der TV Lützellinden (7) und 2009 der 1. FC Nürnberg (13) – und das sind nur drei prominente Beispiele.

Otto-Ulrich Bals Autor
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