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NWZonline.de Sport Handball

Von 2. Liga ins WM-Rampenlicht

17.01.2019

Berlin Martin Strobel war wie aufgedreht. Die Emotionen sprudelten aus dem Spielmacher der deutschen Handballer heraus. „Das war ein Wahnsinnsspiel mit zwei Supermannschaften“, schwärmte der sonst so zurückhaltende Strobel nach dem 25:25 gegen Weltmeister Frankreich: „Wir wollten dieses Spiel, wir haben es angenommen, jede Situation.“

Ein „Wahnsinnsspiel“ war es vor allem von Strobel selbst. Was war er kritisiert und gescholten worden nach dem durchwachsenen Auftritt tags zuvor beim 22:22 gegen Russland. Nun glänzte Strobel, der erst kurz vor dem Turnier reaktivierte Europameister, mit Spielübersicht, pfiffigen Ideen – und diesmal sogar als bester Torschütze. Vier Würfe, vier Tore: Mit seiner perfekten Ausbeute stellte er sogar sämtliche französische Jungstars in den Schatten.

„Um es mit einem Wort zusammenzufassen: großartig!“, sagte Bob Hanning: „Das ist der Grund, warum wir ihn geholt haben.“ Der DHB-Vizepräsident schwärmte am Mittwoch vom 32-jährigen Routinier des Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten und sprach von der „größten Erneuerung“ seit der EM-Enttäuschung vor einem Jahr.

„Wir wollten lernen, aus den beiden letzten Turnieren. Eine Lehre war, dass wir es zuletzt nicht geschafft haben, eine Struktur in unser Spiel zu bekommen“, sagte Hanning: „Martin ist in der Lage, das zu tun.“ Bundestrainer Christian Prokop lobte die „guten Entscheidungen“ Strobels.

Mit der Nominierung Strobels hatte der Coach alle überrascht – und war ins Risiko gegangen. Ein Zweitliga-Spieler bei der WM, der größten Bühne? Ob das gut geht? Spätestens der Auftritt gegen Frankreich hat bewiesen: Es funktioniert. „Wir stehen hinter Martin. Nur weil er seit einiger Zeit in der 2. Liga spielt, heißt das nicht, dass er keine Qualität hat“, sagte Zimmerkollege Fabian Böhm und bezeichnete Strobel als „Handball-Strategen“. Für das Team sei er ein „absoluter Ruhepol“.

Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft unmittelbar nach dem Superjahr mit EM-Titel und Olympia-Bronze 2016 war es ruhig um Strobel geworden. Spätestens nach dem Bundesliga-Abstieg mit Balingen im Sommer 2017 sprach kaum jemand mehr über den unaufgeregten Spielmacher. Doch während im Herbst alle über eine mögliche Rückkehr von Michael Kraus spekulierten, wählte Prokop die Nummer Strobels.

„Ich war gerade im Auto unterwegs. Da kam über die Freisprechanlage der Anruf rein“, erinnert sich Strobel: „Das hatte ich nicht auf dem Schirm und war überrascht.“

Diese Überraschung hat sich mittlerweile gelegt. Strobel hat nach fast 145 Länderspielen ein gutes Gespür für das Klima eines Teams. Strobel merkt, dass das deutsche Team, das vor dem abschließenden Gruppenspiel an diesem Donnerstag (18 Uhr/ARD) bereits für die Hauptrunde qualifiziert ist, zu Großem in der Lage ist. „Wir haben richtig gespürt, was Wille, Leidenschaft und Zusammenhalt ausmachen“, sagte er und versprach: „Wir haben noch viel im Tank und viele Varianten in der Hinterhand.“

Rückraumspieler Kai Häfner (29) kehrt indes an diesem Mittwoch in den Kreis der deutschen Handballer zurück. Damit reagiert Prokop auf eine Verletzung von Steffen Weinhold, der sich eine leichte Zerrung zugezogen hat. Ob Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf auch in den 16 Spieler umfassenden WM-Kader berufen wird und Weinhold ersetzt, ist allerdings noch nicht entschieden.

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