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NWZonline.de Sport Handball

Typen, Triumphe und Tragödien

28.10.2017

Berlin Der Handball feiert an diesem Sonntag seinen 100. Geburtstag. Die ARD zeigt zur Feier nach dem Länderspiel zwischen Deutschland und Spanien (14 Uhr) die 60-minütige Dokumentation „Handball ein Jahr100sport“ (16.15 Uhr). Die beiden Nationen treffen zudem bereits an diesem Samstag (14 Uhr/ZDF) aufeinander. Die DHB-Frauen spielen zweimal gegen die Niederlande (Samstag, 17.15 Uhr, und Sonntag, 17.30 Uhr). Ein Rückblick auf die größten Handball-Momente:

 Geburtsstunde

Es war der 29. Oktober 1917, als der Berliner Oberturnwart Max Heiser festlegte, dass das 1915 von ihm für Frauen entworfene Spiel „Torball“ künftig „Handball“ heißen solle. Der „Ausschuss für Frauen-Mädchenturnen des Berliner Turnraths“ goss die Heiserschen Ideen in offizielle Regeln – die Sportart Handball war geboren. Erster deutscher Meister im Feldhandball wurde 1921 der TSV Spandau. 1949 wurde der Deutsche Handballbund gegründet.

 LEGENDÄRER KEMPA

Abspringen, Ball im Flug fangen und werfen – Tor: Die Beobachter rieben sich die Augen, als der Kempa-Trick am 24. März 1954 zwischen Deutschland und Schweden aufgeführt wurde. Bernhard Kempa hat aber nicht nur mit der Erfindung Geschichte geschrieben, er führte die Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1952 und 1955 zu zwei Weltmeistertiteln. Im Sommer 2017 verstarb er im Alter von 96 Jahren.

 MÄRCHEN VON KOPENHAGEN

Das Bild vom 5. Februar 1978 ging um die Welt. Es zeigt glückselige Handballer wie Heiner Brand, Erhard Wunderlich oder Joachim Deckarm, die Vlado Stenzel auf den Schultern durch die Bröndby-Halle tragen. Auf Stenzels Haupt sitzt eine Pappkrone, die ihm nach dem 20:19 im denkwürdigen WM-Finale über den Favoriten UdSSR aufgestülpt worden war.

 TRAGÖDIE VON TATABANYA

Es ist der 30. März 1979, als Joachim Deckarm jäh aus dem Alltag gerissen wird. Während des Europapokalspiels des VfL Gummersbach bei Banyasz Tatabanya prallt der Weltmeister von 1978 mit dem Ungarn Lajos Panovics zusammen und fällt ungebremst mit dem Kopf auf den nur mit einer dünnen PVC-Schicht belegten Betonboden. Deckarm verliert das Bewusstsein und fällt ins Koma. Erst nach 131 Tagen wacht der damals 25-Jährige als völlig veränderter Mensch auf. Ein hilfsbedürftiger Mensch, der alle Fähigkeiten neu erlernen muss. Als „besonderer Kämpfer“ wurde Deckarm 2013 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

 WUNDER VON MOSKAU

Vier Sekunden sind in Moskau noch auf der Uhr, als Rechtsaußen Alexander Karsakjewitsch frei vor Torhüter Wieland Schmidt auftaucht. Es läuft die Verlängerung des olympischen Finales. Karsakjewitsch wirft. Und DDR-Torwart Schmidt pariert. Es war ein Reflex für die Ewigkeit, der einer deutschen Mannschaft den ersten Titel in der olympischen Handball-Geschichte sicherte. Nach einem 23:22 (20:20, 10:10) gegen den großen Gold-Favoriten und Gastgeber UdSSR feiert das Team der DDR seinen Sensationserfolg überschwänglich.

 TRIUMPH VON OSLO

Am 5. Dezember 1993 waren Deutschlands Handball-Frauen die Königinnen von Norwegen. Mit einem 22:21 nach Verlängerung im Endspiel gegen Dänemark bestieg das Team von Lothar Doering in Oslo den Thron des Weltmeisters. Der Jubel kannte nach dem ersten Titelgewinn einer gesamtdeutschen Mannschaft keine Grenzen.

 KIELER ÜBERFLIEGER

Unersättlich, schier übermenschlich, (fast) unschlagbar: In den 90er Jahren fegte ein Handball-Orkan namens THW Kiel über die Bundesliga. Nicht weniger als 17 Meistertitel gehen seit 1994 auf das Konto des THW. Unvergessen bleibt die perfekte Saison 2011/12, als der Rekordmeister mit sporthistorischen 68:0-Punkten zum Titel marschierte und zudem DHB-Pokal und Champions League gewann.

 DAS WINTERMÄRCHEN

„Die Leute wissen heute teilweise noch, was sie am Tag des Finales gemacht haben“, sagt Gold-Schmied Heiner Brand über den 4. Februar 2007, den Tag des grandiosen WM-Endspiels gegen Polen (29:24). Ein Land im Handball-Fieber – so etwas wie in jenen verrückten Tagen des Wintermärchens 2007 hatte selbst er, Mister Handball, als Spieler 1978 Weltmeister, nicht erlebt. Das Endspiel verfolgten mehr als 16 Millionen Menschen im Fernsehen. Brand, einziger Handball-Weltmeister als Spieler und Trainer, gehört seitdem zu den ganz großen Persönlichkeiten des deutschen Sports.

 COUP VON KRAKAU

Märchen, Wunder – Sensation! Am 31. Januar 2016, dem Tag des Finales gegen Spanien (24:17), erreichten Keeper Andreas Wolff und Co. Kult-Status. Der isländische Trainer Dagur Sigurdsson, der in kürzester Zeit aus einem Team von Nobodys einen Titelträger formte, setzte sich mit EM-Gold ein kleines Denkmal.

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