Baia Mare/Oldenburg - Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel gegen Rumänien blickten Deutschlands Handballerinnen gespannt nach Skopje: In Mazedonien siegte Russland mit 31:24 gegen den Gastgeber und leistete der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) damit Schützenhilfe auf dem Weg zur EM im Dezember. Denn nun braucht das Team von Bundestrainer Heine Jensen aus zwei Spielen gegen Mazedonien im Juni nur noch einen Sieg, um als Zweiter der Gruppe 7 hinter Russland zur EM zu fahren. „Jetzt haben wir eine reine Playoff-Situation, bei der uns ein Sieg reicht. Aber wir wollen beide Spiele gewinnen“, sagte der Däne.
Das gleiche Ziel hatte sein Team auch für die ersten beiden Länderspiele des Jahres gegen Rumänien am Freitag und Sonnabend – und verfehlte es klar. Im ersten Vergleich gab es eine unglückliche 32:33-Niederlage, im zweiten Test abermals in Baia Mare gar ein klares 25:31 (12:14). „Ich will das nicht als gelungen bezeichnen, denn wir haben zweimal verloren“, sagte der Bundestrainer.
Dabei hatte der WM-Siebte ein personelles Handicap zu bewältigen: Weil in der verletzten Clara Woltering und der erkrankten Jana Krause gleich beide Stammtorhüterinnen ausfielen, lief in Rumänien das völlig neue Duo Maike März vom Thüringer HC und Ann-Cathrin Giegerich (SG Bietigheim) auf.
„Am ersten Tag war die Abwehr nicht so gut, am zweiten Tag war der Angriff nicht so gut“, fasste der Bundestrainer die größten Mängel beider Spiele zusammen und ergänzte: „Tore zu werfen ist die beste Waffe, um Konter zu verhindern. Das haben wir nicht geschafft.“ Der Däne hatte die Spiele gegen den Dauerrivalen zu zahlreichen Experimenten genutzt. Jensen möchte dem deutschen Spiel die Behäbigkeit austreiben. Deswegen übte er, mit weniger Wechseln von Spielerinnen zwischen Abwehr und Angriff auszukommen.
Im zweiten Vergleich gegen die Rumäninnen war die DHB-Auswahl vor 2500 Zuschauern schlecht ins Spiel gekommen, was in erster Linie an der Angriffsleistung lag. Zum Beispiel vergab beim Spielstand von 6:8 (19.) Anne Müller einen Gegenstoß – den unmittelbaren Konter vollstreckte Valentina Ardean-Elisei zum 9:6 für Rumänien. Der Bundestrainer reagierte und wechselte in den letzten Minuten der ersten Halbzeit die Oldenburgerin Anna Loerper für die Mitte sowie im Angriff Laura Steinbach ein.
Das zeigte Wirkung. Steinbach verkürzte auf 9:11, Loerper holte einen Siebenmeter heraus, erzielte zudem das 10:12 sowie mit dem Pausenpfiff das 12:14. Die zweimalige Torschützin Loerper war im ersten Spiel nicht eingewechselt worden. Angie Geschke, die zweite Spielerin des VfL Oldenburg im deutschen Kader, zeigte sich erneut treffsicher. Nachdem sie am Freitag sieben Tore erzielt hatte, traf sie am Sonnabend dreimal.
Doch weder Loerper noch Geschke konnten die Niederlage abwenden. Mit einem Doppelschlag von Shenia Minevskaja und Svenja Huber zum 24:26 kam Deutschland zwar noch einmal heran (54.), doch vier rumänische Treffer in Folge waren dann doch zu viel für die neu formierte DHB-Sieben.
