Wiesbaden - Erst gab es ein Stelldichein mit Bundespräsident Joachim Gauck, dann ein Ständchen für Showstar Helene Fischer und am Ende noch selbst gebratene Burger von Bundestrainer Dagur Sigurdsson: Vor der Rückkehr in den Bundesliga-Alltag ließen es Deutschlands Gold-Handballer am Ende einer Party-Woche auf dem Ball des Sports in Wiesbaden noch einmal richtig krachen.

„Ich habe nur drei Stunden geschlafen“, berichtete Keeper Andreas Wolff am Sonntag. Schon vor der Eröffnung der größten Sport-Benefizgala in Europa ließ es sich Schirmherr Joachim Gauck nicht nehmen, der DHB-Auswahl persönlich zum EM-Triumph zu gratulieren.

Die EM-Helden gehörten am Sonnabendabend zu den gefragtesten Gästen auf dem Roten Teppich in der hessischen Landeshauptstadt. „Was wir von der Mannschaft gesehen haben, war ganz großer, echter Sport“, lobte Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Europameister.

Zu später Stunde löste Coach Sigurdsson eine Wettschuld von der EM ein und kredenzte seinen Schützlingen beim „ZDF-Sportstudio“ selbst gebratene Burger. Zuvor hatten die Europameister in einer Live-Schaltung zur Verleihung der Goldenen Kamera Helene Fischer mit einem selbst getexteten Ständchen überrascht.

Nach dem Party-Rausch der vergangenen Tage wird es darauf angekommen, den momentanen Handball-Hype am Leben zu erhalten. „Wir werden versuchen, dass dies nicht ein One-Week-Moment ist, sondern die Sportart mindestens bis zu Olympia in Rio präsent bleibt“, sagte Wolff. Sigurdsson sieht gute Chancen: „Ich glaube, die Jungs haben sich mit ihrer tollen Leistung einen Namen gemacht.“

Schon am Mittwoch geht es im Liga-Alltag weiter. „Wenn wir auch da unsere Leistung bringen, werden wir die Fans wieder mitreißen“, sagte Torwart Carsten Lichtlein vom VfL Gummersbach. Ihren neuen Status wollen die Handballer so lange wie möglich auskosten. Die Zügel schleifen lassen wird der Trainer deshalb nicht: „Wir werden auf jeden Fall eine vernünftige Olympia-Vorbereitung hinbekommen.“