Leipzig - Bei der Kanzlerin war’s noch Spaß. Eine Hand-Raute beim Gruppenfoto, ein Selfie hier, ein bisschen Smalltalk dort – doch die Annehmlichkeiten des EM-Titels sind vorbei. An diesem Freitag (18.15 Uhr/ARD) beginnt in Leipzig mit dem ersten von zwei Tests gegen den WM-Zweiten Katar das harte Olympia-Casting für die deutschen Handballer. 14 aus 22 heißt die Formel – und Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat bereits klargestellt, dass es keine Erbhöfe geben wird. „Für mich gibt es bei den Nominierungen nicht die Trennung zwischen den Europameistern und den anderen. Ich schaue nur auf die Leistung“, sagte der Isländer.
Sechs Wochen nach dem Triumph von Krakau mit dem Finalsieg gegen Spanien sind nun die vier Rückkehrer Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Paul Drux und Silvio Heinevetter wieder dabei. Beim Länderspiel-Doppel gegen Asienmeister Katar an diesem Freitag sowie am Sonntag (15.15 Uhr/Sport 1) in Berlin bekommt zudem Kreisläufer Evgeni Pevnov eine Chance.
Aus dem Europameister-Team fehlen dagegen Rückraum-Ass Steffen Fäth (Schulterprobleme), Rechtsaußen Tobias Reichmann (Liga-Spiel beim polnischen Club Kielce) sowie die erkrankten Kreisläufer Hendrik Pekeler und Jannik Kohlbacher. Die Kieler Steffen Weinhold und Christian Dissinger haben ihre bei der EM erlittenen Verletzungen noch nicht auskuriert.
Die Partie gegen die Kataris hat für die deutschen Handballer besondere Bedeutung. Bei deren Heim-WM 2015 verlor die Auswahl das Viertelfinale gegen das Team mit eingebürgerten Spielern 24:26. „Es gibt nicht viele Teams, mit denen wir eine Rechnung offen haben. Mit Katar schon“, betonte Sigurdsson.
