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NWZonline.de Sport Handball

Erstliga-Handball in Oldenburg vor dem Aus?

29.11.2016

Oldenburg Die Handballerinnen des VfL Oldenburg stehen – mal wieder – vor einer Zäsur und großen finanziellen Problemen. Am Montagmittag teilte der Verein gemeinsam mit der EWE mit, dass der Versorger sich als Hauptsponsor des Bundesligisten zur Saison 2018/2019 zurückzieht. Durch den Verlust des größten Geldgebers warten auf den VfL turbulente Monate, in denen Sponsorengelder aufgetrieben werden müssen, um den Erstliga-Betrieb in Oldenburg weiterhin aufrechterhalten zu können.

Stufenweiser Rückzug

In der Mitteilung heißt es, dass die EWE AG zwar einer der wichtigsten Sponsoren der Handballsparte des VfL bleibe, ihr Engagement aber stufenweise verringern werde. Der aktuelle Beitrag bleibe bis Ende dieser Saison unberührt und werde in der Spielzeit 2017/18 erstmals verringert. Eine weitere Anpassung erfolge dann zur Saison 2018/19.

Dreimal DHB-Pokalsieger

Mit kleinen Unterbrechungen spielen die Handballerinnen des VfL Oldenburg seit 1980 in der 1. Bundesliga. Seit 1999 sind die VfL-Frauen stets erstklassig. Zu den größten Erfolgen gehören die drei DHB-Pokalsiege 1981, 2009 und 2012. Zudem gewannen die Oldenburgerinnen 2008 den europäischen Challenge-Cup und wurden 1983 deutscher Vizemeister.

Über die Details vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Dass der Rückzug den VfL aber hart trifft, steht außer Frage. Nach NWZ -Informationen unterstützt die EWE die Handballerinnen derzeit mit etwa 500.000 Euro pro Saison und macht damit einen Großteil des Gesamtetats von rund 750.000 Euro aus. Mit diesem Geld werden der Spielbetrieb der Ersten und Zweiten (3. Liga) sowie der erfolgreichen Jugend sichergestellt.

Zur Saison 2017/18 soll das Engagement zunächst in Maßen zurückgefahren werden, damit der VfL eine Übergangszeit erhält, ehe zur Spielzeit 2018/19 der klare Schnitt erfolgt. Dann soll das Sponsoring der EWE nach NWZ -Informationen auf etwa 50.000 Euro pro Saison drastisch reduziert werden.

„Es entsteht natürlich eine große Lücke. Für uns heißt das, dass wir ab sofort jeden Tag Vollgas geben und mit allen Sponsoren ins Gespräch kommen müssen“, zeigte sich Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH, auf NWZ -Nachfrage kämpferisch. Die EWE sei seit 1998 einer der Hauptsponsoren bei den Bundesliga-Handballerinnen und den Nachwuchsmannschaften dabei gewesen, betonte Görgen, und fügte hinzu: „Gerade auch in schwierigen Zeiten hat das Unternehmen dazu beigetragen, dass wir den Handballsport in Oldenburg auf hohem Niveau entwickeln konnten.“

Ob durch den Rückzug der Erstliga-Handball in Gefahr ist, wollte Görgen nicht kommentieren: „Das kann ich jetzt nicht einschätzen.“ Man habe sich im Sponsoring in den vergangenen Jahren in der Breite immer besser aufgestellt, und müsse nun sehen, ob der eine große oder viele kleine Sponsoren, die mehr Geld geben müssten, der richtige Weg ist.

Mit finanziell schwierigen Zeiten kennen sich die Handballerinnen bereits aus. Im März 2011 lag der VfL nach dem Verlust eines weiteren Hauptsponsors, der Reederei Beluga, am Boden. VfL-Gönner Niels Stolberg hatte den Bundesligisten seit April 2006 jährlich mit einem sechsstelligen Betrag unterstützt. Nur der entschlossene Einsatz der verbliebenen Sponsoren – unter anderem der EWE, die einen Großteil des Verlustes kompensierte – sowie der Lohnverzicht der damals aktiven Spielerinnen sicherte dem Club damals die Lizenz.

Frühzeitige Gespräche

„Wir haben uns diesen Schritt ganz sicher nicht leicht gemacht. Wir bleiben dem VfL treu, machen aber ab der Saison 2018/19 Platz für einen neuen Hauptsponsor“, erklärte EWE-Sprecher Christian Blömer im NWZ -Gespräch. „Wir müssen jedoch derzeit auch unangenehme Entscheidungen treffen – und das war eine davon“, sagte Blömer.

Man habe den VfL bewusst frühzeitig im August über die Pläne informiert und sei seitdem im guten Austausch gewesen. Auch mit dem Übergangsjahr in der Saison 2017/18 wolle man „trotz des erforderlichen Rückzugs seinen Teil dazu beitragen, dass erfolgreicher Handball in Oldenburg fortgeführt werden kann“, so Blömer.

Die Oldenburgerinnen von Trainer Leszek Krowicki stehen in der Bundesliga derzeit auf dem siebten Platz. Zudem schafften sie im EHF-Pokal den Einzug in die Gruppenphase. „Wir werden die Zeit nutzen, um Lösungen zu finden, um den Leistungsbereich Frauenhandball beim VfL in möglichst vielen Facetten zu erhalten“, betonte Görgen.

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2033

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