Baia Mare/Oldenburg - Trotz einer stark aufspielenden Angie Geschke sind die deutschen Handball-Frauen mit einer Niederlage ins Länderspiel-Jahr 2014 gestartet. Der WM-Siebte verlor am Freitagabend in Rumänien mit 32:33 (16:17) und verspielte dabei in den letzten fünf Minuten einen Drei-Tore-Vorsprung. Vor 2500 Zuschauern in Baia Mare fiel die Entscheidung zugunsten der Gastgeberinnen erst fünf Sekunden vor Schluss.
Im umformierten Team von Bundestrainer Heine Jensen, dem vier Stammkräfte fehlten, war Geschke die auffälligste Akteurin. Die Rückraumspielerin vom Bundesligisten VfL Oldenburg erzielte in ihrem 58. Länderspiel sieben Tore und war somit beste Werferin ihrer Mannschaft. Während Geschke (28) fast die komplette Spielzeit auf dem Parkett stand, blieb ihrer Oldenburger Teamkollegin Anna Loerper (29) nur die Zuschauerrolle. Die Spielmacherin verfolgte die gesamte Partie von der Bank aus.
Die deutsche Mannschaft war dem Streik auf dem Flughafen Frankfurt/Main durch eine vorzeitige Abreise bereits am Mittwochabend ausgewichen. Doch in Rumänien erwartete das Team um die neue Kapitänin Laura Steinbach am Spieltag eine Überraschung: Statt wie sonst im Reisebus ging es diesmal mit dem Linienbus zur Halle in Baia Mare.
Trotz der vergleichsweise unkomfortablen Anreise kam das Team schnell ins Spiel. Die 2:0-Führung (4. Minute) gaben die Gäste wieder aus der Hand, boten dem favorisierten Gastgeber aber eine Partie auf Augenhöhe. Erstmals hüteten Ann-Cathrin Giegerich und Maike März das Tor. Sie ersetzten die angeschlagene Clara Woltering sowie die erkrankte Jana Krause. Zudem fehlten Anja Althaus und Kerstin Wohlbold.
Bis zum 17:16-Pausenstand für Rumänien konnte sich kein Team mit mehr als zwei Toren absetzen. Auch im zweiten Durchgang hielt die DHB-Auswahl mit. Susann Müller sowie Steinbach in ihrem 100. Länderspiel sorgten immer wieder für Impulse. Nach dem 22:24-Rückstand (40.) kämpfte sich der Gast beim 28:26 (49.) durch die agile Geschke mit zwei Toren in Front und erhöhte abermals durch die Rechtshänderin anschließend auf 29:26 (51.). Das reichte aber nicht zum Erfolg.
„Wir waren in der Schlussphase nicht gut genug. Das ist knallhart bestraft worden“, sagte Trainer Jensen. Gelegenheit, es besser zu machen, besteht schon an diesem Sonnabend: Um 16 Uhr treffen beide Teams erneut aufeinander.
