GöPPINGEN - Mit einem Handball-Feuerwerk hat der deutsche Frauen-Meister Thüringer HC zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte auch den DHB-Pokal geholt und damit das Double geschafft. Die Mannschaft von Trainer Herbert Müller gewann am Sonntagnachmittag vor 2500 Zuschauern, darunter Handball-Legende Bernhard Kempa, in Göppingen die Neuauflage des Bundesligafinales mit 27:25 (14:13) gegen den Buxtehuder SV.

„Unglaublich, das ist der Wahnsinn. Gleich in meinem ersten Jahr das Double, die Mannschaft ist einfach sensationell. Wir wollten unbedingt das Finale gegen Buxtehude und haben auch verdient gewonnen“, sagte THC-Coach Müller, der 2005 und 2006 schon mit dem 1. FC Nürnberg den silbernen Pott holte.

Beste Werferinnen beim THC waren die sechsmal erfolgreiche Nadja Nadgornaja sowie Danick Snelder, Kerstin Wohlbold und Idalina Borges Mesquita mit je vier Treffern. Beim Vize-Pokalsieger Buxtehude trafen Isabell Klein und Friederike Lütz mit jeweils sechs Toren am besten.

Wie heftig die Meisterschafts-Feiern im Freistaat waren, zeigte der Ausfall von Pearl van der Wissel, die sich dabei die Schulter ausgekugelt hatte. Doch die Thüringerinnen begannen trotz dieses Ausfalls furios und lagen bereits nach acht Minuten mit 5:1 in Front.

Selbst der ansonsten ausgeglichene Buxtehude-Coach Dirk Leun reagierte stocksauer mit einer Auszeit. Danach fing sich der BSV und konnte auf 5:7 verkürzen. Doch wie im gesamten Saisonverlauf hatte der THC immer die besseren Personal-Alternativen gerade auf den Rückraumpositionen und konnte somit auch das Tempo hochhalten.

Am Ende hatte der Thüringer HC stets die bessere Antwort, und auch im Tor war diesmal Maike März deutlich stärker als Jana Krause im Buxtehuder Gehäuse. Die Vorentscheidung in der hochklassigen Begegnung fiel in der 53. Minute, als die Brasilianerin Idalina Borges Mesquita aus spitzem Winkel den Ball zum 27:23 ins Tor drehte.

Auf dem Weg zur Endrunde hatte der Thüringer HC im Viertelfinale den VfL Oldenburg in dessen Halle 32:24 (14:13) ausgeschaltet. Im Halbfinale in Göppingen war schließlich auch der HC Leipzig beim 26:22 der THC-Frauen chancenlos. Buxtehude hatte sich wie erwartet im Halbfinale mit 44:25 deutlich gegen Zweitligist Bensheim/Auerbach durchgesetzt.

Das Spiel um Platz drei gewann der entthronte deutsche Meister Leipzig äußerst schmeichelhaft mit 23:22 gegen Bensheim/Auerbach.