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NWZonline.de Sport Handball

Handball: „Haben gute Chance, weit zu kommen“

11.01.2018
Frage: Deutschland geht als Titelverteidiger in die Europameisterschaft. Was erwarten Sie von der Mannschaft von Christian Prokop?
Christian Köhrmann: Im letzten Test vor der EM gegen Island habe ich eine sehr gute Leistung der deutschen Mannschaft gesehen. Die Jungs scheinen gut in Schuss. Es gibt einen großen Konkurrenzkampf, das sieht man schon an den Nominierungen. Auffällig ist, dass sie mit vier Kreisläufern nach Kroatien reisen, bei nur einem Linksaußen. Ein Kreisläufer muss dann auch mal auf Außen spielen. Ich glaube, dass die Jungs eine gute Chance haben, weit zu kommen. Dafür muss aber auch alles passen.
Frage: In Rune Dahmke (THW Kiel), Finn Lemke (MT Melsungen) und Fabian Wiede (Füchse Berlin) hat Prokop drei Europameister von 2016 aus dem Kader gestrichen. Hätten Sie dieses Fass so kurz vor dem Turnier aufgemacht?

Seit 2002 im Verein

Christian Köhrmann wurde am 5. Mai 1980 geboren und ist ein Urgestein des Wilhelmshavener HV. Der heute 37-Jährige ist bereits seit 2002 im Verein, lief für die Handballer vom Jadebusen bis zum Abstieg 2008 in der ersten Liga auf und blieb dem Verein auch danach treu. Seit dem September 2011 ist er Trainer, erst als spielender Coach, inzwischen als Cheftrainer.

Köhrmann: Ich finde, dass Prokop die Mannschaft lange genug beisammen hat und schon seine Gründe dafür haben wird. Mit Uwe Gensheimer ist man auf Linksaußen sehr gut aufgestellt, bei der EM 2016 hat die Mannschaft ja auch nur mit Dahmke auf Linksaußen gespielt, und da sehe ich Gensheimer einfach vorn. Bei Wiede weiß ich, dass Bob Hanning (Manager der Berliner Füchse und Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes) in letzter Zeit nicht ganz zufrieden mit ihm war – er erwartet mehr von ihm. Außerdem ist man mit beispielsweise Steffen Weinhold im Rückraum auch so sehr gut aufgestellt. Genauso gut kann ich die Nichtberücksichtigung von Finn Lemke verstehen. Wer Prokop noch aus Leipziger Zeiten kennt, weiß, dass er eine sehr aggressive 6:0-Abwehr spielen lässt. Dafür scheint er seine Leute gefunden zu haben, die sowohl vorne als auch hinten einsetzbar sind. Lemke hat seine Stärken ohne Frage in der Verteidigung, den Angriff spielt er aber noch nicht so stark.
Frage: Abgesehen natürlich von der deutschen Mannschaft – welches Team haben Sie ganz oben auf der Liste?
Köhrmann: Abgesehen von den fast schon üblichen Favoriten wie Dänemark, Frankreich oder Spanien: die Kroaten. Wenn es um etwas geht und du in deinem eigenen Land spielst – das erzeugt ungeahnte Kräfte.
Frage: Der deutsche Kader ist gespickt mit Weltklassespielern. Wer kann in diesem Team, glauben Sie, die Überraschung werden?
Köhrmann: Das sehe ich etwas anders. Die deutsche Mannschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr breit aufgestellt ist. Natürlich haben wir auch einen Gensheimer oder einen Andreas Wolf im Tor. Im Rückraum haben wir aber viele starke Spieler. Für mich ist Weltklasse aber noch etwas anderes. Weltklasse sind Spieler wie Mikkel Hansen aus Dänemark oder Nikola Karabatic aus Frankreich. Solche Spieler haben wir im Rückraum nicht. In einem Turnier, das derart auf die Substanz geht, wird man aber sehen, ob eine starke Breite im Kader am Ende nicht vielleicht doch wichtiger ist als der eine Weltstar.
Frage: In Deutschland pausierten die Bundesliga und die 2. Liga während der EM. Wie sieht Ihr Fahrplan mit dem WHV bis zum Rückrundenstart am 10. Februar gegen Elbflorenz aus?
Köhrmann: Die drei typischen Sachen: Training, Vorbereitungsspiele und Turniere. Am 21. Januar spielen wir beispielsweise ein Turnier in Lübeck. Diese Woche trainieren wir hauptsächlich die Athletik und dann kommen immer handballspezifischere Sachen zum Einsatz. Auch taktisch wollen wir viel machen, beispielsweise in der Abwehr, im Umschaltspiel nach vorn oder auch im Rückzugsverhalten. Die Pause ist außerdem wichtig für die Integration der verletzten Spieler und der Jungs, die gerade erst wieder fit geworden sind.
Frage: Was ist Ihrer Meinung nach schwieriger? Einen Europameisterschaftstitel zu verteidigen oder sich mit einem der geringsten Etats der 2. Bundesliga den Klassenerhalt zu sichern?
Köhrmann: Das sind natürlich zwei vollkommen unterschiedliche paar Schuhe. Beides ist ungemein schwierig. Die Titelverteidigung ist riesig schwer, weil es einfach auf Kleinigkeiten ankommt. Verliert man in der Vorrunde ein Spiel, bekommt man in der nächsten Runde direkt starke Gegner. Wir sind dagegen im Soll und wollen in der Rückrunde noch mehr Punkte holen als in der Hinrunde. Das ist unser Ziel: Zu Hause die Siege holen, aber auch auswärts des Öfteren Mal ein paar Punkte entführen.

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