• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Handball

Dieser Stachel sitzt tief

28.01.2019

Herning Der entsetzte Bundestrainer Christian Prokop schmiss nach dem Drama um WM-Bronze vor Wut seine Wasserflasche auf das Parkett, die enttäuschten deutschen Handballer verabschiedeten sich auf einer letzten Ehrenrunde mit leerem Blick von den Fans. Trotz einer Weltklasse-Vorstellung von Torwart Andreas Wolff verlor die DHB-Auswahl am Sonntag im dänischen Herning das dramatische Spiel um Platz drei gegen den sechsmaligen Weltmeister Frankreich in letzter Sekunde mit 25:26 (13:9) und verpasste damit den größten Erfolg seit Olympia-Bronze 2016. „Der Schmerz ist sehr groß. Es ist brutal“, sagte Prokop.

In einem Krimi ohne Happy End konnte sich Deutschland somit nicht mit der ersten WM-Medaille seit zwölf Jahren für den starken Auftritt bei der Weltmeisterschaft belohnen. Dennoch konstatierte Prokop: „Ich bin richtig stolz auf diese Mannschaft. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, mit den Jungs die Tage dieser WM zu genießen. Bis auf das Endergebnis ist alles so gelaufen, wie wir es uns gewünscht haben.“

Für das bittere Ende sorgte Frankreichs Superstar Nikola Karabatic, der mit der Schlusssirene traf. So herrschte zunächst nur Frust im deutschen Team, für das Kapitän Uwe Gensheimer mit sieben Toren bester Werfer war. „Es ist sehr, sehr bitter, ohne Medaille da zu stehen“, sagte Rückraumspieler Kai Häfner.

In der entscheidenden Szene zuvor hatte Linksaußen Matthias Musche einen überhasteten Pass gespielt, den Ballgewinn nutzten die Franzosen eiskalt. „Ich glaube, eine Medaille wäre nicht unverdient gewesen nach den Leistungen, die wir das ganze Turnier gezeigt haben“, sagte Prokop: „Aber die cleverere Mannschaft hat gewonnen.“

Der überragende Wolff drückte seine Gefühle gewohnt drastisch aus. „Wir haben uns durch Dummheiten um die Bronzemedaille gebracht“, polterte der Torwart vom THW Kiel: „Wir haben eigentlich eine tolle WM gespielt.“ Und Gensheimer ergänzte: „Wir haben ein großes Turnier gespielt. Wir haben alles gegeben und können uns keinen Vorwurf machen.“

Dennoch geht der DHB zuversichtlich in das Mega-Jahr 2020 mit EM und Olympia. „Wir haben den Anspruch, jetzt weiter kleine Schritte zu gehen, um dann vielleicht ganz oben zu landen“, sagte Sportvorstand Axel Kromer. Für beide Events muss sich die DHB-Auswahl aber noch qualifizieren.

Schon vor dem Anpfiff war klar: Der deutsche Handball war ein WM-Gewinner. Die Euphorie rund um die Mannschaft nahm unerwartete Dimensionen an und soll dauerhaft genutzt werden. „Das erinnert mich jetzt fast noch mehr an das Fußball-Märchen 2006“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Die Hallen waren mit insgesamt 900 000 Zuschauern so voll wie noch nie, die TV-Quoten kletterten kontinuierlich. Bei der bitteren Niederlage im Halbfinale gegen Norwegen (11,91 Millionen) saßen beinahe doppelt so viele Menschen vor den TV-Geräten wie beim Eröffnungsspiel gegen Korea (6,11 Millionen).

Hanning zog daher eine zufriedene Bilanz: „Wir haben eine überragende Weltmeisterschaft in Deutschland gespielt. Unter dem Strich können die Jungs auf das, was sie geleistet haben, superstolz sein.“ Prokop will diesen Weg mit seinen Schützlingen nun konsequent weitergehen: „Es ist ganz wichtig, dass wir präsent bleiben und diese coole Sportart nach vorn bringen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.