Leipzig/Lübbecke - Nach dem Schlusspfiff tanzten die Handballer des HSV Hamburg Arm in Arm ausgelassen am Mittelkreis. Sie bejubelten keinen Titel, sondern nach dem 34:28 (19:16) beim TuS N-Lübbecke den ersten Erfolg der neuen Bundesliga-Saison. Nach zuvor sechs vergeblichen Anläufen behielt der einstige Champions-League-Sieger endlich einmal die Nerven und zeigte auch spielerisch guten Handball. „Es war eine Erleichterung zu sehen, wie wir uns diesen Sieg herausgespielt haben“, bekannte Nationaltorwart Johannes Bitter.
Das Team des neuen Trainers Christian Gaudin verdiente sich mit einer starken Offensivleistung den Erfolg, Lübbecke konnte nicht einmal während der 60 Minuten in Führung gehen. Zwar drohte das Spiel zehn Minuten vor Schluss zu kippen, aber anders als in den vorherigen Partien kamen die Hamburger nicht ins Schleudern.
„Wir waren oft genug nah dran und haben es dann doch noch aus der Hand gegeben. Aber wir passen charakterlich alle sehr gut zusammen. Wir haben immer gekämpft, waren als Einheit zusammen, das macht uns stark“, meinte Kevin Schmidt.
Der zweimalige französische Weltmeister Gaudin hofft nach dem Befreiungsschlag auf die Trendwende: „Die Jungs haben das sehr gut gemacht. Wir müssen weiter in uns Vertrauen haben und ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.“ Seinem Kollegen Dirk Beuchler stand dagegen die Enttäuschung nach der dritten Pleite im dritten Heimspiel ins Gesicht geschrieben. „Gegen Hamburg ist das verzeihbar. Der HSV war vom Kampf und der Bereitschaft wesentlich besser als wir“, resümierte der frühere Kreisläufer.
Der Champions-League-Sieger von 2013 verließ damit vorerst die Abstiegszone. Zuletzt hatte der HSV Hamburg, der bereits sieben Saisonspiele absolviert hat, vier Niederlagen in Folge kassiert. Bester Werfer der Hamburger war Rechtsaußen Hans Lindberg mit sieben Toren.
Pokalsieger Füchse Berlin musste dagegen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson unterlag in eigener Halle TSV Hannover-Burgdorf mit 28:29 (13:16) und rutschte nach der dritten Saisonniederlage aus den Top Ten.
