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NWZonline.de Sport Handball

Trauer Bei Olympia In Rio: Kanu-Trainer Henze nach Unfall gestorben

16.08.2016

Rio De Janeiro Der Tod von Kanu-Trainer Stefan Henze hat die deutsche Olympia-Mannschaft in Rio geschockt. Drei Tage nach einem Verkehrsunfall erlag der 35-Jährige am Montag seinen schweren Kopfverletzungen. „Wir sind unendlich traurig an diesem Tag“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann. Henze starb im Beisein seiner Familie. „Wir wissen: Stefans eigene olympische Gedanken leben in vielen Menschen weiter“, wurde seine Familie in der DOSB-Mitteilung zitiert.

Das deutsche Team wird Henze am Dienstag im olympischen Dorf gedenken. „Worte können nicht annähernd beschreiben, was wir im Olympia-Team nach diesem schrecklichen Verlust empfinden“, sagte Hörmann. Auf Bitten des DOSB wird das Internationale Olympische Komitee am elften Wettkampftag alle deutschen Fahnen auf halbmast setzen. „Das IOC trauert um einen wahren Olympier. Unsere Anteilnahme gilt der Familie von Stefan Henze, seinen Freunden sowie der gesamten deutschen Olympiamannschaft“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Henze hatte bei dem schweren Unfall in einem Taxi am Freitag ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Der deutsche Olympia-Chefarzt Professor Bernd Wolfarth hatte die schwere Verletzung Henzes bereits am Freitag als lebensbedrohlich beschrieben. Wolfarth hatte sich ständig von den brasilianischen Ärzten im Hospital Miguel Couto, einer neurochirurgischen Spezialklinik im Stadtteil Leblon, unterrichten lassen. Dorthin war Henze nach der Erstversorgung in einem Krankenhaus in Barra nahe der olympischen Wettkampfstätten verlegt worden. Wolfarth hatte die Rettungskette ausdrücklich gelobt.

Henzes Eltern und sein Bruder waren nach Rio gereist. Seine Lebensgefährtin sei in Gedanken bei ihm gewesen, teilte der DOSB mit. „Heute tritt der Sport, für den unser gesamtes Team nach Rio gefahren ist, in den Hintergrund. Unsere Gedanken sind bei Stefan Henzes Angehörigen, die hier vor Ort noch Gelegenheit hatten, Abschied zu nehmen“, sagte der deutsche Chef de Mission Michael Vesper.

Auch das deutsche Kanu-Slalom-Team zeigte sich betroffen. „Wir sind tieftraurig. Ruhe in Frieden, Stefan, Du bleibst für immer in unseren Herzen“, hieß es bei Twitter in einer ersten Reaktion auf die Nachricht. „Wir sind alle zutiefst traurig und müssen schauen, wie wir mit dieser Situation umgehen“, sagte Thomas Konietzko, der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes.

Umgehend äußerten auch deutsche Olympioniken und Funktionäre ihr Mitgefühl. „Wir sind erschüttert und trauern um Stefan Henze. Dieses Ereignis relativiert viele mit dem Sport verbundene Emotionen“, sagte Handball-Delegationsleiter Bob Hanning.

Henze war selbst bei Olympischen Spielen als Slalom-Kanute aktiv gewesen. „Der Kanusport wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt“, sagte er einmal über sich. Bei Olympia 2004 in Athen gewann er gemeinsam mit Marcus Becker Silber im Canadier-Zweier. Nach der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele in London 2012 beendeten Henze und Becker ihre Laufbahnen. Henze startete danach in die Trainer-Karriere. In Rio betreute er als Disziplincoach die Augsburgerin Melanie Pfeifer.

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