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NWZonline.de Sport Handball

Olympia findet ohne DHB-Frauen statt

14.12.2019

Kumamoto „Riesige sportliche Tragödie“, „absolut enttäuschend“, „einfach nur peinlich“: Nach dem geplatzten Olympia-Traum herrschte im Lager der deutschen Handballerinnen eine explosive Mischung aus tiefem Frust und aufgestauter Wut, das Team von Bundestrainer Henk Groener stand unter Schock.

„Ich bin fassungslos“, sagte Kreisläuferin Julia Behnke nach der 24:35-Niederlage im entscheidenden Spiel um Platz sieben gegen Schweden und schüttelte immer wieder den Kopf. Auch Torhüterin Dinah Eckerle rang nach einer Erklärung für den „unterirdischen“ Auftritt ihrer Mannschaft. „Das ist einfach nur peinlich, sich hier abschießen zu lassen, obwohl es um die Olympischen Spiele geht“, fluchte Eckerle unter Tränen.

Durch die streckenweise desolate Vorstellung zum Turnierabschluss reist das so hoffnungsvoll gestartete DHB-Team, zu dem auch Jenny Behrend vom VfL Oldenburg zählt, am Sonntag als Achter wieder heim. Die Olympischen Spiele finden zum dritten Mal nacheinander ohne deutsche Handballerinnen statt. „Das tut uns als Sportart sehr weh“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer und sprach von einer „riesigen sportlichen Tragödie“ für das Team „und den Deutschen Handballbund, der das große Ziel hatte, mit zwei Mannschaften nach Tokio zu reisen im Jahr 2020“.

Dass Deutschland bei den Frauen im kommenden Sommer wie 2012 und 2016 nur Zuschauer sein wird, hat sich Groeners Team selbst zuzuschreiben. Dreimal bot sich die Chance, das angestrebte Ticket für ein Qualifikationsturnier im März zu lösen – doch wie schon gegen Serbien (28:29) und Norwegen (29:32) wurden Kapitänin Kim Naidzinavicius und Co. ihren eigenen Ansprüchen auch gegen Schweden nicht gerecht. Im letzten Drittel eines langen Turniers mit neun Spielen an 14 Tagen ging der deutschen Mannschaft die Puste aus.

„Das ist eine große Enttäuschung. Wir hatten große Hoffnungen auf die Olympischen Spiele, aber wir hatten heute nur Energie für 20 Minuten. Danach war sie weg“, sagte Groener niedergeschlagen. Der Coach und seine Assistentin Heike Horstmann (einst VfL Oldenburg) wissen: Eine Olympia-Teilnahme hätte dem Frauenhandball hierzulande einen Schub geben können, das Potenzial dafür, das machten nicht zuletzt die zwei WM-Wochen deutlich, ist in Deutschland vorhanden.

Der blecherne Schlussakkord des WM-Turniers wirft Fragen auf. Zum Beispiel, ob es ausschließlich ein Kraft- oder auch ein Kopfproblem im deutschen Team gibt. Denn schon bei der EM vor einem Jahr durften die Groener-Schützlinge nach starken Auftritten zu Beginn lange Zeit von einer Medaille träumen, wurden bei dem Kontinentalturnier nach zwei Niederlagen in der Hauptrunde aber nur Zehnter.

Groener, dessen Vertrag unmittelbar vor dem Turnier vorzeitig um anderthalb Jahre bis Ende 2021 verlängert wurde, wird Antworten finden müssen. Dafür hat der Niederländer nun viel Zeit, das nächste Großereignis findet schließlich ohne die deutschen Handballerinnen statt.

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