• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Handball

Aus Wilhelmshaven an Bundesliga-Spitze

17.09.2019

Magdeburg /Oldenburg Der junge Mann am Telefon meldet sich hörbar entspannt: „Hallo, hier ist Lukas Mertens.“ Beim letzten Gespräch mit dem früheren Junioren- und Jugendnationalspieler hörte sich das noch angestrengter an. Nun ja, Mertens war nach seinem Wechsel vom Wilhelmshavener HV gerade beim Handball-Bundesligisten SC Magdeburg sportlich angekommen, als der torgefährliche Linksaußen im Mai 2018 einen herben Dämpfer in Form eines Kreuzbandrisses erlitt. „Das war schon hart“, erzählt er. Es folgte eine neunmonatige Wettkampfpause. „Die auch so gewollt war“, wie er berichtet. Da er noch lange in „seinem“ Sport und „auf diesem Niveau“ aktiv sein will, hatte er sich in Absprache mit dem Verein, Ärzten und Trainerteam gegen einen früheren Wiedereinstieg ins raue Bundesligageschäft ausgesprochen.

Im Februar 2019 war es dann soweit. Mit dem Rückrundenstart in der Bundesliga stand auch Lukas Mertens wieder im Kader des ostdeutschen Traditionsclubs, der über Jahrzehnte schon Ausnahme-Handballer (u.a. Wieland Schmidt, Stefan Kretzschmar, Henning Fritz) hervorbrachte. Mal waren es fünf, mal waren es zehn Minuten in einem Spiel. Mertens kämpfte sich peu à peu wieder ans Erstliganiveau heran, absolvierte in diesem Sommer die komplette Vorbereitung und hat längst wieder in den Angriffsmodus geschaltet: „Wir wollen einen Titel holen“, sagt er selbstbewusst. Magdeburg rangiert aktuell nach fünf Spieltagen mit 8:2 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Und auch im EHF-Cup und DHB-Pokal rechnet sich der SCM sehr gute Chancen aus.

Studium in Magdeburg

Immerhin: Als Mertens nach vier Jahren beim Wilhelmshavener HV (2013 – 2017) nach Sachsen-Anhalt wechselte, erreichte er mit Magdeburg gleich in seiner ersten Saison im EHF-Cup das Final-Four. Und auch für ihn persönlich kann es gern international weiter vorangehen. „Wenn man wie ich in der Bundesliga Handball spielen darf und ehrgeizig ist, dann lebt in einem auch der Traum von der A-Nationalmannschaft“, macht der gebürtige Wilhelmshavener keinen Hehl aus seinen sportlichen Ambitionen.

Für dieses Ziel nimmt der 23-Jährige vieles in Kauf. Gut bezahlter Leistungssportler hin oder her. Das Pensum mit Training, Spielen, Reisen und Studium zerrt an den Nerven, verlangt nach großer Disziplin. So steht das Studium der Sportwissenschaften ein bisschen hinten an, gleichwohl kommt Mertens in den Genuss einer Kooperation des SCM mit der Uni in Magdeburg, so dass sich so manche Vorlesung von zu Hause erledigen lässt.

Enger Kontakt zum WHV

Zu Hause ist auch das Stichwort, wenn man Mertens zum Schwärmen bringen will. Denn natürlich verfolgt er noch das sportliche Geschehen seines Ex-Clubs. „Immer wenn ich die Möglichkeit habe und der Spielplan es zulässt, schaue ich in meiner Heimatstadt vorbei. Ganz klar, den WHV habe ich immer im Auge“, erinnert er sich nur zu gern an die vier Jahre in der dritten (2013 - 2015) und zweiten (2015 - 2017) Liga. Dabei steht er nach wie vor im regen Kontakt mit seinem Förderer und Ex-Trainer Christian „Chrissi“ Köhrmann. „Er hat mir als 17-Jährigem das Vertrauen geschenkt, Chrissi war derjenige, dem ich ganz viel zu verdanken habe“, betont er. In dieser Zeit (2014 -2017) erfolgte auch der Sprung in die deutsche Jugend- und Juniorennationalmannschaft.

Doch bei Heimatbesuchen im Nordwesten ist Mertens nicht nur auf Wilhelmshaven fixiert. Am vergangenen Samstag – der SC Magdeburg hatte bereits am Donnerstag gespielt und war daher am Wochenende spielfrei – besuchte er die Partie des Oberligisten SG VTB/Altjührden (die SG gewann mit 26:23 gegen die HSG Delmenhorst). Am Spielfeldrand plauderte er mit seinem derzeit verletzten früheren WHV-Teamkollegen Lukas Kalafut, der vor rund einem Jahr nach Varel gewechselt war.

Jetzt will Mertens zum nächsten Sprung ansetzen, setzt sich dabei aber nicht unter Druck. In Magdeburg teilt er sich den Linksaußenposten mit keinem Geringeren als Matthias Musche, Bundesliga-Torschützenkönig 2018/19, Nationalspieler (44 Länderspiele) und Nummer zwei im DHB-Team hinter Weltklassespieler Uwe Gensheimer (172 Länderspiele). Musche ist 27, Gensheimer wird im Oktober 33 Jahre alt – da müsste doch was gehen. Das denkt sich auch Lukas Mertens, der der Zukunft nach seinem erfolgreichen Comeback ebenso ent- wie gespannt entgegenblicken kann.

Otto-Ulrich Bals Autor
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.