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NWZonline.de Sport Handball

„Auf den Teamgeist wird es ankommen“

09.01.2019

Minden /Berlin Frankreich war in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich, sagt Frank Carstens. Spanien ist auch wichtig, und die Dänen, ergänzt der in Oldenburg aufgewachsene Handball-Trainer. Norwegen habe eine riesige Entwicklung gemacht. Die Kroaten dürfe man auch nicht außer acht lassen. Und das deutsche Team, das könne durch den Heimvorteil auch eine Rolle spielen. „Das ist im Handball super schwierig zu sagen“, meint Carstens: „Eine Menge Teams kommen in Frage.“ Aber wenn er sich festlegen müsste: Frankreich.

Mit Euphorie ist alles möglich

Doch auch das deutsche Team, das bei der WM 2017 genau wie der Europameisterschaft im vergangenen Jahr nur den neunten Platz belegte, habe Chancen auf eine Wiederholung des Wintermärchens von 2007. Dafür muss natürlich vieles passen. „Extrem spannend wird, wie sich das Gebilde Team/Trainer unter Stress bewährt“, konstatiert Carstens. Und es hänge vom Erfolg ab: „Sollte es gelingen, sich in der Vorrunde gut einzuspielen und dann eine Euphoriewelle losbricht – dann ist alles möglich. Es gibt einige Spieler, die über sich hinauswachsen können.“

Entscheidend werde auch sein, wie die Mannschaft mit dem Druck umgeht. Der lastete nach der verpatzten EM in Kroatien im Vorjahr vor allem auf Trainer Christian Prokop, dessen Job stand danach sogar auf der Kippe. Auch Unstimmigkeiten mit den Spielern soll es gegeben haben. Das aber sei Vergangenheit, meint Carstens: „Christian hat, soweit ich das mitbekommen habe, alles getan, um alle Probleme auszuräumen.“

Mit Prokop gespielt und gelernt

Carstens kann das ganz gut beurteilen, da der 47-Jährige den Bundestrainer gut kennt: Sie haben von 2001 bis 2003 gemeinsam bei GWD Minden gespielt, haben dann zusammen ihre Trainerausbildung absolviert und 2009 abgeschlossen und auch danach noch teilweise in derselben Stadt gearbeitet. „Es gibt engen Kontakt – und hohe Wertschätzung“, betont Carstens. Zuletzt sprachen die Trainer über Carstens Spieler Marian Michalczik bei GWD Minden, der auch im Blick der Nationalmannschaft für eine WM-Nominierung gewesen war.

„Christian überlässt möglichst wenig dem Zufall, er versucht, alles vorher genau auszuloten und plant viele Möglichkeiten durch“, sagt Carstens über den 40-jährigen Prokop: „Ihm ist Tempospiel wichtig, das Umschalten von Abwehr auf Angriff ist für ihn eine der zentralsten Elemente des Spiels.“ Außerdem habe er die Gegner der deutschen Mannschaft, die an diesem Donnerstag (18.15 Uhr/ZDF) gegen Korea in das Turnier startet, „sehr sehr intensiv studiert“ – und sei enorm ehrgeizig, mehr noch als andere Bundesligatrainer.

Viel Variabilität im Team

Ein wenig überrascht hat ihn, dass Prokop in Patrick Groetzki nur einen Rechtsaußen, dafür aber gleich drei Kreisläufer nominiert hat. „Ich bin gespannt, wie er das lösen möchte, dass Jannik Kohlbacher spielt, da das Kieler Duo Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler im Innenblock gesetzt ist. Und zu viele Kreisspieler führen manchmal zu Problemen im Umschaltspiel“, meint Carstens.

Dass es nur einen nominellen Rechtsaußen gibt, sei aber kein großes Risiko, betont der frühere DHB-Co-Trainer: „Man sieht ja an der Besetzung, was Christian sich dabei gedacht hat. Es gibt viele Linkshänder im Team, die auch außen spielen können, wie Fabian Wiede und Franz Semper. Es ist genügend Variabilität im Team – und wenn Groetzki ausfällt, kann Prokop ja immer noch Tobias Reichmann nachnominieren.“

Teamgeist ist entscheidend

Die gleiche Frage ließe sich auch im Rückraum stellen, wo Martin Strobel der einzige nominelle Spielmacher ist, meint Carstens. Aber auch hier können zum Beispiel Paul Drux und Steffen Fäth diese Rolle übernehmen: „Hier hat sich Christian viele Türen offen gehalten. Das darf man nicht so einseitig sehen, dass man jede Position klassisch doppelt besetzen muss. Eher muss man schauen: Was für Stärken habe ich, und wie kann ich die nutzen.“

In erster Linie aber komme es auf die Teamdynamik an, auf den Teamgeist während des Turniers. „Da steckt die Chance drin“, sagt Carstens und ergänzt: „Und die beste gruppendynamische Maßnahme ist: Gewinnen.“

Am besten startet die DHB-Auswahl also mit zwei Siegen gegen das aus Nord- und Südkorea zusammengewürfelte Team sowie die Brasilianer an diesem Samstag (18.15 Uhr/ZDF). Wie weit Uwe Gensheimer und Co. dann kommen, hänge von Kleinigkeiten ab – zum Beispiel, ob man den Großen eventuell aus dem Weg geht. „Und dann kann der Heimvorteil richtig was wert sein.“

Mathias Freese
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2032

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