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NWZonline.de Sport Handball

"Danke, Berlin": Heinevetter reist selbstbewusst nach Köln

18.01.2019

Berlin (dpa) - Am Ende ließ Silvio Heinevetter das Mikrofon einfach fallen. "Danke, Berlin": Das waren die letzten Worte des Handball-Nationaltorhüters an die Zuschauer in der Hauptstadt nach seiner Glanzleistung beim 31:23 gegen Serbien.

Anschließend verabschiedete sich der 34-Jährige von der Berliner Arena und damit auch von seiner Wahlheimat. "Das Berliner Publikum hat uns fantastisch getragen. Ich hoffe, das wird in Köln genauso", sagte Heinevetter.

Am Freitag zog Heinevetter mit dem deutschen Team nach Köln um, wo für die DHB-Auswahl mit der Partie gegen Island am Samstagabend (20.30 Uhr/ARD) die Hauptrunde der Heim-WM beginnt. Obwohl der Keeper der Füchse Berlin hinter Andreas Wolff nur die Nummer zwei im deutschen Tor ist, könnte er in der heißen Turnierphase zu einem entscheidenden Faktor werden. Wie wertvoll ein Heinevetter in Top-Form ist, hatte er zuvor eindrucksvoll gegen die Serben bewiesen.

"Heine ist immer eine Geheimwaffe. Das zeigt er immer. Wir haben ein tolles Torhüter-Gespann", sagte Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Auch Wolff lobte seinen Torhüterkollegen: "Heine hat das sehr gut gemacht in seinem Wohnzimmer." Gegen Island sowie anschließend in den Duellen mit Kroatien und Europameister Spanien wird es auf ein starkes Torhütergespann angekommen. Die deutsche Defensive zählt ohnehin zu den besten der Welt. Noch besser ist sie, wenn dahinter auch die Torhüter einen guten Tag erwischen.

Bundestrainer Christian Prokop ließ gegen die Serben daher bewusst Heinevetter durchspielen. Wolff war lediglich für einen Siebenmeter im ersten Durchgang für wenige Sekunden aufs Feld gekommen. Ansonsten gehörte Heinevetter die Bühne beim Vorrundenabschluss in Berlin. Mit etlichen Paraden verhinderte der älteste Spieler in der DHB-Auswahl weitere Treffer der Serben. Sein 39. Einsatz bei einer WM bescherte ihm zudem den alleinigen dritten Platz in der Liste der deutschen WM-Rekordspieler.

"Heine ist ein richtiger Teamplayer und sehr akzeptiert in der Mannschaft. Er genießt ein hohes Ansehen. Es war wichtig, ihn ins Turnier zu bekommen", sagte Prokop. "Wir werden beide Torhüter brauchen." Und beide Torhüter werden das Publikum benötigen. Schon in Berlin schien Wolff und Heinevetter kaum etwas mehr anzustacheln als der Jubel der Massen nach einer erfolgreichen Parade. Auch darüber hinaus scheint sie bei diesem Turnier mehr zu verbinden, als manch einer vor der WM vermutet hatte.

Enge Freunde werden die beiden zwar nicht mehr. Aber sie ergänzen sich im Sinne der Gemeinschaft bisher optimal. Bei den Trainingseinheiten sah man sie zuletzt miteinander scherzen, während der Partien stehen sie zudem in permanentem Austausch miteinander. "Wir reden über Wurfbilder und Eindrücke", verriet Wolff nach dem Serbien-Spiel. Das soll sich auch in Köln nicht ändern.

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