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NWZonline.de Sport Handball

Nwz-Kolumne Von Frank Carstens: Die Isländer haben das größte Herz im Welthandball

19.01.2019
Analysiert die WM für die NWZ: Trainer Frank Carstens DPA-Bild: Wolf

Die WM läuft für die deutsche Mannschaft weiter nach Plan. Zwar ging es gegen Serbien nicht mehr um wichtige Punkte, dennoch hat das Team das Spiel super genutzt. Bundestrainer Christian Prokop hat – wie vermutet – gewissen Spielern Anteile gegeben, wie Silvio Heinevetter oder Matthias Musche. „Heine“ hat der Mannschaft mit seiner guten Leistung gezeigt, dass er da ist – das kann noch ein wichtiger Faktor werden.

Jetzt wird es natürlich spannend – jetzt geht die WM so richtig los! Mit Island, Kroatien und Spanien warten starke Gegner auf uns.

Die Isländer haben das größte Herz, das es gibt im Welthandball. Das kann man problemlos mit den Fußballern vergleichen. Dieses kleine Völkchen hat nicht umsonst Weltklassespieler, vor allem aber auch Weltklassetrainer herausgebracht.

Ihr Trainer Gudmundur Gudmundsson hat jahrelang die Rhein-Neckar Löwen gecoacht. Er ist einer, der sein Team extrem gut vorbereitet, ein Analytiker. Da ist er einer der besten auf der Welt. Seine Teams haben immer einen klaren Plan, 2008 ist das zum Beispiel überragend aufgegangen, als Island Silber bei den Olympischen Spielen gewann. Sie haben nicht die ganz große Qualität im Kader, aber ihr enormes Plus ist die Mentalität. Sie geben nie auf, kämpfen bis zur letzten Minute. Das ist in dieser Phase des Turniers, in der man schon einige Spiele in den Knochen hat, ein wichtiges Pfund.

Island spielt eine variable offensive 6:0-Deckung, ein System, das Gudmundsson entwickelt hat. Sie haben nicht so große Verteidiger wie das deutsche Team, da haben sie Nachteile. Mit dem Heimvorteil und den bisherigen Auftritten im Rücken sollten wir aber gewinnen – und müssen, wollen wir ins Halbfinale.

Als zweiter Gegner kommen die Kroaten, die die beste Ausgangsposition haben. Allerdings ist es in der Vergangenheit oft so gewesen, dass Kroatien ein Turnier stark begonnen und sich dann in der wichtigen Phase eine Auszeit genommen hat. Die Kroaten liegen uns zudem von ihrer Spielweise. Sie haben zwar sehr gute Entscheider sowie Kreisläufer und sind die Mannschaft, die am konsequentesten mit dem siebten Feldspieler in der Offensive agiert. Ich glaube jedoch, dass wir das stoppen können. Wie ich Prokop kenne, hat er sich bereits einen guten Plan dafür zurechtgelegt.

Und dann wartet Europameister Spanien – nicht gerade unser Lieblingsgegner. Sie haben sehr gute Verteidiger, antizipieren hervorragend in der Abwehr. Die spanische Handballschule ist im Angriff grundsätzlich auf das Zusammenspiel zwischen Rückraumspieler und Kreisläufer ausgelegt, sie stellen viele 2:2- oder 3:2-Situationen her.

Insgesamt wird das eine ganz enge Gruppe. Und wenn die Spiele eng sind, kann man als Heimteam vielleicht auch mal den ein oder anderen Pfiff mehr bekommen. Im Handball müssen die Schiedsrichter unheimlich viele Entscheidungen treffen. Ich habe mal gelesen, dass es um die 300 Pfiffe pro Spiel gibt. In einem Fußballspiel sind es durchschnittlich nur 60 bis 70 – da kann man sich vorstellen, wie schwierig das für die Referees ist. Das Publikum beeinflusst sie, davon haben alle Gastgeber eines Turniers schon profitiert. Aber eines ist auch klar: Nur deswegen gewinnen wir kein Spiel. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen.

Unterm Strich ist die deutsche Mannschaft einfach auf einem guten Weg. Wenn die Leute in Köln die gleiche Stimmung wie die in Berlin entfachen und die Spieler den Schwung mitnehmen können, haben wir eine echte Chance auf das Halbfinale.

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