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NWZonline.de Sport Handball

Erfahrung sitzt nur auf der Bank

27.11.2018

Oldenburg /Alicante Heike Horstmann hat das, was ihren Nachfolgerinnen in Deutschlands Handball-Nationalmannschaft momentan abgeht: einen riesigen Erfahrungsschatz. „Die große Frage wird deswegen sein: Wie wird unser junges Team mit Rückschlägen fertig, wo doch nun die oftmals Halt gebenden erfahrenen Spielerinnen fehlen?“, überlegt die Co-Trainerin von Bundestrainer Henk Groener (58) vor dem Start der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ins Abenteuer Europameisterschaft an diesem Samstag (15 Uhr) in Frankreich gegen Titelverteidiger Norwegen.

Viele große Turniere

Das Urgestein des VfL Oldenburg weiß, wovon sie redet. Als Spielerin nahm Heike Horstmann (47) unter ihrem Mädchennamen Schmidt an vier EM-Turnieren (1998, 2000, 2002, 2004) und als Co-Trainerin von Ex-Bundestrainer Armin Emrich zuletzt 2006 teil. Hinzu kommen zwei WM-Teilnahmen als Spielerin (1997, 2003), zwei auf der Trainerbank (2005, 2007) sowie 2008 die Olympischen Spiele in China an der Seite von Emrich.

Olympia lautet auch das Stichwort für die neuformierte DHB-Auswahl. „Ganz klar, wir arbeiten auf Olympia 2020 in Tokio hin“, sagt die 168-malige Nationalspielerin. Horstmann, der Niederländer Groener und Torwarttrainerin Debbie Klijn (42) hatten das Team Anfang des Jahres übernommen. Nach der WM-Pleite im eigenen Land im Dezember 2017 mit dem Aus im Achtelfinale wurde der ohnehin fällige Neuaufbau forciert. Das halbe Nationalteam hatte seinen Rücktritt erklärt.

Einzig Angie Geschke (33) vom VfL Oldenburg ist von den „Alten“ an Bord geblieben. Mit 104 Länderspielen verfügt die Rückraumspielerin mit Abstand über die meisten internationalen Einsätze für Deutschland. Ihre Rolle wurde durch den kurzfristigen Ausfall von Kapitänin und Spielmacherin Kim Naidzinavicius aufgewertet.

„Wir fahren mit einer jungen, ziemlich unerfahrenen Mannschaft zur EM. Da sind einige dabei, die ganz wenige Länderspiele haben, aber auf der anderen Seite hochtalentiert und hochmotiviert sind“, sagt Horstmann. Nach dem schweren EM-Auftakt gegen Norwegen warten in der Vorrunde im französischen Brest die wiedererstarkten Rumäninnen (3. Dezember) und Außenseiter Tschechien (5. Dezember). Drei von vier Teams kommen weiter.

Hauptrunde als Ziel

„Unser Ziel kann nur sein, sich hier durchzusetzen. Und vielleicht mit zwei Punkten in die Hauptrunde einzuziehen, wäre eine super Sache, das Sahnehäubchen“, nimmt Horstmann jeglichen Druck von der Mannschaft. An eine Medaille ist realistisch nicht zu denken. Dafür gibt es zu viele starke Teams im 16er-Feld. „Natürlich, auch wir wollen jedes Spiel gewinnen und alles reinwerfen. Aber in dieser Phase des Neuaufbaus geht es um Weiterentwicklung und das Sammeln von Erfahrung. Wir wollen auf der Leiter nach oben ein Stückchen weiterkommen. Positives mitnehmen“, sagt die Oldenburgerin.

Der Weg zurück an die Weltspitze ist bekanntlich lang. So spricht auch Bundestrainer Groener von einer ersten Standortbestimmung „nach dem kompletten Neuanfang“. Ein konkretes EM-Ziel gibt es aus diesem Grund nicht. „Für mich wird das Wichtigste sein, ob wir in der Lage sind, unser eigenes Spiel, unsere Stärken auf die Platte zu bringen und die Schwächen der Gegner auszunutzen“, meint der Niederländer.

Sieg als Mutmacher

Mut macht Groener, Klijn und Horstmann das nicht so gut verlaufene Turnier am Wochenende im spanischen Alicante mit zwei Niederlagen und einem Sieg. „Auch wenn die Partien gegen Brasilien und Spanien viele Schwächen offenbarten, so haben wir eine Entwicklung gesehen, die im letzten Spiel gegen Polen zu beobachten war“, sagt Horstmann. Dieser beste Turnierauftritt sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen: „Wir fahren jetzt mit einem Erfolgserlebnis zur EM. Daran können wir uns hochziehen.“

Beim Hochziehen helfen ist ohnehin eine wichtige Aufgabe der Co-Trainerin. Horstmann, die im Training mit der Kleingruppe meist für Angriffsaktionen zuständig ist, hat immer einen Kniff oder Tipp bereit. Noch immer spricht „Schröder“ – so ihr bekannter Spitzname – die Sprache der Spielerinnen. Und auch während einer Partie ist sie mit ihrer Ruhe und einem Rat zur Stelle, wenn die eine oder andere junge Spielerin mal in einer hektischen Phase den Überblick verliert. Heike Horstmann hat eben, was ihre Nachfolgerinnen noch sammeln müssen: einen riesigen Erfahrungsschatz.

Otto-Ulrich Bals Autor
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