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NWZonline.de Sport Handball

Frauen-Handball-Bundesliga Plant Ohne Zuschauer: Startet der VfL Anfang September mit Geisterspiel in die neue Saison?

29.05.2020

Oldenburg Die Kurzarbeit als Folge der Pandemie und die strengen Regelungen zur Corona-Krise lassen noch keine sportspezifischen Aktivitäten zu – und doch wird im Hintergrund an der Zukunft des Frauenhandballs in Deutschland gewerkelt. So hat die NWZ erfahren, dass der Ligaverband HBF längst einen Spielplan sowie einen Rahmenterminkalender für die Saison 2020/21 erstellt hat. Demzufolge startet der VfL Oldenburg am 5./6. September mit einem Heimspiel gegen die TuS Metzingen in die Nach-Corona-Spielzeit. Danach ginge es zu Borussia Dortmund (12./13. Sept.), bevor am dritten Spieltag (19./20. Sept.) der VfL Bensheim in die kleine EWE-Arena käme.

Wieso gibt es einen neuen Spielplan?

„Aktuell sind wir weg vom Fenster. Damit das dauerhaft nicht so bleibt, ist es richtig und wichtig, sich Gedanken zu machen und Pläne zu schmieden“, sagt Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer vom VfL Oldenburg, der gleichzeitig betont: „Ob es tatsächlich so kommt, muss abgewartet werden. Im Juni wissen wir sicher schon mehr. Die Auswirkungen der Pandemie sowie die von weiteren Lockerungen sind derzeit nicht absehbar. Das wissen wir auch.“

Fakt ist: Die Frauen-Bundesliga wird in der kommenden Saison mit 16 Teams spielen. Da keine Mannschaft laut HBF-Beschluss nach dem Saisonabbruch absteigen musste, füllen die beiden Aufsteiger HL Buchholz-Rosengarten und Union Halle-Neustadt die höchste Spielklasse auf. „Somit müssen vier Spieltage mehr eingeplant werden. Passt man diese nun an alle national und international noch gültigen Handball-Kalender an, müssen wir früh mit der neuen Saison starten, um alle Termine auch durchzubekommen“, erläutert Görgen der NWZ.

Was spricht für Geisterspiele?

Für seinen VfL könnte dies – nach heutiger Einschätzung der Pandemie-Lage – bedeuten, dass die ersten beiden Heimspiele im September unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würden. „Ja, das könnte uns passieren. Das müssen wir dann aber in Kauf nehmen, wenn wir nicht ganz von der Bildfläche verschwinden wollen“, sagt Görgen, der die Spiele der Oldenburgerinnen dann zumindest bei „Sportdeutschland.TV“ sichtbar machen könnte. Die Zusage des Livestream-Anbieters liegt der Bundesliga jedenfalls schon vor.

Wieviel machen Zuschauereinnahmen aus?

Fragen bleiben dennoch viele: Wie wird die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene Bundesliga durch die Saison kommen? Überleben alle 16 Clubs das bis zum Jahresende ausgesetzte strenge Lizenzierungsverfahren? Wie der VfL Oldenburg, so benötigen alle anderen Vereine auch dringend die Zuschauereinnahmen. TV-Gelder spielen in den Etats keine Rolle. Je nach Verein kann es bei einem Geisterspiel zu Einnahmeverlusten zwischen 5000 und 7000 Euro kommen, ohne dass es spürbare Entlastungen auf der Ausgabenseite gäbe.

Droht Clubs der wirtschaftliche Kollaps?

Oldenburgs Bundesligachef geht jedenfalls von der einen oder anderen Deckungslücke aus, wenn von der HBF am Jahresende die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der 16 Erstligisten überprüft wird. „Das Aussetzen kann ich nur begrüßen, aber eines sollte klar sein: Bei vielen, wenn nicht sogar bei allen Clubs, wird das Geschäftsergebnis zum 30. Juni 2020 und auch die Etat-Kalkulation für 2020/21 im Dezember erheblich schlechter ausfallen als noch zu Anfang des Kalenderjahres“, blickt er nicht ohne Sorgen in die Zukunft.

Nach Informationen der NWZ verfügen nur die vier Bundesligisten Bietigheim, Dortmund, Leverkusen und Oldenburg über ein positives Eigenkapital, alle anderen sind mehr oder weniger verschuldet. „Und in diesen unsicheren Zeiten kann niemand selbst von Bestandssponsoren Garantiezusagen erwarten“, weiß Görgen.

Was passiert mit dem DHB-Pokal?

Dafür winkt allen Bundesligisten an anderer Stelle ein schneller Erfolg. So nehmen laut Rahmenterminkalender in der kommenden Spielzeit ausschließlich Erstligisten am DHB-Pokal teil. Das heißt konkret und rein rechnerisch: Es wird ein Achtel-, ein Viertelfinale und ein Final-Four-Turnier gespielt. Für den viermaligen deutschen Pokalsieger und Wettbewerbsspezialisten aus Oldenburg könnte sich so eine prima Gelegenheit ergeben, mit nur zwei Siegen erneut in die Endrunde einzuziehen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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