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NWZonline.de Sport Handball

Vor Der Wm In Japan: Frauenhandball bleibt für Biegler Herzenssache

29.11.2019

Oldenburg /Großwallstadt Er nannte seine Spielerinnen in seiner Amtszeit respektvoll „Ladies“, und auch heute noch ist er der festen Überzeugung, dass man dem Frauenhandball in Deutschland wesentlich mehr an Beachtung schenken und Förderung zukommen lassen sollte. „Was diese Sportlerinnen leisten, ist à la bonne heure! Das verdient höchste Anerkennung, mit welchem Feuer, mit welcher Präzision und Konsequenz sie ihre dualen Karrieren vorantreiben“, sagt Michael Biegler.

„Es geht um viel mehr“

Der Mann weiß, wovon er spricht – und er meint es verdammt ernst, bezieht sich seine Aufforderung nicht nur ausschließlich auf das Interesse an der an diesem Samstag beginnenden Handball-WM in Japan. „Es geht um viel mehr“, sagt Biegler, den alle in der Handballszene „Beagle“ nennen. Als Bundestrainer leitete er zusammen mit dem damaligen Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld von April 2016 bis Januar 2018 die Geschicke rund um die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Beide hatten auch immer das große Ganze, den oberen, aber eben auch den mittleren und unteren Leistungsbereich im Auge. Inhaltlich und strukturell wurden Weichen gestellt. „Diese 21 Monate waren eine sehr, sehr intensive Zeit. Die legst du nicht einfach ab wie ein Buch, das du ausgelesen hast“, betont der 58-Jährige, der eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen kann: „Leider wird dieser Weg nicht konsequent weiter beschritten, auch wenn mir diese leise Kritik als Außenstehender vielleicht gar nicht zusteht.“

Als Bundestrainer führte er die DHB-Auswahl nach Jahren der Enttäuschung bei der EM 2016 in Schweden auf Platz sechs. Bei der Heim-WM 2017 platzte der Traum von einer Medaille schon im Abschlusstraining in Leipzig und im ersten Vorrundenspiel als gleich zu Turnierbeginn Emily Bölk und Kim Naidzinavicius folgenschwere Verletzungen davontrugen. Deutschland beendete die WM im eigenen Land schließlich als Zwölfter.

Dem Team Zeit geben

Bölk und Naidzinavicius zählen auch heute noch zu den Hoffnungsträgerinnen der deutschen Mannschaft, wenn an diesem Samstag das erste WM-Spiel gegen Brasilien auf dem Plan steht. „Natürlich verfolge ich die Spiele. Ich bin nach wie vor voll im Film. Wir sollten der Mannschaft Zeit geben und keinen Druck aufbauen“, sagt Biegler, der nach seiner DHB-Zeit absprachegemäß zum Männer-Bundesligisten DHfK Leipzig wechselte und dort im Oktober 2018 ausschied. Seitdem ist er ohne Verein, aber nicht ohne Beschäftigung. Im Gegenteil: Biegler, der von November 2003 bis Januar 2008 erfolgreich den damaligen Männer-Erstligisten Wilhelmshavener HV trainierte, ist und bleibt ein gefragter Mann.

Mit seiner Agentur „360° coaching by Michael Biegler“ entwickelt er spezielle Trainingsmethodiken, bietet Trainingscamps an, erarbeitet Vereinskonzeptionen und coacht andere Handball-Trainer. Das ganze flankiert von vielen selbst erstellten Lehr-DVDs. Vor sechs Wochen erst weilte er auf Sardinien bei einem Lehrgang von A-Jugend-Handballern. Biegler kann dabei auf die Erfahrung aus einer mehr als 30-jährigen Tätigkeit als Cheftrainer zurückgreifen. 16 Stationen, darunter der VfL Gummersbach, GWD Minden, der HSV Hamburg oder Polens Nationalmannschaft, stehen auf seiner Trainer-Vita.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Genügt diesem Handballinfizierten dauerhaft das Lehrwesen oder kehrt er nicht doch irgendwann wieder auf eine Cheftrainer-Position zurück? „Das muss ich ja nicht. Mir geht es gut, ich bin topfit. Ich war in den vergangenen Jahren extrem viel unterwegs. Dennoch prüfe ich jede Anfrage sehr seriös. Eine habe ich gerade nach Abwägung aller Dinge abgesagt, eine andere bearbeite ich gerade“, sagt Biegler, der mit seiner Lebenspartnerin und ihrem Töchterchen in Großwallstadt lebt.

Bei Allstars dabei

Und so ganz ohne Coaching geht es dann doch nicht. Vor einer Woche erst betreute er zusammen mit Heiner Brand die DHB-Allstars. Und auch die Auftritte vom Team Stefan Kretzschmars begleitet er regelmäßig an der Seite von Weltmeister-Trainer Brand. Im Team der DHB-Allstars steht zum Beispiel auch der Ex-Wilhelmshavener Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer Oliver „Olli“ Köhrmann – das ist dann aber auch schon eine der wenigen Verbindungen, die Biegler noch mit dem Nordwesten unterhält.

Otto-Ulrich Bals Autor
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