OLDENBURG - Trotz teurer Neuzugänge scheiterte der ambitionierte Trainer mit seinem Konzept. Die Zwei-te soll gestärkt werden.
Von Olaf Ulbrich
OLDENBURG - Leszek Krowicki hat auf die Talfahrt des VfL Oldenburg reagiert: „Es ist illusorisch, nun noch vom Erreichen eines Europapokal-Platzes zu sprechen“, korrigierte der Trainer des Handball-Bundesligisten am Donnerstag das von ihm vor gut sechs Monaten ausgegebene Saisonziel. „Wir waren zu mutig und zu euphorisch nach der schnellen Entwicklung im Sommer“, gab er zu.Damals war der Pole angetreten, um die Liga mit Tempo-Handball aufzumischen und durch gute Leistungen die Fans die Oldenburger EWE-Arena zu ziehen. Beides ist im Januar 2007 gescheitert – im Schnitt besuchten bislang nur rund 500 zahlende Zuschauer die Heimspiele.
Die drei teuren Neuzugänge erwiesen sich nicht als die von Krowicki angekündigte „optimale Verstärkung“. Milica Danilovic ist am Knie verletzt und steht seit Wochen nicht zur Verfügung, Dagmara Kowalska fällt immer wieder verletzt aus und Irina Pusic weist enorme Formschwankungen auf. „Als Mannschaft sind wir momentan einfach nicht stark genug“, gesteht Krowicki.
Das wurde Mittwoch beim 22:25 gegen den HC Leipzig – der vierten Pleite in Folge – deutlich. Bis auf Torfrau Heike Zornow und der engagierten Diane Lamein präsentierte sich der Tabellensechste schwach. Die Abwehr stand unsicher, das Offensiv-Spiel war zu zaghaft und die Angriffe harmlos. Enttäuscht schlichen die Spielerinnen vom Feld. Mittelmaß lautet dementsprechend die neue Zielsetzung. Krowicki: „Wir wollen wieder den Spaß am Handball finden.“
Der Fokus liegt beim VfL nun auf der zweiten Mannschaft. Der Tabellenletzte der Zweiten Liga soll mit Macht den Klassenerhalt schaffen. Als erste Maßnahme stellte Krowicki Wiebke Kethorn für das Spiel der Reserve diesen Sonntag in Halle ab. „Das ist keine Zurücksetzung“, betont der Coach. „Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, der Zweiten zu helfen.“
