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NWZonline.de Sport Handball

Nach Galaauftritt fließen Tränen

13.05.2019

Oldenburg Dortmunds Trainer hielt es 45 Minuten vor der Partie seiner Handballerinnen beim VfL Oldenburg nicht in der Umkleide der kleinen EWE-Arena. Immer wieder blickte Gino Smits, Vater der Ex-Oldenburgerin Inger Smits, am Samstagabend auf sein Smartphone. Dann der Abpfiff in der Fußball-Bundesliga: Die männlichen Kollegen der Borussia hatten 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen – Titelchance gewahrt! Keine zweieinhalb Stunden später war all die Freude auf dem Gesicht des BVB-Trainers verflogen.

Das Gastspiel in Oldenburg glich einer Demontage. Die Heimmannschaft von Trainerkollege Niels Bötel hatte den BVB nach allen Regeln der Handballkunst vorgeführt und die Gäste mit einer 32:24 (15:12)-Packung nach Hause geschickt. Nach den vielen Aufs und Abs in dieser Spielzeit hatten sich die VfL-Frauen im letzten Saison-Heimspiel von ihrer Schokoladenseite präsentiert, eine 60-minütige Gala aufs Parkett gelegt und damit selbst die allerbeste Vorlage für eine emotionale Abschiedsparty gegeben.

Reichlich Wehmut und viel Nostalgie keimten auf, als im Rahmen der 40-minütigen Zeremonie ehemalige VfL-Stars wie Trainer Leszek Krowicki oder Spielmacherin Sabrina Neuendorf via Leinwand Grüße übermittelten, an gemeinsame Großtaten erinnerten oder als Ex-Spielführerin Wiebke Kethorn zum Mikrofon griff. Schließlich mussten fünf großartige VfLerinnen gebührend verabschiedet werden. Und so flossen reichlich Tränen bei der Verabschiedung von Urgestein Kim Birke (31), Nationalspielerin Angie Geschke (33), der Niederländerin Isabelle Jongenelen (27), Kreisläuferin Cara Hartstock (25) und Torfrau Annamaria Ferenczi (24). „Danke für alles“, war in dieser „dritten Halbzeit“ der meistgehörte Ausspruch.

Eine dickes Dankeschön und viel Lob hatte es auch zuvor schon von den Fans, Offiziellen und dem aktuellen VfL-Trainer gegeben. „Wir wollten allen noch einmal zeigen, dass wir es noch können. Ich freue mich für meine Mannschaft. Sie hat sich für ihren starken Auftritt belohnt“, kommentierte Bötel.

„Das war heute ein ganz besonderes Spiel für uns. Wir wollten den scheidenden Spielerinnen einen gebührenden Abschied bescheren und das ist uns voll und ganz gelungen“, strahlte auch Rückraumspielerin Kristina Logvin. Sie selbst hatte wohl ihr bislang beste Leistung im VfL-Trikot abgeliefert.

Zum Spiel: Die VfL-Frauen hatten in der Tat eine bärenstarke Anfangsphase erwischt und zogen bis zur 20. Minute auf vier Tore (10:6) davon. Torfrau Julia Renner wehrte gleich zwei Siebenmeter ab, und der neuformierte Mittelblock mit Jongenelen und Marie Steffen hielt die Deckung souverän zusammen.

Auf der Gegenseite entfachten die VfL-Frauen mit ihrem Angriffsspiel einen enormen Druck, die Dortmunderinnen konnten sich oftmals nur mit einem Foul helfen. „Wir wollten Dortmund immer beschäftigen. Das ist uns gut gelungen“, lobte Bötel. Vor allem Kristina Logvin narrte die BVB-Abwehr das eine um das andere Mal. Mit vier Treffern war die 23-Jährige entscheidend an der Halbzeitführung (15:12) beteiligt.

Der VfL-Express machte nach der Pause da weiter, wo er im ersten Durchgang vor 1452 Zuschauern aufgehört hatte. Die hellwache Jenny Behrend fing mal gleich einen BVB-Gegenstoß ab, und die reaktionsschnelle Renner (10 Paraden) war im nächsten Moment bei einem Dortmunder Konter zur Stelle. Und ehe sich der BVB versah, führten die Gastgeberinnen wieder mit vier Toren (19:15/38.).

Beim VfL stimmte jetzt alles: die Körpersprache in der Deckung, die Kaltschnäuzigkeit in der Offensive. Dortmund, sichtlich demoralisiert, bekam keinen Zugriff, und Oldenburg baute den Vorsprung im Stile einer Klassemannschaft zügig auf sieben Treffer (28:21/52.) aus. Mit stehenden Ovationen feierten die VfL-Fans schließlich den grandios herausgespielten Heimsieg ihrer Mannschaft.

Otto-Ulrich Bals Autor
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