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NWZonline.de Sport Handball

Deutschlands Frauen begeistern Leszek Krowicki

06.12.2019

Oldenburg Die Begeisterung über seine Zuschauerrolle hält sich in Grenzen, dazu ist er zu sehr Handballtrainer. „Natürlich wurmt mich das noch, wenn ich nach Japan schaue. Dazu bin ich einfach Sportler, aber es ist wie es ist“, sagt Leszek Krowicki, der im Juni mit der polnischen Frauen-Nationalmannschaft die Qualifikation für die Weltmeisterschaft knapp verpasst hatte. Im Duell mit Serbien entschied letztlich das Torverhältnis gegen die Polinnen. Keine WM, keine Olympia-Chance: Der Verband reagierte und entließ den 2016 mit vielen Ambitionen gestarteten Nationaltrainer Krowicki.

Erfreuen kann sich der langjährige Erfolgscoach des VfL Oldenburg (2005 bis 2017) allerdings an den Leistungen der deutschen Nationalmannschaft. „Man sieht, dass da ein Team heranwächst. Es tut sich etwas. So wie die Mannschaft beispielsweise gegen Dänemark aufgetreten ist, das hat mich absolut positiv überrascht“, sagt der 62-Jährige, der in seiner Zeit als Cheftrainer mit Polen zweimal gegen die deutsche Auswahl gespielt hat. Das deutsche Team habe sich in allen Mannschaftsteilen stabilisiert, trete deutlich präsenter auf und profitiere von einer Mischung aus Jung und Alt.

Wiedersehen

Schwere Aufgaben in der nächsten Turnierphase: Die deutschen Handballerinnen bekommen es in der WM-Hauptrunde mit Norwegen und den Niederlanden zu tun. Rekordeuropameister Norwegen stürmte am Donnerstag beim 30:24 gegen Angola zum vierten Sieg im vierten Spiel, die Niederlande, Vize-Weltmeister von 2015, feierten beim 36:23 gegen Serbien den dritten Erfolg im Turnierverlauf. Den dritten deutschen Gegner aus der Vorrundengruppe A ermitteln an diesem Freitag Serbien und Slowenien im direkten Duell.

Bei den Niederlanden spielen erneut eine ganze Reihe von ehemaligen Spielerinnen des Bundesligisten VfL Oldenburg: Tess Wester (26), Lois Abbingh (27), Laura van der Heijden (27), Kelly Dulfer (25) und Inger Smits (25). Dulfer (inzwischen Borussia Dortmund) wurde am Donnerstag beim Kantersieg gegen Serbien zur „Spielerin des Spiels“ gewählt.

Deswegen mache er sich vor dem letzten Gruppenspiel an diesem Freitag (11 Uhr/sportdeutschland.tv) gegen den unbesiegten Asienmeister Südkorea keine Sorgen um die Auswahl von Bundestrainer Henk Groener. „Sie sollen befreit aufspielen, Spaß haben – dann klappt das schon“, rät Krowicki, der die 25:27-Niederlage gegen Frankreich nicht als Beinbruch wertet: „Natürlich war das ärgerlich, aber eine so knappe Geschichte gegen den amtierenden Welt- und Europameister kann man akzeptieren.“

Deutschland habe eine sehr schwere Gruppe erwischt. Jetzt gelte es, die erste Turnierphase abzuschließen, bevor man sich Gedanken über eine Endplatzierung mache. Die Teams auf den WM-Rängen zwei bis sieben sichern sich die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier (der Weltmeister ist direkt für Tokio 2020 gesetzt). „Darüber sollte nicht geredet werden. Das lenkt nur ab und erhöht den Druck“, sagt der polnische Ex-Nationalspieler, der 1990 bei Walle Bremen ins Trainergeschäft einstieg.

Eine deutsche Spielerin hat er dabei besonders im Auge: Jenny Behrend. Die 23-jährige Rechtsaußen hatte Krowicki beim VfL noch selbst trainiert und an die Nationalmannschaft herangeführt. „Jenny hat eine tolle Entwicklung genommen. Ich freue mich für diese fleißige Spielerin, die mit ihrer Einstellung zu Recht im Kader steht und ihre Sache bislang sehr gut macht“, adelt er seine Ex-Spielerin.

Behrend bestreitet gegen Südkorea erst ihr elftes Länderspiel. Für sie und ihre Mitspielerinnen hat er dann doch noch einen Tipp parat. „Auch wenn wir heute aufgrund der internationalen Vernetzung viel über unsere Gegner wissen, so bleiben die Südkoreanerinnen für uns Europäer ein unbequemer Gegner. Mit ihren Finten und Bewegungen verkörpern sie eine Art Handball, mit dem wir in Europa so nicht tagtäglich zu tun haben“, warnt er vor dem Asienmeister.

Krowicki wird die Sommerspiele im kommenden Jahr wohl auch nur aus der Ferne verfolgen. Gleichwohl wäre er bereit für eine neue Herausforderung. „Ich bin Handballtrainer, möchte aber auch nicht gleich jedes Angebot annehmen. Noch war das passende nicht dabei“, berichtet Krowicki, der nach wie vor in Oldenburg wohnt „und immer, wenn sich die Möglichkeit ergibt“, sich die Heimspiele des VfL anschaut.

Derzeit arbeitet der Familienvater für die VITA Akademie an den Stützpunkten in Delmenhorst und Wildeshausen. „Wir betreuen Migranten und bereiten sie auf ein Leben in Deutschland vor, helfen ihnen etwa bei der Jobsuche und sind bei Sprachbarrieren behilflich. Ich kann da viel aus eigener Erfahrung beisteuern, war ich 1990 doch selbst neu in diesem Land“, berichtet er.

Mit seinem Arbeitgeber hat er eine klare Absprache getroffen: Bei einem passenden Angebot kann er jederzeit wechseln – zurück ins Trainergeschäft. Denn mit einer verpassten WM-Teilnahme will sich der ehrgeizige Krowicki nicht vom Trainergeschäft verabschiedet haben.

Otto-Ulrich Bals Autor
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