OLDENBURG - OLDENBURG - Um aus der sportlichen Krise herauszukommen, hat Leszek Krowicki, Trainer des Handball-Bundesligisten vom VfL Oldenburg, am Donnerstag eine ganz besondere Trainingseinheit angesetzt. Vor dem Spiel beim THC Erfurt an diesem Sonnabend (18 Uhr) besuchten die Frauen eine Oldenburger Bäckerei, die seit kurzem ein VfL-Brot anbietet.
Mit dieser Aktion sollten die Handballerinnen ihren Teamgeist schulen. Sie sahen zu, wie „ihr“ Brot gebacken wurde, und ließen sich die ofenfrische Leckerei schmecken. Als Anna Badenhop beherzt in den Brot-Teig griff und damit ihren schwarzen Trainingsanzug mit dem weißen Mehl bestäubte, hatte sie die Lacher ihrer Team-Kolleginnen auf ihrer Seite.
Zum Lachen ist Krowicki derweil derzeit nicht zumute. „Viele Sachen, die wir uns vorgenommen hatten, sind schief gegangen“, beschreibt er die momentane Misere. Nach fünf Niederlagen in Folge ist der Tabellensiebte vom ursprünglichen Saisonziel „Europapokalplatz“ meilenweit entfernt.
Die erste Konsequenz: Der Pole suspendierte die seit Wochen unter Form spielende Irina Pusic. Sie hatte er vor der Saison vom spanischen Erstligisten Elda Prestigio nach Oldenburg gelotst. Also sein Fehler? „Auch ich habe viele Fehler gemacht“, gab Krowicki zu.
Bei der Suche zurück auf den Erfolgsweg scheint Krowicki allerdings ratlos und weicht der Frage, wie die Initialzündung gegen Erfurt gelingen soll aus: „Ich habe genug Erfahrung, den VfL aus der Krise zu führen. Wir haben ja nicht verlernt Handball zu spielen und zu trainieren.“
Deutlichere Worte fand Peter Görgen, GmbH-Geschäftsführer des VfL. Wenn Pusic nun aussetze, sei das übrige Team doppelt gefordert: „Ich erwarte von allen mehr Engagement und auch die Unterstützung dieser Entscheidung – vor allem von Milica Danilovic“, kritisierte Görgen die zuletzt erbrachten Leistungen der Rückraumspielerin.
Beim Fünften Erfurt erwartet die Oldenburgerinnen ein heißer Tanz. Das Team von Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld ist sehr heimstark und verfügt über lautstarke Fans.
