OLDENBURG - Pusic war die Wunschspielerin von Trainer Krowicki gewesen. Wie auch Danilovic war sie zuletzt unzufrieden.
von hauke richters
OLDENBURG - Handball-Bundesligist VfL Oldenburg muss zwei Abgänge verkraften. Wenige Stunden vor Ablauf der Transferperiode wechselte Irina Pusic zum Ligarivalen Borussia Dortmund, zudem wurde der Vertrag mit Milica Danilovic auf Wunsch der Spielerin aufgelöst.„Das ist eine sehr unglückliche Situation“, kommentierte VfL-Trainer Leszek Krowicki die beiden Abgänge. Anfang der Woche hatte er Pusic suspendiert, weil sich „diese Spielerin leider nicht mit meinen Vorstellungen von Handball identifiziert“.
Nachdem die Suspendierung bekannt geworden war, wandten sich mehrere interessierte Clubs an den VfL und an die Spielerin. „Wir haben Irina Pusic gesagt, dass wir ihr keine Steine in den Weg legen“, sagte Krowicki – und Pusic griff beim Angebot aus Dortmund zu. Die im Sommer 2006 als Wunschspielerin von Krowicki verpflichtete Niederländerin soll schon an diesem Sonntag für Dortmund beim Auswärtsspiel in Trier auflaufen. Von 2002 bis 2004 hatte Pusic schon einmal für den BVB gespielt. Laut VfL-GmbH-Geschäftsführer Peter Görgen erhält der VfL keine Ablösesumme, obwohl die Rückraumspielerin noch einen Vertrag bis zum Saisonende besaß. Görgen: „Dortmund hat das zur Bedingung gemacht.“ Das bedeutet: Hätte der VfL dem Wechsel nicht zugestimmt, hätte eine unzufriedene Pusic noch bis zum Sommer auf der Gehaltsliste gestanden.
Rückraumspielerin Milica Danilovic bat Görgen und Krowicki um Auflösung ihres Vertrages. „Wir haben dies akzeptiert“, sagte Krowicki. Da in Deutschland die Winter-Transferperiode inzwischen abgelaufen ist, kann Danilovic in dieser Saison nur noch ins Ausland wechseln. Noch einen Tag nach der Pusic-Suspendierung hatte Görgen von Danilovic gefordert, jetzt mehr Verantwortung zu übernehmen – die 32-Jährige reagierte darauf mit ihrem Abschied. Krowicki: „Ich habe gemerkt, dass auch sie mit der Situation unzufrieden ist.“ Weder Pusic noch Danilovic waren am Freitag für eine Stellungnahme erreichbar.
Für das Bundesligaspiel an diesem Sonnabend beim THC Erfurt (18 Uhr) wurden Thalke Bitter und Sarah Everding aus der zweiten Mannschaft nominiert. Für Bitter wäre ein Einsatz gleichzeitig ihr Erstliga-Debüt.
