Oldenburg - Es war Derbytime, und die Zuschauer kamen, wie erhofft, auf ihre Kosten: 31:29 (13:14) hieß es nach 60 packenden Minuten am Sonntagnachmittag in der kleinen EWE-Arena zwischen Gastgeber VfL Oldenburg und dem Nordrivalen Buxtehuder SV. Die Handballerinnen des VfL feierten damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel, Verlierer Buxtehude indes kassierte die erste Saisonniederlage der noch jungen Bundesliga-Serie 2018/19.

Beide Teams konnten vor 1030 Zuschauern nicht in Bestbesetzung antreten. Während bei den Gastgeberinnen Jane Martens nach überstandener Schulter-OP noch pausieren muss, mussten die Gäste auf Spielmacherin Paula Prior, Torfrau Julia Gronemann und Rückraumspielerin Friederike Gubernatis (alle verletzt) auskommen.

Die Ausfälle hielten beide Teams aber keineswegs davon ab, sich von Beginn an ein intensives Nordderby zu liefern. Es ging zur Sache. Das bekam in der Anfangsphase besonders Oldenburgs Torjägerin Angie Geschke zu spüren. Die Nationalspielerin wurde gleich zweimal in die Bodenlage geschickt. Überhaupt war die temporeiche Partie weniger durch spielerische Raffinessen als durch kämpferische Aspekte geprägt.

Zahlreiche Fehlpässe und Fehlwürfe auf beiden Seiten brachte zudem viel Hektik ins Spiel. Wirklich absetzten konnte sich kein Team. Mit 12:9 führte Buxtehude nach 23 Minuten. Doch Jenny Behrend (2) und Kim Birke sorgten postwendend für den 12:12-Gleichstand. Pech für den VfL: Zu diesem Zeitpunkt hatten die Oldenburgerinnen bereits zwei Siebenmeter vergeben.

Ergebnistechnisch auf Augenhöhe ging es zunächst auch im zweiten Durchgang weiter (17:17/ 35.Minute). Cara Hartstock und Behrend erzwangen kurze Zeit später erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung für Oldenburg. Zwei Treffer mit Signalwirkung. Jetzt wurde Handball gespielt. Und die VfL-Frauen wollten mehr, schraubten das Resultat auf 24:20 (42.).

Die Gäste brachten sich derweil mit unnötigen Ballverlusten um den Lohn ihres Einsatzes. Die VfL-Frauen ließen sich nicht zweimal bitten. Mit einem Doppelschlag zehn Minuten vor Spielschluss zum 27:22 verschaffte Kapitänin Kim Birke ihrer Mannschaft endgültig etwas Lust. 20 Sekunden vor dem Ende schließlich sicherte Torfrau Julia Renner mit einer Glanzparade den Derbysieg.

Das Nordderby in der höchsten deutschen Spielklasse wie im nationalen Pokalwettbewerb gibt seit bald drei Jahrzehnten. Mal ging es super eng zu, ein anderes Mal wurde es eine klare Angelegenheit. Aber stets waren die Partien von einer einzigartigen Stimmung geprägt. Die Statistik der vergangenen 30 Duelle sieht des Vorjahresdritten Buxtehude noch leicht im Vorteil: 14 Siege, vier Unentschieden und zwölf Niederlagen lautet die Statistik aus Sicht des BSV.