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NWZonline.de Sport Handball

Warme Worte vor gelungenem Debüt

25.03.2019

Oldenburg Kinder können so herrlich unbekümmert sein. Als Jenny Behrend am Samstagnachmittag kurz nach halb fünf mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft in die große EWE-Arena einlief und der Applaus von 4133 Zuschauern auf die 23-jährige Rechtsaußen vom VfL Oldenburg niederprasselte, rutschte der jungen Frau das Herz sprichwörtlich in die Hose. „Mein Herz hat so laut geschlagen. So wie noch nie in meinem Leben“, erzählt sie später. Vor lauter Lampenfieber sagt sie zu einem kleinen Einlaufmädchen an ihrer Hand: „Puh, ich bin so aufgeregt.“ Da hört sie von unten eine tröstende Stimme zu ihr hoch sprechen: „Du musst nicht aufgeregt sein. Nein!“

Deutschland – Niederlande 29:28 (19:12)

Deutschland: Eckerle (8 Paraden), Rüther (2. Halbzeit/9 Paraden) – Berger 2, Schmelzer, Reimer 1, Smits 4, Behnke 3, Naidzinavicius 2, Bölk 3, Grossmann 1, Weigel 2, Geschke 2, Behrend 1, Schulze 1, Braun 2, Stolle 5/1.

Niederlande: Wester (15 Paraden/davon 4 Siebenmeter), Jankovic – van der Heijden 4, Abbingh 2, Nüsser, Knippenborg, Steenbakkers, Visser 3, Dulfer, Freriks, Smits, Smeets 5, Malestein 2, Housheer 1, Vollebregt 1, Polman 10/3.

Es schien geholfen zu haben, denn als die Oldenburgerin mit Beginn der zweiten Halbzeit nicht nur auf dem Spielberichtsbogen, sondern auch auf der Platte erscheinen durfte, rechtfertigte Behrend ihre erste Nominierung für die A-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). „Jenny hat ihre Sache gut gemacht. Sie hat in der Abwehr gut gestanden, wenig zugelassen und Tempo in unsere Aktionen gebracht“, lobte Bundestrainer Henk Groener seine Debütantin, bescheinigte ihr das Potenzial einer Nationalspielerin und machte ihr durchaus Hoffnungen auf weitere Einsätze.

Die so Gelobte war indes gar nicht so glücklich mit ihrem Auftritt beim 29:28 (19:12)-Erfolg über die Niederlande: „Ich finde, ich muss mich noch steigern. Vorn hätte ich zwei Tore mehr machen können und in der Abwehr fehlten ein, zwei Absprachen.“ Dabei hätte ihr Einstand kaum besser sein können. Erste Chance, erstes Tor: Nach einem Zuspiel von Maren Weigel (TuS Metzingen) lief Behrend allen Niederländerinnen davon und traf zum 24:16 für Deutschland. 37 Minuten und 23 Sekunden waren gespielt, die VfL-Fans meldeten sich lautstark zu Wort. „Ich bin immer noch sprachlos, einfach überwältigt von dieser Kulisse“, war Behrend im Premierenfieber.

Der erste große Beifall war in Oldenburg schon gegen 16.40 Uhr aufgekeimt, als der Hallensprecher bei der Vorstellung der Teams die Namen der VfLerinnen „mit der Nummer 26 – Angie Geschke“ und „mit der Nummer 30 – Jenny Behrend“ ins Mikrofon rief. Für Geschke war es das 112. Länderspiel. Absprachegemäß kam die 33-Jährige nach der Pause und nahm die Spielmacherposition ein. „Angie hat gut Regie geführt. Ja, ich bin zufrieden. Auch in der Abwehr hat sie uns mit ihrer Erfahrung geholfen“, befand Groener. Auch Geschke hatte so ein Publikum nicht oft in ihrer langen Karriere erlebt: „Nach der Pause sind die Niederländerinnen aufgewacht, aber mit dieser Kulisse im Rücken war es einfach nur großartig für uns hier zu spielen.“

Oldenburg hat damit seinen Ruf als Frauenhandball-Hochburg einmal mehr bestätigt. Behrend steht am Ende einer langen Reihe von Nationalspielerinnen, die der VfL Oldenburg seit den 80er Jahren herausgebracht hat. Um nur einige zu nennen: Rita Forst (vormals Köster), Maike Becker (Balthazar), Heike Horstmann (Schmidt), heute deutsche Co-Trainerin, Heike Zornow, Kathrin Scholl, Marion Erfmann, Maike Schirmer oder Angie Geschke stehen für die jahrzehntelange Qualitätsarbeit des VfL.

Im Mai geht es weiter in Sachen Nationalmannschaft. In den beiden Spielen gegen Kroatien kämpft das DHB-Team am 2. und 5. Juni um die Qualifikation für die WM in Japan (30. November bis 15. Dezember) und die damit verbundene Chance auf die Teilnahme am olympischen Turnier 2020 in Tokio. Geschke und Behrend dürfen mit einer Einladung rechnen. Und sollte Jenny Behrend erneut für Deutschland auflaufen dürfen, wird sie das Einlaufmädchen bestimmt wieder ganz fest an die Hand nehmen.

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Kommentar

Eine Hochburg

im Handball

Kommentar

Lars Blancke

Wie speziell die Atmosphäre am Samstagnachmittag in der großen Arena war, brachte Angie Geschke am besten zum Ausdruck. „Das war schon fast zu viel bei meinem ersten Siebenmeter. Ich war leicht gerührt, so dass ich mich gar nicht mehr richtig konzentrieren konnte“, sagte die Nationalspielerin des VfL Oldenburg bezogen auf die 16. Minute, als sie für einen Strafwurf erstmals auf das Spielfeld kam und dabei von den 4133 Fans euphorisch gefeiert wurde. Geschke ist 33 Jahre alt, hat 112 Länderspiele absolviert, Welt- und Europameisterschaften gespielt – und war dennoch so bewegt, dass die so sichere Siebenmeter-Schützin scheiterte.

Oldenburg ist und bleibt eine Hochburg im Frauenhandball, das hat das Spiel gegen die Niederlande einmal mehr unter Beweis gestellt. Schon bei der Heim-WM 2017 hatte der Standort überdurchschnittlich gute Zuschauerzahlen, obwohl das deutsche Team gar nicht an der Hunte spielte. Und wer Bundestrainer Henk Groener nach dem Achtungserfolg gegen die Oranjes von der „bombigen“ Stimmung schwärmen hörte, kann sich ausmalen, dass der Deutsche Handballbund nur zugern wiederkehren wird.

Gleichzeitig demonstrierte das Länderspiel die seit Jahrzehnten gute Arbeit des Bundesligisten VfL. Geschke und Jenny Behrend auf der einen, Tess Wester, Lois Abbingh, Laura van der Heijden, Kelly Dulfer, Inger Smits und Myrthe Schoenaker auf der anderen Seite – das Nachbarschaftsduell kam beinahe wie ein grün-weißes Klassentreffen daher.

Lars Blancke über das Länderspiel in Oldenburg

Otto-Ulrich Bals Autor
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