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NWZonline.de Sport Handball

Heftige Gegenwehr wird nicht belohnt

09.09.2019

Oldenburg Niederlagen fühlen sich nie gut an – und dennoch konnten die Handballerinnen des VfL Oldenburg am Sonntag erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen. „Unsere junge Mannschaft hat sich 60 Minuten lang reingehängt und vieles versucht. Wir wussten von vornherein, dass es gegen diesen Gegner schwer werden wird“, waren sich Trainer Niels Bötel und seine Spielführerin Julia Renner bei der Analyse der 26:39 (14:23)-Auftaktniederlage gegen Borussia Dortmund mit dem Großteil der 923 Zuschauer in der kleinen EWE-Arena einig. Mehr als gute Ansätze ließ der übermächtige Gegner eben nicht zu.

Der mit zehn Nationalspielerinnen bestückte BVB wurde seiner Favoritenrolle gerecht, wurde dabei aber von den unermüdlich ackernden VfL-Frauen immer wieder vor neue taktische Aufgaben gestellt. „Der VfL hatte sich gegen uns einige Dinge einfallen lassen, aber ich denke der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung“, befand Dortmunds Coach André Fuhr.

Die VfL-Frauen starteten furios: Gleich mit dem ersten Angriff traf Kristina Logvin per Kempa-Trick. Dortmund kam zwar postwendend zum Ausgleich, doch noch zweimal legten die mutig agierenden Gastgeberinnen – zum 2:1 durch Jane Martens und zum 3:2 (4. Minute) durch Logvin – vor. Dann allerdings waren auch die Dortmunderinnen in der Partie angekommen. Die BVB-Abwehr stabilisierte sich, und dank der schnellen Treffer der zwölfmaligen Torschützin Bogna Sobiech riss der Favorit die Führung (5:3/6.) an sich.

Die stark ersatzgeschwächte Formation von Trainer Bötel steckte zu keinem Zeitpunkt auf – musste aber mit ansehen, wie die Borussia jeden Abspielfehler oder Fehlwurf konsequent zum Gegenstoß nutzte. Der VfL hielt bis zum 7:11 (11.) mit. Bis zum Pausenpfiff setzten sich die Gäste aber kontinuierlich Tor um Tor ab. Die Partie war praktisch entschieden, auch wenn der VfL im zweiten Durchgang erneut den besseren Start erwischte und auf 16:23 verkürzte.

Als dann Oldenburgs bis dahin gefährlichste Rückraumwerferin Helena Mikkelsen (4 Tore) nach einer unglücklichen Aktion gegen die Ex-VfLerin Kelly Dulfer nach nur dreieinhalb Minuten die Rote Karte sah, wurden die Gastgeberinnen erneut zurückgeworfen. Der BVB zog wieder auf neun Treffer davon und steuerte unbeirrt dem ersten Saisonsieg entgegen.

Beim letzten Aufeinandertreffen am 11. Mai hatten die VfL-Frauen gegen den BVB noch einen grandiosen 32:24-Erfolg gefeiert. Die Teams von damals sind allerdings nicht mehr mit denen von heute zu vergleichen. Der BVB verstärkte seinen hochkarätigen Kader mit etlichen Nationalspielerinnen. In Oldenburg gingen viele langjährige Leistungsträgerinnen von Bord.

Dazu plagt VfL-Trainer Bötel aktuell ein großes Verletzungspech. So fehlten dem Gastgeber in Lisa-Marie Fragge (Hüft-OP), Kathrin Pichlmeier (Daumenverletzung), Marie Steffen (Fingerbruch), Malene Staal (Schulterverletzung) und Laura Kannegießer (Kreuzbandriss) fünf von 13 Feldspielerinnen. So kamen in Lana Teiken, Toni-Luisa Reinemann und Griet Prante drei Akteure aus der Zweiten bzw. Jugendmannschaft zu einem Eintrag auf dem Bundesliga-Spielprotokoll.

Dieses personelle Manko ließ sich nicht kaschieren. Die Oldenburgerinnen agierten zwar mit viel Herz und Leidenschaft, gegen die individuelle Klasse und Kadertiefe des BVB reichten diese Tugenden aber nicht, den Gegner während dieser durchaus sehenswerten 60 Minuten ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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