SKOPJE - Die Siegesserie der deutschen Handballerinnen bei der EM in Mazedonien ist gerissen. Die bereits zuvor für das Halbfinale qualifizierte Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich kam gegen Weißrussland im zweiten Hauptrundenspiel nicht über ein 28:28 (13:14) hinaus. Zwei Tage nach der Gala-Vorstellung gegen Schweden (33:22) zeigte sie am Mittwochabend eine über weite Strecken schwache und unkonzentrierte Leistung. Sabrina Neukamp rettete dem EM-Vierten mit ihrem Treffer 15 Sekunden vor Schluss das Remis.
„Das war ein hart erkämpftes Unentschieden. Uns hat die Frische gefehlt. Wir waren nicht in der Lage, unser schnelles Angriffsspiel aufzuziehen“, sagte Emrich.
Im abschließenden Spiel der Hauptrunde geht es an diesem Donnerstag (18.15 Uhr/DSF) für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gegen den bereits ebenfalls für die Vorschlussrunde qualifizierten Weltmeister Russland nur noch um den Gruppensieg. Dafür benötigt das deutsche Team aber einen Sieg.
Emrich musste in Skopje auf die bisher überragende Torfrau Clara Woltering (Rückenprobleme) und Kreisläuferin Anja Althaus (Zerrung) verzichten. Zudem gönnte der Coach einigen Stammspielerinnen – wie der zuletzt stark spielenden Nürnbergerin Sara Walzik – eine Pause. Dafür gab die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause nach überstandener Schädelprellung ab der 20. Minute ihr Comeback im Angriff.
Deutschland begann nervös und leistete sich im Angriff viele technische Fehler und musste sofort einem Rückstand hinterherlaufen (3:5/10. Minute). Das deutsche Spiel wurde auch mit zunehmender Dauer in der ersten Halbzeit nicht besser.
Ersatztorhüterin Jana Krause zeigte zwar keine schlechte Leistung, doch die Abwehr ging nicht aggressiv genug zu Werke und erkämpfte zu wenig Bälle. Zudem war die Chancenverwertung im Angriff nicht optimal.
Nach dem Wechsel ersetzte Sabine Englert die Nürnbergerin Krause im Tor, doch der Rückstand blieb zunächst bestehen (16:19/40.). Als beim Gegner die Kräfte schwanden, gelang der DHB-Auswahl zwölf Minuten vor dem Ende nach langer Zeit wieder der Ausgleich (22:22).
