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A29 in Richtung Wilhelmshaven auf eine Fahrbahn verengt
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Aktualisiert vor 13 Minuten.

Unfall Bei Sande
A29 in Richtung Wilhelmshaven auf eine Fahrbahn verengt

NWZonline.de Sport Handball

Außenseiter wird zum Überflieger

22.05.2018

Stuttgart Schokoladenkuchen geht immer, und natürlich kreisten die eiligst herbei geschafften Sektflaschen in der Kabine. Die Handballerinnen des VfL Oldenburg wussten in der Stuttgarter Porsche-Arena vor lauter Glück nicht, wohin mit all‘ den Gefühlen. Der spektakuläre 29:28 (12:16)-Endspielerfolg im deutschen Pokalfinale gegen den Favoriten SG Bietigheim ließ am Pfingstsonntag alle Dämme brechen: „Pokal, Pokal. Wir haben den Pokal.“ Ausgelassen wurde der vierte nationale Titelgewinn der Vereinsgeschichte gefeiert. Der Außenseiter aus dem Nordwesten war zum Überflieger geworden. Wieder einmal!

Es ist Pokalfinale – und Oldenburg ist dabei. „Wir hatten dieser Pokalendrunde seit Januar nur noch entgegengefiebert“, verriet Spielführerin Kim Birke Oldenburgs immense Motivationsquelle. Der Fokus wurde mehr und mehr auf das „Final Four“ ausgerichtet. „Das ist und war unser absolutes Saison-Highlight“, bestätigte auch Kreisläuferin Cara Hartstock den unbedingten Willen im Team von Trainer Niels Bötel, in der Arena „etwas mitzunehmen“.

Pokal-Spezialistinnen

Für den VfL Oldenburg war es bereits das siebte Pokalendspiel nach 1981,1989, 2002, 2009, 2012 und 2015. Dreimal hatte sich der Club dabei schon die deutsche Trophäe (1981, 2009, 2012) sichern können. Für die Endrunde „Final Four“ hatten sich die Oldenburgerinnen zuvor bereits fünfmal (2002, 2006, 2009, 2012, 2015) qualifiziert.

Der Coup im Schwabenland gelang und bringt den VfL nun urplötzlich in Erklärungsnot. „Der VfL muss jetzt ganz schnell entscheiden, ob er als deutscher Titelträger im europäischen EHF-Pokal starten will“, unterstrich der Vorsitzende der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF), Berndt Dugall, unmittelbar nach der Siegerehrung in Stuttgart Handlungsbedarf.

Der neue deutsche Pokalsieger ist nicht grundsätzlich abgeneigt, ließ aber auf Nachfrage der NWZ verlauten: „Wir werden das jetzt in aller Ruhe prüfen“, wie Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL-Bundesliga-GmbH, betonte. Die Zeit drängt, denn schon am kommenden Montag endet die Meldefrist beim europäischen Verband EHF.

Mit diesem Luxusproblem hatte in der Tat niemand gerechnet. Während die Leistungskurve in der Bundesliga zuletzt großen Schwankungen unterworfen war und die Tendenz eher Richtung Tabellenende zeigte, präsentierte sich das vom Verletzungspech gebeutelte Team im Schwabenland wie ausgewechselt. Mit Kampf und Leidenschaft, mit Entschlossenheit und Begeisterung, aber auch mit taktischen und spielerischen Finessen mischten Angie Geschke und Co. das Teilnehmerfeld beim „Final Four“ auf.

„Ich habe immer gesagt, wenn wir an uns glauben und alles abrufen, können wir in Stuttgart etwas reißen“, freute sich Oldenburgs beste Final-Torschützin Geschke (9/3) über den vierten Titelgewinn der Grün-Weißen im nationalen Pokalwettbewerb. Ihr Trainer konnte es noch gar nicht fassen: „Man konnte von der ersten bis zur letzten Minute doch nicht mit diesem Triumph rechnen. Wahnsinn!“, befand Bötel, der gleich im ersten Cheftrainer-Jahr einen Titel holte.

Sein Konzept jedenfalls war aufgegangen. „Wir wollten es unbedingt schaffen, dass Bietigheim nicht wegziehen konnte“, erläuterte Bötel, der nur zu genau wusste: „Der größere Druck lastete ganz klar auf unserem Gegner.“ Und genau diese Ausgangslage konnten sich die VfL-Frauen nach 45 Minuten zunutze machen. „Wir haben nie nachgelassen. Wir wussten, dass wir über 60 Minuten unsere beste Leistung bringen mussten. Genau das haben wir heute dann auch gemacht“, freute sich die dänische Rückraumspielerin Simone Spur Petersen.

„Man muss Oldenburg immer auf der Rechnung haben. Wir werden den VfL genau so ernst nehmen müssen wie jeden anderen Gegner. Die Truppe kann Pokal“, hatte Anna „Lumpi“ Loerper vor dem Endspiel einen Appell an ihre SG-Mitspielerinnen gerichtet.

Die 33-jährige Nationalspielerin wusste, wovon sie sprach. Loerper spielte 2013/14 für Oldenburg. „Der VfL ist zweimal deutscher Pokalsieger geworden (2009 und 2012, Anmerkung der Redaktion), auch weil das Team von der Konkurrenz krass unterschätzt wurde“, lautete ihre Warnung. Doch ganz offensichtlich hatte keine Spielerin Bietigheims auf die Ex-Oldenburgerin gehört.

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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