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Handball-Em 2020 DHB-Team träumt von Gold bei XXL-EM

Eric Dobias Nils Bastek

Trondheim - Auf dem Flug von Wien nach Trondheim träumten Uwe Gensheimer & Co. vom großen Coup bei der ersten XXL-Europameisterschaft. Nach Rang vier bei der Heim-WM im Vorjahr wollen Deutschlands Handballer bei der an diesem Donnerstag beginnenden Endrunde mit 24 Teams in drei Ländern mindestens eine Medaille – und im besten Fall den dritten Titel-Triumph nach 2004 und 2016 feiern. „Das ist unser Traum, unser übergeordnetes Ziel. Wir wollen aus der EM etwas richtig Gutes machen“, verkündete Bundestrainer Christian Prokop. „Die Vorfreude ist ungebremst. Jetzt geht es um etwas Zählbares.“

Gute Testspielergebnisse

Nach Testspielsiegen gegen Island (33:25) und Österreich (32:28) traf die deutsche Mannschaft am Dienstag gut gelaunt in ihrem Vorrundenspielort Trondheim ein. „Für uns ist ein großes Turnier immer ein Highlight. Wir sind nicht weniger heiß auf die EM als im Vorjahr auf die Heim-WM“, sagte Kapitän Gensheimer. „Der einzige Unterschied ist, dass wir während der Spiele nicht einen extra Push durch das Publikum kriegen. Das müssen wir von innen heraus hinbekommen.“

Dabei soll der 33-jährige Weltklasse-Linksaußen gemeinsam mit Typen wie den Torhütern Andreas Wolff und Johannes Bitter oder den Abwehrrecken Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek eine tragende Rolle spielen. „Einige Spieler sind für die Emotionalität verantwortlich, andere für Souveränität und Ruhe. Dieses Wechselspiel wird sehr wichtig sein“, betonte Prokop vor dem Vorrundenauftakt an diesem Donnerstag (18.15 Uhr/ZDF) gegen EM-Neuling Niederlande. Weitere Gruppengegner sind Titelverteidiger Spanien und Lettland.

An Bord der Sondermaschine befanden sich am Dienstag alle 17 Spieler, mit denen Prokop die EM-Vorbereitung bestritten hat. Erst am Mittwoch will der 41-Jährige die nötige Reduzierung auf 16 Akteure vornehmen. Doch egal, wen es trifft, für den Bundestrainer steht fest: „Ich habe eine Mannschaft, die als Einheit funktionieren will.“

Teamgeist, knallharte Abwehrarbeit und effektives Tempospiel – mit diesen Attributen will die DHB-Auswahl überzeugen und in der Heimat eine ähnliche Euphorie entfachen wie 2019 bei der WM. Damals drückten bis zu elf Millionen Menschen vor dem Fernseher die Daumen. „Wir sind die Ballsportart Nummer eins nach dem Fußball – und das wollen wir bleiben. Dafür brauchen wir sportliche Erfolge der Nationalmannschaft“, sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, denn die Auslosung meinte es gut mit dem deutschen Team. Auf dem angestrebten Weg ins Halbfinale droht auf dem Papier nur Gefahr von Spanien und Kroatien als möglichem Hauptrundengegner. Auf die Topfavoriten – Weltmeister und Olympiasieger Dänemark, der WM-Zweite Norwegen, der WM-Dritte Frankreich und der EM-Zweite Schweden – können die Prokop-Schützlinge frühestens in der Vorschlussrunde treffen.

In dieser Konstellation liegt auch eine Gefahr, um die jeder im deutschen Team weiß. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu weit nach vorn zu schauen“, warnte Gensheimer. „Wir haben das schon einmal erlebt, dass es ganz gut aussah mit dem Halbfinale. Und dann haben wir das Achtelfinale verloren mit einem Tor, weil wir vom Kopf her nicht zu 100 Prozent bei diesem Spiel waren.“ Das war bei der WM 2017 gegen Katar.

Parallelen zur EM 2016

Viel schöner sind da die Erinnerungen an 2016, als es wie jetzt vor der EM diverse Ausfälle gab und die Auswahl in Polen mit jungen Kräften sensationell zum Titel stürmte. „Wir haben damals gut daran getan, nicht mit den Dingen zu hadern, die eh nicht zu ändern sind“, sagte Hanning über den Ausfall von sieben Rückraumspielern. „Wir fangen jetzt nicht an, die Gegner groß zu reden, sondern wir sind selbst groß. Egal, wie viele Verletzte wir haben.“

Sollte erneut ein EM-Coup gelingen, gäbe es eine Prämie von 250 000 Euro und als Bonus das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Der Glaube daran ist beim EM-Tross vorhanden. „Wir haben eine große Qualität. Ich weiß, dass unsere Mannschaft Topleistungen zeigen kann“, sagte Sportvorstand Axel Kromer. „Aber wir wissen auch, dass wir keinen einzigen Punkt holen, wenn wir vor dem Turnier große Töne spucken.“ Hanning gab daher die Marschroute aus: „Jetzt müssen wir die Welle erwischen.“

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