Oldenburg - Auf große Tour sind die Handballerinnen des VfL Oldenburg in dieser Woche gegangen. Am Mittwoch gastierte das Team von Trainer Leszek Krowicki im DHB-Pokal bei der TuS Metzingen (26:27) und absolvierte dabei ganz nebenbei 1500 Autobahn-Kilometer. Wieder in Oldenburg reichte es für die VfL-Frauen gerade einmal für ein Kurztraining am Donnerstag. Denn schon am Freitagvormittag ging es mit dem Bus weiter nach Dänemark, wo das Team an diesem Samstag (14 Uhr) im europäischen EHF-Pokal beim Randers HK gefordert ist. Am Ende der beiden Dienstfahrten werden so schlappe 2700 Kilometer auf dem Tacho stehen.
„Es gibt sicher schöneres, als ewig im Bus zu sitzen. Aber wir wollen uns nicht beklagen, sondern um ein gutes Ergebnis kämpfen“, meinte Trainer Krowicki unmittelbar vor der Abfahrt. Den Auftakt in die Gruppenphase hatten die Oldenburgerinnen in eigener Halle gegen Nantes Loire aus Frankreich mit 30:37 klar verloren. Der dänische Pokalsieger Randers wiederum siegte überraschend mit 27:21 beim schwedischen Vertreter IK Sävehof und geht als klarer Favorit in die Partie mit dem Bundesliga-Achten.
Für die VfL-Frauen geht es an diesem Samstag also bereits darum, in der Gruppe A nicht frühzeitig ins Hinterreffen zu geraten. Nur die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich fürs Achtelfinale. „Die Ausgangslage ist uns schon klar. Doch ich bleibe dabei: In dieser insgesamt doch sehr ausgeglichen besetzten Gruppe ist für uns an einem guten Tag alles möglich“, sprach Krowicki sich und seinen Spielerinnen Mut zu.
Einen richtig guten Tag werden die Oldenburgerinnen in Randers aber auch bitter nötig haben. Krowicki stehen gerade einmal elf Spielerinnen zur Verfügung. Linksaußen Kim Birke, die sich in Metzingen verletzt hatte, fällt mit einem Muskelfaserriss mindestens 14 Tage aus. Auch Linkshänderin Isabelle Jongenelen fehlt dem VfL in Dänemark. Die Niederländerin laboriert an einer Schulterverletzung und darf eine Woche lang keinen Handball spielen.
Der VfL-Gegner rangiert wie die Oldenburgerinnen in der heimischen Liga nur im Mittelfeld der Tabelle, gilt aber als äußerst heimstark. In der dänischen Nationalspielerin Maria Fisker (Linksaußen), der torgefährlichen Rückraumschützin Camilla Dalby, die beim Sieg in Sävehof sieben Treffer markierte sowie den Schwedinnen Daniela Gustin (Rechtsaußen) und Clara Monti Danielsson (Kreis) stehen vier Akteure im Kader von Randers, die ein Spiel durchaus auch mal allein entscheiden können.
