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NWZonline.de Sport Handball

Zukunftsängste spielen längst mit

17.01.2017

Oldenburg Alles im grünen Bereich? Der erste Blick suggeriert Normalität. Der Geschäftsführer der VfL-Bundesliga-GmbH, Peter Görgen, führt Vertragsgespräche mit den Spielerinnen. Ihr Trainer Leszek Krowicki bereitet Oldenburgs Handballfrauen auf das kommende Bundesliga-Heimspiel an diesem Mittwoch (19.30 Uhr, kleine EWE-Arena) gegen die Neckarsulmer Sportunion vor – und spricht dabei voller Optimismus über das ehrgeizige Saisonziel Platz fünf.

Auf den zweiten Blick allerdings hat die heile Welt der VfL-Frauen tiefe Risse bekommen. „Es wird viel gemunkelt. Wir machen uns natürlich so unsere Gedanken und Sorgen um die Zukunft“, sagt Oldenburgs Spielführerin Kim Birke (29) mit Blick auf die Ankündigung des Oldenburger Versorgers EWE, sein finanzielles Engagement beim Bundesliga-Urgestein ab Juni 2018 drastisch zu reduzieren.

Nach Informationen der NWZ  schmilzt das Unternehmen das Sponsoring von aktuell 500.000 in einem ersten Schritt auf dann rund 300.000 Euro in der kommenden Spielzeit 2017/18 ab und deckelt danach den Bundesliga-Zuschuss auf nur noch 50.000 Euro pro Saison.

Diese Größenordnung stellt das Unternehmen Frauenhandball beim VfL Oldenburg ernsthaft in Frage. Auch Krowicki will innerhalb seiner Mannschaft eine gewisse Unsicherheit wahrnehmen. „Ich kann nicht ausschließen, dass diese widrigen Begleitumstände Einfluss auf die Leistung meiner Spielerinnen nehmen“, erklärt der VfL-Trainer.

Erste Auflösungserscheinungen wollen sowohl Birke als auch Krowicki zwar nicht erkennen, aber beide wissen nur zu gut: Der Kader des VfL verfügt über viele hochbegabte Handballerinnen. Spielerinnen, die für andere Vereine interessant sind und die selbst große Ziele vor Augen haben.

Elf Verträge laufen am Saisonende aus. Nur das deutsche Torfrauentalent Madita Kohorst, die Niederländerin Isabelle Jongenelen sowie die Tschechin Veronika Malá verfügen beim dreimaligen deutschen Pokalsieger über einen gültigen Vertrag bis 2018. „Für uns ältere Spielerinnen ist die Situation ja nicht ganz neu, keiner kann es aber den Spielerinnen verdenken, wenn sie nachdenklich werden“, erinnert Birke, die seit 2005 das grün-weiße VfL-Trikot trägt, an die Beluga-Insolvenz vor sechs Jahren.

Die EWE sprang in die Bresche. „Wir wissen, dass das Engagement von EWE außergewöhnlich war“, betont Stefan Eickelmann, Marketingleiter des VfL, um gleich deutlich zu machen: „So einen großen Sponsor sehen wir nicht. Wir spielen schließlich nicht in der Fußball-Bundesliga, wo der nächste Hauptsponsor nur darauf wartet, finanziell einzusteigen.“

Die VfL-Verantwortlichen setzen nun darauf, dass genügend Unternehmen gefunden werden, die diese beträchtliche Lücke schließen können. „Wir sind in Gesprächen“, heißt es dazu offiziell. Die Aussage von Eickelmann bezieht sich auf neue wie auf die bisherigen Sponsoren.

Die VfL-Macher haben sich bis Anfang Februar eine erste Frist gesetzt. Dann wollen sie klarer sehen. Eine Rückkehr zur Normalität wird es aber wohl nicht mehr geben.

Otto-Ulrich Bals Autor
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