Oldenburg - Der 12. Europapokal-Auftritt des VfL Oldenburg in dieser Saison dürfte zugleich für längere Zeit der vorerst letzte für die Bundesliga-Handballerinnen sein. „Wir würden die Runde natürlich sehr, sehr gern mit einem Sieg beenden“, sagt Trainer Leszek Krowicki vor dem Gastspiel des an diesem Sonntag (16.30 Uhr) in der kleinen EWE-Arena.

Im letzten Spiel der Gruppenphase im EHF-Pokal können sich die VfL-Frauen nicht mehr für die nächste Runde qualifizieren. Der Zug ist abgefahren. Tabellenführer Nantes Loire und Randers HK stehen längst als Viertelfinal-Teilnehmer fest, auch wenn Krowicki felsenfest davon überzeugt ist: „Hätten wir durchweg mit unserer besten Mannschaft antreten können, dann wären wir in dieser Gruppe weitergekommen.“

Hätte, wenn und aber – das Unternehmen Europapokal ist für den VfL Oldenburg erst einmal abgeschlossen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch in der kommenden Saison international starten, ist doch eher gering“, sagt Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL-Bundesliga GmbH, mit Blick auf die wirtschaftlich angespannte Lage beim Bundesligasiebten.

In dieser Saison sind dem VfL im Europapokal Zusatzkosten in Höhe von 100 000 Euro entstanden. Sechs Runden bzw. zwölf Pflichtspiele (einschließlich Sonntag) haben die Oldenburgerinnen in diesem Wettbewerb absolviert. Nach den drei Qualifikationsrunden mit den Partien gegen Herzliya, Fleury und Holstebro (jeweils Hin- und Rückspiel) standen in der Gruppenphase drei weitere Runden mit Hin- und Rückspielen gegen Nantes, Sävehof und eben Randers auf dem Programm.

„Mit 100 000 Euro sind wir noch gut weggekommen. Einmal Russland hin und zurück, und es wird teuer. Aber hallo“, weiß Görgen. Die Reisekosten hielten sich halt in Grenzen. So fuhr die Mannschaft zu den Auswärtsspielen nach Randers und Sävehof mit dem Bus, und auch die Ausgaben für die Flugtickets nach Nantes blieben im Rahmen. Grundsätzlich aber fallen im Europapokal hohe Veranstaltungs-, Reise- und Unterbringungskosten an. Ein Beispiel: In einem EHF-Cup-Heimspiel leiteten zwei Unparteiische aus dem russischen Wolgograd die Partie. Kostenpunkt: 3500 Euro. Der offizielle EHF-Beobachter kam „nur“ aus der Schweiz und schlug mit 1000 Euro zu Buche.

Trainer Krowicki weiß zwar um diese Zahlen, hofft als selbst ernannter Daueroptimist aber auf ein Wirtschaftswunder beim VfL. Sein Ziel bleibt deswegen Platz vier in der Bundesliga – und damit die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb.