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NWZonline.de Das Handwerk

Uhrmacher: Luca Mattis Wehle fasziniert nachhaltiges Uhrmacherhandwerk

12.11.2021

Wiefelstede Das Handwerk hat goldenen Boden, so sagt ein altes Sprichwort, und es erfährt gerade in der aktuellen Zeit wieder eine zusätzliche Wertschätzung. Eine besondere Würdigung hat in diesem Jahr das Uhrmacherhandwerk erhalten: Es wurde von den Experten der Deutschen Unesco-Kommission zum Immateriellen Kulturerbe erklärt.

Auf Auszeichnungen kann auch der 22-jährige Luca Mattis Wehle verweisen. Gleich mehrfache davon hat der Uhrmacherauszubildende in der Wiefelsteder Uhrmacherwerkstatt von Andreas Kunke erhalten. Er wurde 2021 zum Kammersieger bei der Handwerkskammer Oldenburg sowie vor wenigen Tagen zum Landessieger gekürt. Auch die Chancen auf den Titel des Bundessiegers, der Anfang Dezember bekannt gegeben werden soll, stehen nicht gerade schlecht.

Ausbildungsplatz durch Praktikum bekommen

Der 22-jährige Luca Mattis Wehle hat seine Ausbildung bei dem Wiefelsteder Uhrmacher Kunke absolviert und die Lehre mit der Traumnote 1,8 abgeschlossen. Der Auszubildende aus Bad Zwischenahn war sich bereits sehr früh darüber im Klaren, dass sein späterer Berufsweg schon etwas mit Technik zu tun haben sollte. „Neugierig auf technische Zusammenhänge war ich schon als kleines Kind. Als es dann in der Schule darum ging, sich einen Praktikumsplatz zu suchen, habe ich schon genau hingeguckt, welcher Beruf zu meinen Fähigkeiten passt“, so der 22-Jährige. „Und da der Wiefelsteder Uhrmacher Kunke der einzige Be-trieb war, der überhaupt feinmechanische Arbeiten anbot, war klar, wo ich die zwei Wochen verbringen würde.“ Nach dem Schulabschluss ging es auf die Fachhochschule, in dessen Rahmen ein Jahrespraktikum abzuleisten war. „Den Wiefelsteder Betrieb kannte ich ja schon und mein Chef Andreas Kunke war von meiner zuvor gezeigten Leistung wohl überzeugt und so hatte ich den besten Arbeitsplatz, den ich mir vorstellen konnte. Dabei wurde ich auch gleich voll in die Arbeitsabläufe integriert und durfte von Beginn an kleinere Reparaturen an Quarzuhren durchführen.“

Nach dem Schulabschluss hieß es erst einmal für ein paar Monate „Bin dann mal weg!“. Mit Rucksack und einem Drei-Tages-Plan sollte die Reise nach Neuseeland gehen, um nach der Rückkehr die Lehre bei Andreas Kunke zu absolvieren.

Nachhaltigkeit am Produkt Uhr fasziniert

„Der Junge bringt einfach alles mit, was für den Beruf gebraucht wird“, so der Uhrmachermeister Andreas Kunke, „natürlich habe ich ihm auch gleich einen Ausbildungsplatz angeboten.“ Die Ausbildung dauert drei Jahre im dualen System. Der Berufsschulunterricht fand dabei vierteljährlich für jeweils drei Wochen in Hamburg statt. Auf die Frage, was den jungen Mann an seinem Beruf so fasziniert, muss Luca nicht lange nachdenken: „Es ist einfach die Nachhaltigkeit an diesem Produkt und vor allem die Detailarbeit, die mich oft vor Herausforderungen stellt.“

Während der Ausbildung gehörte dazu, ein Uhrwerk auseinanderzunehmen, die möglichen Fehlerquellen zu erkennen und natürlich wieder alles zusammenzusetzen. Ohne sensibles Fingerspitzengefühl und technisches Verständnis geht in dem Beruf gar nichts. Das war dem jungen Mann schnell klar und diese Herausforderungen nahm er gerne auf sich. Nun wird der nächste Berufsschritt angesteuert: die Meisterschule.

Auseinandernehmen, reinigen, reparieren, zusammenbauen

Welcher Arbeitsaufwand bei der Wartung einer mechanischen Uhr erforderlich ist, beschreibt Luca Matti Wehle hier: Die Werkzeuge wie Lupen, Pinzetten, Schraubendreher und Werkhalter – alles in unter-schiedlichen Größen und Ölgeber liegen am sauberen Arbeitsplatz bereit.

Nachdem die Uhr auseinander-genommen wurde, muss das Gehäuse zunächst vorgereinigt werden, um es dann zu öffnen. Dann wird das Uhrwerk mit Zifferblatt und Zeiger ausgebaut. Jetzt wird das Gehäuse komplett zerlegt, gereinigt und bei Bedarf aufgearbeitet und gereinigt. Die Dichtungen müssen ausgetauscht und wieder in das Gehäuse montiert werden. Dann ist das Uhrwerk an der Reihe. Zifferblatt und Zeiger werden abgenommen und das Uhrwerk in seine Einzelteile zerlegt und in eine spezielle Reinigungsmaschine gereinigt. Danach müssen alle Teile unter dem Mikroskop kontrolliert werden, um festzustellen, welche Teile ausgetauscht oder nachgearbeitet werden müssen. Zum Schluss wird das Uhrwerk montiert, geölt, gefettet und reguliert, Zifferblatt und Zeiger gesetzt und das Innenleben in das Gehäuse montiert. Nach 14-tägiger Gangkontrolle wird nochmals alles auf Funktion, Sauberkeit und Wasserdichtigkeit geprüft bis die Uhr dem Kunden übergeben werden kann.

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