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NWZonline.de Handwerksbeilage

Chancen: Erleichterungen für eine Rückkehr in den Beruf

06.02.2015

Bookholzberg – Heute kann die Welt noch in Ordnung sein und schon morgen kann durch eine Krankheit oder einen Unfall alles nicht mehr so sein, wie es war. Diese bittere Erfahrung mussten schon viele Menschen machen, wie auch Sabine Pöller aus Hamm in Westfalen. Die heute 35-Jährige hatte Friseurin gelernt und auch einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Dann wechselte sie ihre berufliche Tätigkeit und arbeitete als Elektromonteurin in der Produktion und das in Wechselschicht.

Im Sommer 2013 bekam sie die ärztliche Diagnose: Diabetes. Ihr Arzt riet ihr dringend ab, mit dieser Krankheit in eine Nachtschicht zu gehen. Das bedeutete, dass sie sich beruflich neu orientieren musste. „Die Deutsche Rentenversicherung Münster riet mir, wieder zu „meinen Wurzeln“ zu gehen. Da ich schon immer gerne Kosmetikerin werden wollte, stand meine Berufswahl fest.

Allerdings gab es in Nordrhein-Westfalen keine zweijährige Berufsausbildung zur Kosmetikerin. So bin ich zum Berufsförderungswerk (BFW) Weser-Ems nach Bookholzberg in die Gemeinde Ganderkesee gekommen“, berichtet Sabine Pöller. Im Mai 2014 machte sie zunächst eine einwöchige Arbeitserprobung.

Seit Juni 2014 durchläuft sie die zweijährige Ausbildung zur Kosmetikerin. Mit Sabine Pöller lernen noch weitere 15 Teilnehmerinnen diesen Beruf und werden ihre Abschlussprüfung nach zwei Jahren vor der Handwerkskammer ablegen.

Dass Menschen wie Sabine Pöller wieder einen beruflichen Neuanfang starten können, dafür sind die zahlreichen Berufsförderungswerke in Deutschland zuständig. Das BFW Weser-Ems in Bookholzberg wurde 1946 gegründet und versteht sich heute als Dienstleistungsunternehmen im sozialen Bereich. Aufgabe des BFW ist die berufliche Rehabilitation und Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Die Rückkehr in das Berufsleben steht hierbei absolut im Mittelpunkt. Der Träger des BFW ist die Stiftung des Landes Niedersachsen, der auch das Berufsförderungswerk in Bad Pyrmont angehört. Allein im BFW Weser-Ems in Bookholzberg sind etwa 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tätig und aktuell ca. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Ausbildung.

Das BFW bietet unterschiedliche Maßnahmen an, um für alle Teilnehmer eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Dazu gehört die Berufsfindung für diejenigen, die noch keine konkreten Vorstellungen haben. Das Angebot im BFW Bookholzberg umfasst 20 Umschulungsberufe sowie kürzere Vermittlungsmaßnahmen und individuelle Teilqualifizierungen. In einem Reha-Vorbereitungslehrgang wird dann das schulische Wissen aufgefrischt.

Die eigentliche Ausbildung dauert zwei Jahre, wobei hier ein Praktikum in einem Betrieb enthalten ist. Dieses Praktikum kann zwischen sechs und elf Monaten dauern. „Oft können wir unsere Auszubildenden wieder an die Betriebe vermitteln, in denen sie ihr Praktikum gemacht haben. In der Integration und der Vermittlung müssen wir vom BFW gut sein. Dazu haben wir Experten, die ständigen Kontakt mit den Arbeitgebern haben“, berichtet Dipl.-Ing. Hartmut Kostens vom BFW in Bookholzberg.

Bei persönlichen Problemen während der Ausbildung stehen Sozialarbeiter, Psychologen und Ärzte den Teilnehmern unterstützend zur Seite. Für alle, die wie Sabine Pöller auch ihren Wohnsitz nicht in unmittelbarer Nähe haben, ist ein Internat mit 300 Einzelzimmern dem BFW angeschlossen. Grundlage der gesamten Maßnahmen zur Wiedereingliederung ins Berufsleben ist die Sozialgesetzgebung. Diese Maßnahmen werden im Auftrag der Rehaträger Rentenversicherung, Agentur für Arbeit und Berufsgenossenschaft durchgeführt.

Der ganz große Teil der Teilnehmer im BFW Weser-Ems ist dankbar für die Chance, die ihnen geboten wird. „Wenn die Tür einmal offen ist, muss man dafür sorgen, dass sie nicht wieder vor einem, sondern erst hinter einem schließt“, so eine ehemalige Teilnehmerin im BFW.

Dirk Wieting

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