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Tipps Fachkräfte – das knapper werdende Gut

Region - Sie wird immer größer, die Lücke zwischen freien Stellen in Handwerksbetrieben und der Anzahl geeigneter Bewerber. „Fachkräftemangel“ lautet das Stichwort, das Betriebsinhaber unruhig werden lässt. Sicher ist, dass aufgrund der niedrigen Geburtenraten in Zukunft immer weniger Jugendliche in den Arbeitsmarkt eintreten werden. Das stellt die Arbeitgeber aus dem Handwerk vor eine große Herausforderung. Sie müssen jetzt handeln, um sich ihre Fachkräfte für morgen zu sichern. Um dies zu realisieren, gibt es verschiedene Stellschrauben und Handlungsfelder, die angepackt werden können:

Attraktivität des Arbeitgebers – „Employer Branding“

Schon jetzt ist die Situation so, dass nicht mehr die Unternehmen unter vielen Bewerbern auswählen können, sondern die Bewerber in der Position sind, sich das Unternehmen in dem sie arbeiten wollen, aussuchen zu können. Hier müssen Handwerksbetriebe punkten, um aus der Masse herauszustechen und sich eventuell gegen Industrieunternehmen durchsetzen zu können.

Bei der Entscheidung für eine Arbeitsstelle zählen längst nicht mehr nur das Gehalt oder der gute Name einer Firma, sondern auch die „weichen Faktoren“ eines Unternehmens. Dazu gehört zum Beispiel das Betriebsklima oder die Familienfreundlichkeit. Jeder Betriebsinhaber sollte sich deshalb fragen „Was macht mein Unternehmen besonders? Was kann ich Arbeitnehmern bieten, was sonst keiner kann?“ Diese Merkmale, die jedes Unternehmen ausmachen, sollten zum Beispiel auf einer professionellen Internetseite präsentiert und in der Stellenausschreibung genannt werden.

Auszubildende – die Fachkräfte von morgen

Die beste Methode gegen den Fachkräftemangel von morgen ist, heute eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu leisten. Aufgrund zunehmend komplexer Aufgaben und steigender Anforderungen brauchen Unternehmen mehr denn je gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die genau die Fertigkeiten beherrschen, die das Unternehmen benötigt.

Außerdem sind Auszubildende aus dem eigenen Betrieb schon mit den Prozessen, Produkten, Kunden und Lieferanten bekannt. Die Einarbeitungszeit bei einer Übernahme als Geselle kann also wesentlich kürzer ausfallen als bei einer externen Fachkraft.

Qualifizierung von Mitarbeitern

Nicht nur Auszubildende, auch Gesellen und Meister können und wollen noch vieles lernen und sich weiterqualifizieren. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist es essenziell, gerade die Leistungsträger und ihr Wissen im eigenen Betrieb zu halten. Dies gelingt durch eine gezielte Personalentwicklung, in der die Potenziale und Bedürfnisse der Mitarbeiter ermittelt werden. Über Weiterbildungen können diese Potenziale dann ausgebaut und gefördert werden. Die Mitarbeiter werden motiviert und angespornt und bleiben dem Betrieb lange als qualifizierte Fachkräfte erhalten.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bereits heute zeichnen sich viele kleine und mittlere Unternehmen durch besonders familienfreundliche Arbeitszeiten und Organisationsstrukturen aus. Dies ist ein Wettbewerbsvorteil mit dem Handwerksunternehmen punkten können, indem eine Unternehmenskultur gefördert wird, die erwerbsfreie (Familien-)Phasen bzw. reduzierter Arbeitszeiten bewusst unterstützt und nicht als Nachteil im Betriebsablauf oder in der Karriereentwicklung versteht.

Für konkrete Maßnahmen können beim Landesjugendamt oder beim kommunalen Jugendamt auch finanzielle Förderungen beantragt werden. Folgende Maßnahmen können Unternehmen zum Beispiel in Angriff nehmen: Unterstützung der Beschäftigten bei der Kinderbetreuung, Notfallbetreuung, Unterstützung der Beschäftigten bei der Pflege von Angehörigen, aktive Gestaltung der elternzeitbedingten Abwesenheit etc.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Nur gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind auch gute Mitarbeiter, die lange für das Unternehmen da sind.

Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern, sind Aufbau und Erhalt gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen eine wichtige Basis. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst die Bereiche des Gesundheits- und Arbeitsschutzes, des betrieblichen Eingliederungsmanagements sowie der Personal- und Organisationspolitik. Sie schließt alle im Betrieb durchgeführten Maßnahmen zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen ein.

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