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NWZonline.de Handwerksbeilage

Fleischerhandwerk: Integration durch Ausbildung – ein Gewinn für alle!

09.02.2018

Ermir Qejavani flüchtete vor etwa 2½ Jahren mit seiner schwangeren Frau und zwei Töchtern (heute 10 + 9 Jahre) Jahren nach Deutschland. In seinem Heimatland Albanien erschien es ihm aussichtslos, seine Familie zu ernähren bzw. seinen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Die Perspektivlosigkeit war für ihn und seine Frau unerträglich geworden, obwohl er immerhin die letzten 9 Jahre einen Job hatte. Als Security-Mann eines Casinos verdiente der heute 32-Jährige im Monat etwa 250 Euro. Davon mussten 100 Euro Miete bezahlt werden, den Rest verschlangen die Kosten für die Lebenshaltung. Essen (Nahrungsmittel) ist in Albanien teurer als hier, sagt er und dass es in der Schule kein Englisch gibt. So etwas muss man privat bezahlen. Die Familie kam in dem Asylheim auf dem Fliegerhorst Oldenburg unter.

bbf sustain vermittelt internationale Azubis

Den Flüchtlingen von den Balkanländern, aus „sicheren Herkunftsländern“, standen keine Sprachfördermaßnahmen zu. Zu seinem Bedauern „passierte nichts, monatelang“. Im Mai 2017 drohte dann die Abschiebung. Eine Integrationshelferin stellte „in letzter Minute“ den Kontakt zu dem Oldenburger Bildungsunternehmen bbf sustain her. Deren Programm „AusbildungsVerbund International“, in dem aktuell 60 internationale Azubis aus 11 Nationen ausgebildet werden, eröffnete dem mittlerweile dreifachen Familienvater eine einmalige Chance.

Die Basis bildet der 2016 neugeregelte § 60a Absatz 2 Satz 4 AufenthG. Danach haben Personen, deren Asylantrag negativ entschieden wurde, einen Anspruch auf Erteilung einer Duldung, wenn sie eine Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf in Deutschland aufnehmen oder aufgenommen haben.

Kooperationspartner im regionalen Handwerk und Handel

Die Stadt-Fleischerei Bartsch ist schon viele Jahre Kooperationspartner von bbf sustain. In dem familiengeführten Handwerksbetrieb wird seit jeher großer Wert auf Ausbildung gelegt: In über 50 Jahren des Bestehens wurden hier knapp 300 Auszubildende in 4 verschiedenen Berufen ausgebildet. Auch Geschäftsführer Martin Bartsch hat die Problematik einer immer geringeren Bewerberanzahl. Die Fachkräftesituation bezeichnet er als schwierig. Nicht die beiden einzigen Gründe, warum er sich mit großem Engagement einer erfolgreichen Integration von Flüchtlingen widmet.

Martin Bartsch findet mit Flüchtlingen neue Fachkräfte

Auf Impuls von bbf sustain hin ermöglichte er Ermir Qejavani ein Praktikum. „In diesen zwei Monaten zeigte er sich sehr zuverlässig“, so Martin Bartsch. Er gab dem Familienvater einen Ausbildungsplatz und stellt ihm darüber hinaus eine Firmenwohnung zur Verfügung. „Ich liebe die Arbeit mit dem Fleisch“, sagt Ermir Qejavani, der erst seit Beginn der Ausbildung auch Sprachunterricht bekommt. Darum kümmert sich bbf sustain, der eigentliche Arbeitgeber, ebenso wie um Formalitäten und Behördengänge oder Nachhilfe für die Berufsschule. Als „Feel good“-Manager organisieren die Mitarbeiter von bbf sustain sogar Treffen und gemeinsame Ausflüge für ihre „Schützlinge“.

Ermir Qejavani weiß die Unterstützung zu schätzen: Das Berufsschulprogramm und die sprachliche Barriere sind die größten Hürden, die er nehmen muss. Obwohl er in Albanien 9 Jahre zur Schule gegangen ist, scheitert er an den Textaufgaben in Mathematik. Der dreifache Familienvater lässt jedoch keine Zweifel an seiner Motivation aufkommen. „Schon jetzt gibt es nur Gewinner“, freut sich Martin Bartsch und hofft, dass sein Schützling auch nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung und Übernahme eine reelle Chance hat, unbefristet in Deutschland zu bleiben, um als gut ausgebildete Fachkraft seiner Familie eine neues Leben aufzubauen.


Mehr Infos unter   www.bbf-sustain.de 
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