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NWZonline.de Handwerksbeilage

Heiztechnik: Nachhaltig: Heizen mit erneuerbaren Energien

14.02.2020

Fossile Energieträger stehen bei den Deutschen aktuell noch ganz oben auf der Liste: Knapp die Hälfte nutzt laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Erdgas, rund ein Viertel Öl. Besonders Ölheizungen erzeugen demnach enorme Mengen an CO2 und sollten kurzfristig ganz verschwinden. Auch Gasheizungen bieten nur mittelfristig eine Alternative.

Brennwert- statt Heizwert-Technik

Der Fokus sollte sich daher auf regenerative Energien richten. Damit kennt sich Erhard Lamberti, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg, bestens aus. Der Meister im Gas- und Wasserinstallateur- sowie im Zentralheizungs- und Lüftungsbau-Handwerk hat in seinem Betrieb in Oldenburg tagtäglich mit solchen Themen zu tun. „Der erste Schritt sollte sein, seine Heizung auf Brennwerttechnik umzustellen“, betont er. „Das ist enorm wichtig und hat schon einen großen Effekt.“ Denn dabei werde, im Gegensatz zur Heizwerttechnik, nahezu die komplette Energie des eingesetzten Brennstoffs genutzt.

Trend zu Wärmepumpen

Ein Trend und auch enorm wirkungsvoll seien Wärmepumpen. Diese erzeugen aus einem Kilowatt Strom und mit bis zu vier Kilowatt Umweltenergie fünf Kilowatt Wärmeenergie. „Natürlich ist es sinnvoll, hierfür dann auch grünen Strom zu verwenden“, sagt Erhard Lamberti, der viel von Wärmepumpen hält, jedoch auch darauf hinweist, dass die Gegebenheiten passen müssen. „In alten Gebäuden ist die Systemtemperatur teilweise zu hoch. Die Wärmepumpe muss dadurch mehr arbeiten und verbraucht so auch mehr Energie – somit ist der Wirkungsgrad schlechter.“ Bei Neubauten sei es aber in den meisten Fällen eine sinnvolle Anlage. Im vergangenen Jahr gab es laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie einen Absatz von rund 90.000 Wärmepumpen in Deutschland. Mit einem Marktanteil von etwa 13 Prozent setze sich das dynamische Wachstum dieser Technologie weiter fort.

Blockheizkraftwerke mit besseren Energiewerten

Ein weiteres modernes Heizsystem sind Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese produzieren nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, sondern auch Strom. Ein BHKW erzeugt Strom, wobei viel Abwärme entsteht. Diese wird zur Heizung und Warmwasserbereitung genutzt. Das macht sie auch so effizient, denn während herkömmliche Stromerzeuger nur rund 40 Prozent der im Brennstoff gespeicherten Energie nutzen, sind es bei den BHKWs rund 90 Prozent. Der Einsatz in Einfamilienhäusern sei jedoch nicht immer sinnvoll, wie Erhard Lamberti betont: „Da sehr viel Abwärme entsteht, muss diese auch genutzt werden. Meist heizt man aber nur einige Monate im Jahr. Dann ist die Frage: Wohin mit der Wärme?“ In größeren, öffentlichen Gebäuden wie Hotels oder Altenheimen sind BHKWs meist eine gute Alternative.

Holz als klimaneutraler Brennstoff

Auch die Nutzung von Holz sei eine gute Möglichkeit, auf regenerative Brennstoffe umzusteigen. Eine Holzheizung hat einen hohen Wirkungsgrad. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – angefangen bei klassischen Kaminen bis hin zu vollautomatischen Pellet- oder Hackschnitzelkesseln. Die Kosten sinken, und die Umweltbilanz steigt, denn beim Verbrennen erzeugt das Holz so viel CO2 wie der Baum im Laufe seines Lebens bereits abgebaut hat. „Ökologisch sinnvoll ist es jedoch nur, wenn Holz aus heimischen Wäldern verwendet wird“, betont Lamberti.

Investition lohnt

„Allgemein ist die Nachfrage nach regenerativen Möglichkeiten zur Strom- und Wärmeerzeugung groß“, sagt der Obermeister. „Viele schrecken jedoch vor den recht hohen Investitionskosten zurück.“ Bei der Anschaffung müssen man zwar viel Geld in die Hand nehmen, spare aber später durch geringere Betriebskosten. Zudem gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. „Man kann es aber auch als Wertanlage sehen“, sagt Erhard Lamberti. „Mit einer Solaranlage auf dem Dach hat man sein Geld gut angelegt, steigert den Wert der Immobilie und spart bei den alltäglichen Kosten.“

Qualifizierte Fachberatung nutzen

Welche der umweltfreundlichen Alternativen für wen sinnvoll sind und was es für Fördermöglichkeiten gibt, dazu sollte man sich jedoch unbedingt beraten lassen. „Es kommt immer auf die äußeren Umstände, die Lebensweise der Bewohner und weitere Aspekte an“, sagt Lamberti. „Daher kann man keine pauschale Empfehlung aussprechen. Es lohnt sich aber in jedem Fall, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

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