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Integration Zwei Migranten auf dem Weg zu Facharbeitern

Eilert Freese

Das Handwerk will dazu beitragen, Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive die Integration in Deutschland zu erleichtern. Das niedersachsenweite Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA) wurde bis zum 31. Dezember 2022 neu bewilligt und steht als Beratungsprojekt sowohl Betrieben als auch Geflüchteten bei der Integration zur Seite.

Offen gegenüber ausländischen Mitarbeitern.

Der Malerei- und Gerüstbaubetrieb Schwarz in Petersfehn (Gemeinde Bad Zwischenahn) war immer schon sehr offen gegenüber ausländischen Mitarbeitern. Seit August 2018 beschäftigt der Betrieb zwei Migranten: Mohammadi Rashid (19) aus Afghanistan und Ebrima Njie (22) aus dem Senegal sind beide im zweiten Lehrjahr und machen eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. „Die beiden sind sehr engagiert und werden sicher die Ausbildung gut abschließen“, so Arne Schwarz, Geschäftsführer des Ammerländer Handwerksbetriebes. Außerdem seien die beiden jungen Männer sehr hilfsbereit anderen Menschen gegenüber und äußerst höflich, bestätigt Schwarz. „Sie wollen ihr Leben hier in Deutschland gestalten und sehen die Ausbildung bei uns als große Chance an“, weiß Arne Schwarz. Mohammadi Rashid und Ebrima Njie wissen um den Wert einer Ausbildung in Deutschland. „In ihren Ländern müssen sie teilweise noch dafür bezahlen, während sie bei uns zur Ausbildung auch noch ein Gehalt während der Zeit bekommen“, so der junge Unternehmer. „Für unsere beiden Migranten ist es nicht nachvollziehbar, dass einige Mitschülerinnen und Mitschüler diese berufliche Chance nicht vollkommen ausschöpfen und eine Lehre sogar abbrechen“, wundert sich auch Schwarz.

Die deutsche Sprache ist wichtig

Arne Schwarz hält das Erlernen der deutschen Sprache für unerlässlich und meint, dass sie das wichtigste Element für eine funktionierende Integration sei. „Im häuslichen Bereich sollen die Geflüchteten ihre Muttersprache sprechen und ihre Kultur leben, aber in der Firma wird ausschließlich hochdeutsch gesprochen“, hält der Geschäftsführer für wichtig. Ohne die deutsche Sprache könnten sich keine Freundschaften bilden. Schwarz bedauert, dass es hierfür nicht genügend Hilfsangebote auf dem Markt gibt. Er fordert deshalb auch eine elektronische Unterstützung im Unterricht und vor allen Dingen bei Prüfungen. Die Prüfungsfragen seien oft auch für deutsche Auszubildende sehr kompliziert formuliert. Da würde ein elektronischer Sprachübersetzer sehr hilfreich – sowohl für die Menschen aus dem Ausland als auch für deutsche Auszubildende – sein.

Projekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ (IHAFA)

Dass die Bundesregierung so hilfreich bei der Überführung der flüchtenden Menschen war, hält Schwarz für sehr gut. „Nur danach ist noch nicht alles ausgeschöpft worden, was notwendig ist“, hat er festgestellt. Viele Fragen seien auch bei den Behörden nicht geklärt. Arne Schwarz hat sich mehr Unterstützung seitens der Behörden gewünscht. Hussein Kerri, Integrationsbeauftragter beim Projekt „Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ (IHAFA) der Oldenburger Handwerkskammer, konnte ihm sehr gut weiterhelfen, wenn es um die besondere Ausbildungsvergütung und andere Fragen ging. Bei Mohammadi Rashid aus Afghanistan ist die Sache einigermaßen klar. Während seiner Ausbildung ist ihm der Wohnsitz Deutschland sicher. Bei Ebrima Nije mussten einige Hürden genommen werden. Mit Hussein Kerri konnten hier Lösungen gefunden werden. Und trotzdem ist das Risiko, nach der Ausbildung wieder abgeschoben zu werden, immer da. „Die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern mit einer hohen Bleibeperspektive ist eine große Aufgabe für uns“, so Kerri. „Jetzt sind wir in der Phase, diese Auszubildenden erfolgreich durch die Berufsausbildung zu begleiten“, sagt er „Wir unterstützen die Geflüchteten als Mentoren und die Betriebe mit praktischen Hilfen bei der erfolgreichen Umsetzung der Ausbildung“, so Kerri weiter. Das Projekt wird noch bis Ende 2022 fortgesetzt.

Große Bereitschaft der Handwerkskammer zur Unterstützung

Die große Bereitschaft der Handwerksbetriebe im Oldenburger Land, Flüchtlingen durch eine Praktikums-, Ausbildungs- bzw. Arbeitsstelle bei der Integration zu unterstützen, zeigt das hohe Verantwortungsbewusstsein des Handwerks gegenüber dieser Aufgabe. Knapp 350 Menschen aus den nichteuropäischen Hauptflüchtlingsländern machen zurzeit eine handwerkliche Ausbildung im Kammerbezirk Oldenburg.

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