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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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NWZonline.de Handwerksbeilage

Nils und Jonas sammeln Erfahrung in Nord-Irland

15.02.2019

Ein vierwöchiges Praktikum innerhalb der Ausbildungszeit im Ausland zu verbringen, in diesen Genuss kommt nicht jeder Auszubildende in seiner Lehrzeit. Insofern war der Aufenthalt von Nils Kern und Jonas von Döllen quasi das Tüpfelchen auf dem „I“. Möglich wurde dieses über die Kreishandwerkerschaft mit Kontakt zu einer Agentur in Nordirland, die auch die Betriebsstätten vermittelte. „Das ist keine Regel, sondern eine Auszeichnung für gute Laune und gute Leistung bei der Arbeit und für den weiteren Bildungsweg“, sagte Dipl.-Ing. Ingo Hermes im Gespräch über das Auslandspraktikum.

Einmal im Jahr lädt das Unternehmen ihren Nachwuchs zu zweitägigen Aktionen ein wie z. B. dem Sport- und Verhaltensseminar in Bremen. Ingo Hermes: „In der Ausbildung einmal nach rechts und links schauen, halten wir für sehr wichtig.“

Für Nils und Jonas, beide 19 Jahre jung, waren die vier Wochen in Nord-Irland schon eine besondere Erfahrung. Rund einen Monat in einem fremden Land, zentral untergebracht mit sieben anderen Mitstreitern aus Italien, Spanien und Arabien, Verständigung in fremder Landessprache und ein Auf-sich-Selbstgestellt-Sein, was Essen und Kleidung anging, stellte schon besondere Voraussetzungen.

„Sonst kam man nach Hause, dass Essen war gekocht, die Wäsche gewaschen. Alles selbstverständlich“, sagte Jonas von Döllen. „Heute betrachtet, war das ein Stück Lebenserfahrung und das Lernen von Eigenständigkeit.“ Ähnlich sieht es auch Nils, der sich freute, Menschen andere Nationalität im Alltag kennengelernt zu haben. Sein Urteil: „Die Iren sind nett, offen und auch humorvoll. Auch bei der Arbeit und bei der Einführung in die Aufgabengebiete.“

Apropos Arbeit: Gearbeitet wurde nach der einwöchigen Sprachkurs-Einführung in den restlichen drei Wochen natürlich auch. Nils Kern war in Belfast bei der Firma Elektric Lisburn tätig. Ein Betrieb, der sich mit der Automation und dem Service von Schranken und Parkplatzeinrichtungen beschäftigt. „Da konnte ich auch richtig mit anpacken. Meist im Außendienst. Morgens ging es mit einem Mitarbeiter in den Service. Defekte, automatisch angetriebene Schlagbäume mussten repariert werden. Alte Automationsanlagen gegen neue ausgetauscht werden“, so Nils.

Jonas von Döllen kam bei der Firma Northern Ireland Technology-Center unter. Ein Forschungsbetrieb in der Nähe von Belfast für Anlangen nach Wünschen der Kunden aus Industrie und Handel. „Hier werden Maschinen und Anlagen nach den Kundenvorgaben entwickelt. In einem Fall ging es um einen Betrieb aus der Milchwirtschaft. Für die sollte automatisiert Käse-Blöcke entsprechend zerteilt werden. Ich beschäftigte mich mit dem Entwickeln eines ,Stammbaumes‘, also dem Erstellen von Abläufen für die Sicherheit.

Ausbildung zum Elektroniker Automatisierungstechnik

Arbeiten, deren Grundlagen Nils und Jonas in Wildeshausen bei Hermes Systeme gelernt hatten. „Die Ausbildung zum Elektroniker Automatisierungstechnik umfasst Grundlagen der Sicherheit, mathematisches Verständnis, Gebäude- und Anlagentechnik mit der Steuerung technischer Abläufe und Maschinen. Die Lehrzeit beträgt dreieinhalb Jahre“, erklärte dazu Ingo Hermes.

Insgesamt beschäftigt Hermes Systeme rund 30 Auszubildende. Pro Jahrgang fünf bis sechs Elektroniker, ein bis zwei in der Verwaltung, zurzeit einen IT-Azubi. All das sieht Ingo Hermes als gute Investition in die Zukunft. „Die Hoffnung ist natürlich, dass von den Gesellen, die durchweg mit gutem Abschluss ihre Ausbildung beenden, später auch viele weiter bei uns arbeiten“, sagte Hermes. Außerdem sei Ausbildung Pflicht für jedes Unternehmen. Woher sonst sollen die benötigten Fachkräfte kommen? Die Aussage, keine geeigneten Schulabgänger zu finden, sei aus seiner Sicht vorgeschoben. Ausbildung erfordert auch Begleitung und Arbeitskraft und die muss der Betrieb bereitstellen. Letztendlich auch eine gewisse Kostenfrage.

Handwerk mit Zukunft

Auch der ehemalige Realschüler Nils Kern hat einen Vertrag als Geselle erhalten. „Bis zum Sommer werde ich weiter hier arbeiten. Danach möchte ich die Fachoberschule in Wildeshausen besuchen. Vielleicht auch ein Studium in Fachrichtung Maschinenbau anschließen.“ Seine Zukunft sieht der frisch gebackene Geselle in Berufen dieser Fachrichtung.

Das sieht auch Jonas von Döllen so, ebenfalls mit Realschulabschluss. „Die Zukunftsaussichten sind in der Elektronik am vielversprechendsten.“ Wie Nils hat auch er einen Gesellenvertrag erhalten. Doch der wird pausieren. Mitte Februar geht es mit einem Freund in Richtung Australien. Vier Monate wollen die beiden das Land, aber auch die beruflichen Chancen und Möglichkeiten erkunden und ausloten.

„Nach dem Einleben und etwas Urlaub habe ich vor, bei Firmen im Automatisierungsbereich vorzusprechen und zu arbeiten. Ob und wie das klappt, wird sich zeigen“, stellt sich Jonas wiederum neuen Herausforderungen. Auf seiner beruflichen Karriereleiter sieht er als nächstes Ziel die Meisterprüfung nach dem Australientrip.

Für Ingo Hermes scheint also zumindest im Fall Jonas die Rechnung aufzugehen. Wenn er in seinem Ausbildungsbetrieb bleibt, dürfte er schnell zu wichtigen, verlässlichen Mitarbeiter werden.

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