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NWZonline.de Handwerksbeilage

Tischler: Nach dem Abitur Start ins Handwerk

08.11.2016

Nach dem Abitur grübeln viele junge Menschen über die schwierige Frage: Was mache ich jetzt? Die Mehrzahl denkt dabei nicht an eine Karriere im Handwerk. Handwerk mit Abitur – diese Kombination ist eher selten. Dabei sagt schon der Volksmund: „Handwerk hat goldenen Boden“.

Praktisch arbeiten

Der 19-jährige Torben Maskow aus Delmenhorst hat in diesem Sommer sein Abitur gemacht. „Ich wollte lieber praktisch arbeiten, anstatt bei einem Studium weiter die Schulbank zu drücken.“ Torben informierte sich im Internet über in Frage kommende Berufe: „Was interessiert mich? Was kann ich auch zu Hause gebrauchen?“ Tischler, das konnte er sich vorstellen. Noch während seiner Schulzeit machte er ein Praktikum bei der Bau- und Möbeltischlerei von Seggern in Delmenhorst. „Wir stellen jedes Jahr einen Auszubildenden ein, dann haben wir pro Ausbildungsjahr immer einen Auszubildenden. Bevor wir aber jemanden einstellen, muss er bei uns ein Praktikum machen. Beide Seiten sehen dann, ob es passen könnte“, erklärt Tischlermeister Rainer von Seggern, der sich vor 17 Jahren mit seiner Tischlerei selbstständig gemacht hat.

Entschluss nicht bereut

Torben Maskow ist inzwischen seit gut drei Monaten in der Ausbildung und hat seinen Schritt bisher noch zu keiner Sekunde bereut. „Kein Tag ist hier wie der andere, immer lerne ich etwas dazu, ob in der Werkstatt oder auf Montage bei unseren Kunden“, berichtet er. Die Kunden sind von dem Auszubildenden begeistert: „Dieser junge Mann ist ja ein Glücksgriff für die Firma!“ Was nach seiner Ausbildung kommt, darüber ist sich Torben Maskow noch nicht ganz im Klaren. Aber: „In jedem Fall möchte ich bei diesem Berufsbild bleiben.“

Wechsel aus Studium

Sein Kollege Jonas Brinkmann (23) ist im dritten Lehrjahr und hatte nach dem Abitur zunächst mit einem Studium für Betriebswirtschaft und Sportmanagement in Künzelsau begonnen. Nach fünf Semestern machte er sich Gedanken, ob dieses Studium für ihn der richtige Weg ist. Zwischen Abitur und Studium und auch in den Semesterferien arbeitete Jonas in der Tischlerei von Seggern. „Das hat mir immer großen Spaß gemacht.“ Auch Inhaber Rainer von Seggern war von der Aushilfskraft immer ganz begeistert: „Ich war immer traurig, wenn Jonas wieder zum Studium musste.“

Im Herbst 2014 entschied sich Jonas, der Uni den Rücken zu kehren und eine Ausbildung zum Tischler zu machen. Rainer von Seggern war begeistert und klärte alle Formalitäten u.a. mit der Schule, weil Jonas ja ein halbes Jahr später mit der Ausbildung beginnen würde, die damit „nur“ 2 ½ Jahre dauern würde.

Vielseitiger Beruf

Im Januar 2015 wechselte Jonas Brinkmann vom Hörsaal in die Tischlerei. „Ich habe mich schon geärgert, warum ich nicht gleich die Ausbildung gemacht habe. Der Beruf des Tischlers ist äußerst vielseitig, man hat es immer mit unterschiedlichen Bausituationen und Holzmaterialien zu tun“, schwärmt er. In jedem Fall sieht er seine Zukunft in diesem Beruf und am liebsten würde er auch als Geselle und später als Tischlermeister in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb bleiben.

Viel in Bewegung

„Ich habe Spaß an körperlicher Arbeit“, so Jonas Brinkmann. Auch privat mag er die körperliche Betätigung, wenn er zum Beispiel mit dem Fahrrad von Delmenhorst nach Dangast fährt, „nur“ um ein Fischbrötchen zu essen. Neben Torben und Jonas macht Isabelle Kowalsky (18) ebenfalls eine Ausbildung bei der Tischlerei von Seggern. Nach ihrem Abschluss an der Realschule stand für sie nie ein Job im Büro zur Diskussion. Während ihrer Schulzeit machte sie ein Praktikum in einer Kfz-Werkstatt, in einem Betrieb für Feinwerkmechatronik und in einer Tischlerei, wobei ihr letzteres am meisten zusagte. „Ich habe diesen Schritt nie bereut. Dieser Beruf macht mir sehr viel Spaß, auch wenn er körperlich manchmal anstrengend ist“, sagt sie. Zurzeit ist sie im zweiten Ausbildungsjahr. „Vielleicht gehe ich danach in den Bereich Inneneinrichtung.“

Handwerk hat goldenen Boden – mehr denn je

Ob Isabelle, Torben oder Jonas – alle drei empfehlen Schülern, die vor dem Schulabschluss stehen, in jedem Fall bei der Berufswahl über einen Handwerksberuf nachzudenken. „Handwerk hat goldenen Boden“, und das heute mehr denn je.

Dirk Wieting

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