Wildeshausen - „Elektrik hat für mich mehr Zukunft“, ist sich Richard Stark, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei Konrad Kramer Elektro-Heizung-Sanitär, sicher. „Mehr Zukunft als die Kfz-Branche“, fügt er hinzu. Deshalb zog der Wildeshauser auch die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Energie- und Gebäudetechnik der des Kfz-Mechatronikers vor.
Richard hatte vor dem Antritt seiner Lehrzeit die Qual der Wahl. Von sieben angeschriebenen Stellen erhielt er für zwei die Zusage für eine Lehre. Schließlich schloss er den Vertrag mit Lehrherr Conrad Kramer jun., ein Entschluss, den er bis heute nicht bereut hat.
Für Richard Stark kann es bei der Arbeit gar nicht kniffelig und kompliziert genug werden. Wenn es ums Nachdenken bei den schon komplexeren Kreuzschaltungen von Lichtkreisen geht, fühlt sich der Auszubildende im dritten Lehrjahr genau in seinem Element. „Das Verdrahten von Schaltern ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen“, sagt der Wildeshauser, und weiter: „Heute konnte ich alleine eine Decke in einem Anbau verkabeln. Das macht dann schon Spaß.“
Daneben fallen alle Arbeiten vom Packen der Firmenwagen bis zu Handlanger-Tätigkeiten an. Wie heißt es doch im Volksmund dazu: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“
Zur Berufsschule geht es wöchentlich in die Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen. Dort werden Themen wie Elektromotoren oder Antennentechnik erklärt und vermittelt, zum Teil ergänzende Arbeitsfelder neben der Arbeit im Betrieb. Aufgabenstellungen, die für Richard Stark gerade recht kommen, denn nach der Lehre möchte er direkt zur Meisterschule gehen und nach zwei Jahren Schulbankdrücken den Meisterbrief in der Hand halten. Das ist heute möglich. Früher mussten zunächst drei Gesellenjahre absolviert werden.
Ehrgeizige Ziele des Noch-Auszubildenden, der im Januar seine Gesellenprüfung ablegen möchte. Daneben bleibt aber dann auch nicht mehr viel Freizeit. „Ich habe wenig freie Zeit. Allerdings besuche ich immer regelmäßig das Fitnessstudio. Das muss ein“, erzählt Richard weiter.
Neben Richard Stark bildet der Betrieb Kramer noch einen weiteren Auszubildenden im Elektro-Handwerk aus. Dazu kommt ein weiterer Azubi im Heizungs- und Sanitärbereich. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildungszeit in der Summe.
