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NWZonline.de Handwerksbeilage

bestatterhandwerk: Als Bestatter Abschiede gestalten

20.11.2020

Oldenburg Jede Trauerfeier ist einmalig und mangelnde Qualität ist nicht wieder gutzumachen. Der Beruf des Bestatters ist eine sehr sensible Aufgabe und erfordert neben dem Umgang mit Tod und Trauer auch großes Einfühlungsvermögen. Daher ist die Ausbildung von Nachwuchskräften von größter Wichtigkeit. Einer dieser Ausbildungsbetriebe ist das Bestattungsinstitut Otto Osterthum in Oldenburg. Bestattermeister Jan Ole Osterthum gibt einen Einblick in die Ausbildung eines Bestatters.

Sie waren der erste Bestattungsmeisterbetrieb nach Handwerksordnung in Oldenburg. Wie viele junge Menschen haben bei Ihnen bisher die Ausbildung zur „Bestattungsfachkraft“ gemacht?

Unser Vater Claus Osterthum hat mit der Einführung der Ausbildungsordnung für Bestattungsfachkräfte im Jahr 2003 begonnen, jungen Menschen diesen schönen Beruf näher zu bringen und hat insgesamt fünf Auszubildende erfolgreich in das Handwerk eingeführt. Seitdem ich den Bestattermeister nach Handwerksordnung im Jahr 2012 erfolgreich abgelegt hatte, sind wir diesen Weg weitergegangen und haben ebenfalls fünf weitere Auszubildende beschäftigt.

Was hat sich im Laufe der Jahre geändert?

Der Ausbildungsberuf wurde von hochmotivierten Bestattern und Lehrern der Berufsschule Bad Kissingen ins Leben gerufen. Über die Jahre haben sich die Abläufe etabliert und wurden stetig diskutiert und verbessert. Die praktische Vermittlung im Betrieb wurde entsprechend auch konsequent optimiert und an die Bedürfnisse des jeweiligen Auszubildenden angepasst. Aber auch bei uns haben die Themen „Attraktives Arbeitsumfeld“, „Work-Life-Balance“ und „Flexibilität der Arbeitszeiten“ Einzug genommen.

Ist es schwierig, Auszubildende für diesen Beruf zu gewinnen?

Als eines der modernsten Bestattungshäuser der Region werden wir sehr oft von Interessenten ausgewählt und initiativ angeschrieben. Die angehenden Auszubildenden, die sich für diesen besonderen Beruf entscheiden, haben die Entscheidung auch nicht leichtfertig getroffen, sodass die Qualität der Bewerber in der Regel die niedrigere Quantität ausgleicht.

Was würden Sie jungen Frauen und Männern empfehlen, die BestatterInnen werden wollen?

Unser Berufsfeld ist facettenreich und sinnstiftend, aber dennoch ist es wichtig, dass jede/r Auszubildende sich hinterfragt, welche ureigene Motivation sie/ihn antreibt. Wenn man seinen Antrieb gefunden hat, wird der Berufsweg niemals steinig sein. Dabei können sich die Auszubildenden auch in einer Betriebsphilosophie wiederfinden. Wir möchten zum Beispiel nicht einfach nur Bestattungen durchführen, sondern Abschiede gestalten und Erinnerungen schaffen, die individuell und tröstlich sind.

Ist auch ein Schulpraktikum in Ihrem Unternehmen möglich?

Ein Schulpraktikum ist Corona-bedingt zurzeit nicht mehr möglich.

Seit 2003 ist der Beruf „Bestattungsfachkraft“ ein anerkannter Ausbildungsberuf. Was muss ein Auszubildender in den einzelnen Ausbildungsjahren an Aufgaben übernehmen?

Es handelt sich um eine duale Ausbildung, in der das theoretische Wissen im Blockunterricht und die praktischen Inhalte im Ausbildungsbetrieb und der Theo-Remmertz-Akademie vermittelt werden

Die Ausbildung zum Bestatter umfasst eine Reihe von Ausbildungsschwerpunkten, die für die Berufspraxis wichtig sind. Dazu gehört sowohl das Vermitteln fachlicher Kompetenzen als auch die Schulung nötiger Umgangsformen. Die fachlichen Inhalte für die Ausbildung zum Bestatter umfassen zwölf Lernfelder. Darunter fallen etwa die Aneignung von betriebswirtschaftlichem Wissen, Material- und Warenkenntnisse sowie die Planung organisatorischer Aufgaben. Zudem wird der Umgang mit Verstorbenen geschult.

Im Ausbildungsbetrieb und in Kooperation mit der Theo-Remmertz-Akademie werden die Inhalte Dekoration und Gestaltung von Trauerfeiern, Trauerpsychologie und Beratungsgespräche, Friedhofstechnik und Graböffnungen sowie hygienische Versorgung noch einmal gezielt vermittelt.

Die Akademie läuft neben der Berufsschule. Könnten Sie die Akademie kurz beschreiben?

Die Theo-Remmertz-Akademie ist das Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt, in dem überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen und Fortbildungen durchgeführt werden. Damit ergänzt es die praktische Ausbildung in den Betrieben, da nicht jeder Ausbildungsbetrieb gleich gut aufgestellt ist und eine vollständige hygienische Versorgung oder Überführungen anbietet.

Sind alle bisherigen Ihrer Auszubildenden der Branche treu geblieben??

Von unseren zehn Auszubildenden sind noch acht als Bestattungsfachkraft tätig.

Abschließende Frage. Was wünschen Sie der Bestattungsbranche?

Dass eine abgeschlossene Ausbildung oder sogar ein abgeschlossener Bestattermeister nach Handwerksordnung notwendig ist, um ein Bestattungshaus zu gründen und zu führen. Um trauernden Menschen Halt und Zuversicht zu geben, sind aus unserer Sicht eine fundierte Ausbildung und Berufserfahrung unentbehrlich.


     www.osterthum.de 
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