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NWZonline.de Handwerksbeilage

Buchbinden: „Der Einband ist das Gesicht eines Buches“

23.11.2019

Oldenburg Kann ein Buch mehr sein, als nur ein paar oder ganz viele beschriebene Seiten zwischen zwei Pappdeckeln? Schaut man sich alte Bücher des Mittelalters an, so ist allein die Buchbindung ein wahrer Schatz. Mal abgesehen vom Inhalt.

Was versteht man denn nun unter dem Begriff Buch? Auf der Dokumenta 14 in Athen 2017 konnte man sich Schrott und andere Kleinteile, die ein Künstler als ein Haufen Kunstwerk ausstellte, zu einem Buch zusammenpressen lassen. Zwischen zwei stabilen Pappdeckeln war ein Buch erkennbar. Heute gibt es tolle Kochbücher, die farbenprächtig die schmackhaftesten Gerichte darstellen. Es gibt Kinderbücher, die die Kleinen zu Kreativität und Fantasie anregen. Und ja, es gibt auch die Literatur, die Romane, Essays, Gedichte und sonstige geistige Ergüsse zwischen zwei Deckeln pressen. Nicht zu vergessen, der ganze wissenschaftliche „Kram“, der veröffentlicht werden muss. Die Technik ist letztendlich immer die gleiche. Es ist der letzte Vorgang bevor der Inhalt auf den Ladentisch oder ins Bücherregal gelangt.

Elisabeth Reil: Bücher restaurieren

Elisabeth Reil, Buchrestauratorin aus Bad Zwischenahn (Ammerland), könnte viele Beispiele aufzählen, warum ein Buch mehr ist als nur eine Ansammlung von beschriebenen Seiten ist. „Der Weg in die Selbstständigkeit war nicht leicht“, sagt Reil. Profitiert hat Elisabeth Reil dabei von der beruflichen Vielfalt: Ihre Ausbildung absolvierte sie in der freien Wirtschaft und anschließend war sie in einer Behörde tätig. Sie ist Buchbindermeisterin. Gerade bei der Restaurierung sei es wichtig, dass das Buch hinterher wieder benutzbar ist, sagt Reil.

Norbert Wessels: Buchbinden vermitteln

Norbert Wessels ist gelernter Buchbinder und arbeitet ganz anders. Sein Ziel sei es, anderen Menschen das Buchbinden beizubringen (mehr Infos und Termine unter Tel. 0157 85228852), so der ehemalige Inhaber der Buchbinderei „Im Gebinde“ in Rastede (Ammerland). Als Einband benutzt er sogar ganz fein geschnittene ausgediente verlassene Wespennester. Die Oberfläche des Wespennestes wird in ganz feine Scheiben geschnitten und dann auf die Buchdeckel geleimt.

Vielfältige Buchkunst

Wahre Künstler arbeiten heute mit den Techniken, die traditionell mit dem Büchermachen in Verbindung stehen: Das sind der Buchdruck, auf handbetriebenen Druckpressen, der Handsatz aus Blei- und Holzlettern, der Holz- und Linolschnitt sowie das handwerkliche Buchbinden. Sie nutzen die reiche Vielfalt von Papieren: vom handgeschöpften Bütten mit Wasserzeichen bis zum Designerpapier mit Flächenprägung, vom zarten Pergaminbogen bis zum handgemachten Buntpapier, vom hauchfeinen Japanbütten bis zur rustikalen Strohpappe. Buchbinden umfasst alle Schritte vom Ordnen und Zusammenfügen der Seiten bzw. Lagen eines Buches bis zum Versehen des Buchblocks mit einem Einband und der anschließenden Verzierung. Buchbinden bezeichnet auch die handwerkliche Bearbeitung eines bereits vorhandenen Buches.

Johanna Laabs: Buchbinderei als Berufung

Buchbinden, das findet heute in den großen Verlagen statt oder als kleine feine Werkstatt mit Sonderaufträgen. Das Buchbinden ist der letzte Schritt in der Produktion – aber zugleich der Part, der dem Betrachter als erster ins Auge fällt. Denn die Gestaltung des Covers transportiert den Inhalt auf direktem Weg zu ihm. Und mehr noch: Ohne Rückendrahtheftung, Klebe- oder Wire-O-Bindung und Fadenheften wären Druckprodukte nichts als Zettelwirtschaften.

Bis vor einigen Jahren gab es in Oldenburg den Stalling Verlag. Johanna Laabs führt heute die größte Buchbinderei in Oldenburg: Die Henckus Buchbinderei. „Der Einband ist das Gesicht eines Buches“, so Laabs. Bei Henckus verbindet man die Tradition des Handwerks mit modernen Buchbindetechniken. Die Firma Henckus bindet hochwertige Unternehmensbroschüren genauso wie Bachelor- bzw. Masterarbeiten. Die Fertigung von Speisekarten, Alben, Familienchroniken und Ordner ist bei Henckus ebenfalls in besten Händen. 90 Jahre Erfahrung liegen dort zwischen den Büchern. Seit 2009 ist Laabs verantwortliche Inhaberin.

Ausgebildet wird im Oldenburger Raum nur noch selten bis gar nicht.

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