Damme -
Die Fotografie ist ihre Leidenschaft. Das hat Katrin Burghard während eines Praktikums bei einem Fotografen festgestellt. „Der Beruf bietet so viele Möglichkeiten. Mir gefällt die unterschiedliche Lichtgestaltung, die Bildbearbeitung und natürlich die Begeisterung und Zufriedenheit der Kunden, wenn sie ihre Bilder sehen“, beschreibt die 26-Jährige die Liebe zu ihrem Beruf. Dass Sie einmal ein eigenes Fotostudio führen würde, hätte sie sich aber nicht vorstellen können.
Praktikantin, Auszubildende, Gesellin, Chefin - eine Traumkarriere wie aus dem Lehrbuch. „Geplant war das aber nicht“, lacht Burghard, die seit Januar 2014 Geschäftsführerin des Foto-Ateliers Buschatz in Damme ist, in dem sie auch ihre Ausbildung absolviert hat. „Als Gesellin habe ich aber schon viele ‚Chef-Sachen‘ übernommen und hatte auch viele eigene Ideen, die ich gerne umsetzen wollte“, erinnert sie sich.
Als die Frage der Betriebsübernahme dann im Raum stand, fackelte sie nicht lange und sagte zu. „Das Foto-Atelier war das Lebenswerk von Johannes Buschatz. Er war 40 Jahre lang fast schon eine Institution in Damme. Wenn man einen Fotografen brauchte, dann ging man zu ihm. Auch wenn es natürlich eine enorme Verantwortung ist, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass das Foto-Atelier aus Damme verschwindet“, erklärt Burghard ihre Entscheidung. „Außerdem ist es ein Betrieb, der gut läuft. Ich habe den Kundenstamm übernehmen können. Das ist natürlich einfacher, als bei null anzufangen.“
Die Lösung, die Johannes Buschatz für seine Unternehmensnachfolge gewählt hat, ist laut einer Telefonumfrage der Nachfolgemoderatorin für die Handwerkskammern Oldenburg, Ostfriesland und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Maggie Haardiek, die „unpopulärste“. Nur rund sechs Prozent der Betriebsinhaber über 55 Jahre können sich einen Nachfolger aus den eigenen Reihen ihrer Mitarbeiter vorstellen. Die meisten (44 Prozent) versuchen den Betrieb in Familienhand zu lassen oder suchen einen externen Nachfolger (15 Prozent).
Für Katrin Burghard war es aber genau der richtige Weg: „Wenn man weiß, dass das Unternehmen gut läuft, dann sollte man zugreifen. Man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen und einen Schritt nach dem anderen gehen. Dann klappt das schon“, ermutigt sie andere Gesellen, Gesellinnen, Meister oder Meisterinnen die sich vorstellen können, eines Tages einen Betrieb zu führen.
Unterstützung bei der täglichen Arbeit erfährt Burghard durch ihr Team. Sie hat alle Mitarbeiter übernommen und mittlerweile bildet sie auch selber aus. „Die Arbeit im Team und der offene Umgang miteinander ist mir sehr wichtig. Man muss sich aufeinander verlassen können“, so Burghard.
Eine neue Leitung bedeutet auch Veränderungen: „Vor der Neueröffnung wurde renoviert. Außerdem würde ich gerne nicht nur klassische Studio-Shootings anbieten, sondern den Outdoor-Bereich erweitern“, erzählt sie von ihren Plänen für das Studio. Trotz ihrer Position als Chefin fotografiert sie noch viel selber. „Das mach ich so gerne und habe auch hier noch viel zu lernen. Am liebsten würde ich noch einmal ein Praktikum bei einem großen Fotografen machen.“ Doch auch in anderen Bereichen möchte sie sich fortbilden: „Ich habe vor, demnächst ein Buchhaltungsseminar zu belegen. Damit ich da noch ein paar weitere Sachen lerne, die zum ‚Chef-Sein‘ dazugehören.“ Unternehmer/innen, die vor der Übergabe stehen, können sich mit einem HWK-Betriebsberater in Verbindung setzen, oder die Unternehmensbörse nexxt-change.org nutzen.
Betriebsberater der Handwerkskammer :
Joachim Hagedorn, Telefon 0441 232-236, E-Mail: hagedorn@@hwk-oldenburg.de
Klaus Hurling, Telefon 0441 232-237, E-Mail: hurling@hwk-oldenburg.de
Susann Ruppert, Telefon 0441 232-235, E-Mail: ruppert@hwk-oldenburg.de
Bildunterschrift: Fotografie aus Leidenschaft: Auch als Betriebsinhaberin will Katrin Burghard noch viel fotografieren.Foto: Handwerkskammer
