„Dinge zu reparieren liegt dank Greta voll im Trend, die Menschen scheinen wieder mehr Bewusstsein dafür zu entwickeln“, freut sich Schuhmachermeisterin Heidi Gaus, die mit ihrer Gesellin derzeit jede Menge zu tun hat. Schuhe besohlen, Absätze erneuern, Reißverschlüsse austauschen – vieles lässt sich fachgerecht beheben. „Zu uns kommen hauptsächlich die Menschen, die ihre Schuhe wertschätzen und diese auch weiterhin tragen und behalten wollen“, so die Ladeninhaberin, die sich selbst auch sehr gerne mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst. „Erst neulich hörte ich einen Radiobeitrag über den Philosophen Erich Fromm, der bereits in den 70er-Jahren in ,Haben oder Sein‘ die Konsummentalität thematisiert hat“, erzählt die 64-Jährige. Sie würde sich wünschen, dass allgemein mehr auf Nachhaltigkeit geachtet wird. „Weniger ist eben mehr“, gibt sie zu bedenken.
Qualität zahlt sich aus
Wer bereits beim Kauf des Schuhwerks auf hochwertige Materialien und Verarbeitung setzt, der hat länger etwas von seinen Schuhen. Nicht nur auf den Tragekomfort, sondern auch auf eine spätere Reparatur wirkt sich dies oftmals aus: „Billigware lässt sich in vielen Fällen schwieriger reparieren, manchmal auch gar nicht. Dann ist man quasi gezwungen, etwas Neues zu kaufen. In jedem Fall lohnt es sich aber, um eine eventuelle Reparatur der Schuhe nachzufragen“, erklärt Heidi Gaus. Wer nun aber glaubt, nur Leder werde den hohen Ansprüchen gerecht, der irrt. „Es gibt beispielsweise auch sehr viele hochwertige vegane Materialien und verschiedene Kunststoffe.“
Kompetenz aus Meisterhand
Jede Menge Fachwissen ist nötig, um gute Schuhe, edle Reitstiefel, sportliche Sneaker oder elegante Tanzschuhe wieder alltagstauglich und vorzeigbar zu machen. „Eine gute Ausbildung in diesem Handwerk ist daher sehr wichtig“ meint Heidi Gaus. Die passenden Materialien zur Schuhreparatur auszuwählen, zu wissen wie unterschiedliche Schuhe zusammengebaut und verarbeitet sind – all das bringt eine fundierte Ausbildung mit sich.“ Nur so kann man bestmögliche Ergebnisse liefern.“
Auch Gesellin Monika Omniczynski, die gerade an der Reparaturnähmaschine einen Stiefel bearbeitet, weiß um die Bedeutung dieser Kompetenz. „Gerade wenn wir etwas ausbessern müssen, ist das Wissen um die genaue Herstellung der verschiedensten Schuhe sehr wichtig.“ Dennoch kann man schon vorab einiges tun, um eine Reparatur möglichst lange hinauszuzögern: „Pflegen Sie Ihre Schuhe gut“, gibt Heidi Gaus ihren Kunden gerne als Tipp mit auf den Weg.
