Timo Seligmann und Brian Otte geraten ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Ausbildung zum Flachglasmechaniker bei der Firma Semco im Werk Oldenburg erzählen. „Ich hatte keine Vorstellung von dem Beruf, aber das Praktikum hat mir total viel Spaß gemacht“, berichtet der 23-Jährige, der nach seiner ersten Ausbildung zum Maler- und Lackierer noch mal sich neu orientieren wollte. „Glas bietet viele und interessante Möglichkeiten der Verarbeitung“, so der Oldenburger, der sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr befindet.
Im ersten Ausbildungsjahr ist der 17-jährige Brian, der über Berufsberatung und Probetag bei Semco sich für den Beruf Flachglasmechaniker entschieden hat. „Direkt nach dem Schnuppertag hatte ich meinen Ausbildungsvertrag in der Hand. Der Beruf sagte mir auf Anhieb zu.“ Mit dem Wertstoff Glas und mit Maschinen zu arbeiten, habe ihn besonders angesprochen. „Glas lässt sich schön verarbeiten.“
Die beiden Auszubildenden werden bei Semco unter anderem von Jan Lange geschult.
„Ich habe bei Semco gelernt und meinen Ausbilderschein gemacht und kümmere mich jetzt um die Auszubildenden“, erklärt Lange. Die Arbeit mit Glas sei sehr zukunftsorientiert. Zudem sei Glas mit anderen Werkstoffen wie Holz oder Metall sehr gut kompatibel.
Was macht ein Flachglasmechaniker?
Neben PC-Arbeit mit CAD-Programm sind auch Handfertigkeit und der Umgang mit großen Maschinen gefordert. Abdelkader Maghraoui, Produktionsleiter bei Semco, gibt einen Überblick über die verschiedenen Prozesse. Angehende Flachglasmechaniker schneiden und brechen im Zuschnittbereich große Tafeln Glas in verschiedenen Stärken nach Kundenwunsch. Das kann Glas für Türen, Fenster und Wintergärten sein, aber auch für Vitrinen, Tischplatten, Spiegel, Sicherheitsglas und mehr. Mit verschiedenen Bearbeitungsmaschinen, wie mit einem Facettenautomaten, wird die Glasoberfläche bearbeitet und durch Sandstrahlen mattiert und veredelt. Es gibt in der Glasveredelung mehrere steuerbare Maschinen für die Glasbearbeitung, die die Mechaniker bedienen und auch warten. Dazu gehören unter anderem Lasermaschine für Oberflächenbehandlung, CNC-Maschine, Kantenautomat und Waschmaschine. Auch die Glaslackierung ist Aufgabe des Flachglasmechanikers, der während des gesamten Produktionsprozesses die Bearbeitung des Glases kontrolliert.
Brian Otte liebt an seinem zukünftigen Beruf am meisten das Veredeln von Glas, Kanten schleifen, Bohren – „da steckt so viel Abwechslung in dem Beruf“, lacht der junge Mann. Für Timo Seligmann ist die Kombination von „selbst Hand anlegen und viel Technik“ das Besondere.
Wie sieht die Ausbildung aus?
Die jungen Leute durchlaufen in ihrer dreijährigen Ausbildung die verschiedenen Abteilungen. Neben der praktischen Arbeit im Betrieb werden die Auszubildenden in der Theorie in Blockunterricht geschult. Insgesamt stehen in den drei Jahren neun bis zehn Blöcke auf dem Lehrplan zu jeweils drei bis sechs Wochen. Der Blockunterricht findet in Rheinbach statt.
Die Praxis des attraktiven Berufes erfordert Teamarbeit, Sorgfalt und Beachtung der arbeitstechnischen Sicherheit.
Wie sind die Karrierechancen?
Wie Abdelkader Maghraoui erklärt, sind die Zukunftschancen sehr gut. „Der Aufstieg ist bis zur Führungsebene möglich.“ Der Weg dorthin kann über Meister in der Industrie, Techniker für Glastechnik und technischer Fachwirt erfolgen.
