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Aktualisiert vor 11 Minuten.

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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Kann Colnrade Vorbild für Japan sein?

01.10.2019

Colnrade Es sind Gegebenheiten, die hierzulande unvorstellbar erscheinen: Gemeinden in Japan haben im Schnitt 60 000 Einwohner. Zum Vergleich: Laut Einwohnermeldestatistik kommt die Stadt Wildeshausen auf rund 21 000. In einer japanischen Gemeinde könnte es vorkommen, dass plötzlich ein Gebäude errichtet wird – ohne dass die Bewohner etwas von den Planungen mitbekommen haben.

Der Einzelne geht unter

Vier Professoren wollen diese Strukturen aufbrechen: Masami Hagai, Hideyo Fujikura und Ken Nishi bereisen zurzeit erneut die Gemeinde Colnrade sowie die nordfranzösische Gemeinde Lyons-la-Forêt, um an ihrem Forschungsprojekt zu arbeiten. Prof. Yoh Sasaki ist zum ersten Mal dabei. Zum Vergleich ziehen sie die japanischen Gemeindeteile Kaida-kogen (rund 2000 Einwohner) und Tsumago (rund 1000) hinzu, die sich gut 300 Kilometer von Tokyo entfernt befinden.

Weil japanische Gemeinden im Schnitt so viele Einwohner haben, gehe der Einzelne unter, hat Ryoichi Ikeda bei einem Treffen in der Gemeindeverwaltung in Colnrade im Beisein von Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann und Vertreter Uwe Beckmann erklärt. Der gebürtige Japaner Ideka begleitet die Reise im Landkreis Oldenburg als Übersetzer.

Das hiesige Verwaltungssystem aus Landkreis, Samtgemeinde und Gemeinde existiert in Japan nicht, übersetzte Ikeda weiter. Es gibt eine Verwaltung. Geht es nach den Professoren, sollte sich dies künftig ändern. Geht es nach der Regierung, sollten die Gemeinden noch größer werden. Bei politischen Entscheidungen fehle zudem die Transparenz. Einwohnerfragestunden, wie sie in hiesigen Ausschusssitzungen üblich sind, würden sich aufgrund der Einwohnerzahl schwieriger gestalten. „Die Bürger fühlen sich nutzlos.“ Die Folge: „Es entsteht bei den Einwohnern kein Heimatgefühl“, so Ikeda.

Die Professoren, die an verschiedenen Universitäten tätig sind, wollen im kommenden Jahr ein 500 Seiten starkes Buch veröffentlichen. „Leider nur auf Japanisch“, ergänzte Ikeda mit einem Lächeln. Darin sollen die Ergebnisse der bisherigen Gemeinde-Bereisungen zusammengetragen werden. Das Problem der Landflucht solle damit „an der Wurzel gepackt werden“, erklärte der Übersetzer. „Es soll kein Handbuch sein.“

Anfang November 2020 soll zum Buch ein Symposium in Japan organisiert werden. Wilkens-Lindemann ist bereits dazu eingeladen. 2016 war sie wegen des Forschungsprojekts schon einmal nach Japan gereist.

Engagement beeindruckt

Die Japaner haben sich in der Region verschiedene Sachen angeschaut: den renovierten Dorfplatz in Bühren, neue Straßenlaternen, neu gepflasterte Wege, den Dorfplatz in Pestrup, die neuen Dächer verschiedener Landwirte sowie mehrere neue Buswartehäuschen.

Deutsche Gemeinden seien vielfältig und flexibel, um auf neue Situationen gut zu reagieren, zogen die Professoren ein Fazit. Beeindruckt hatten sie sich während eines Spaziergangs durch Colnrade gezeigt: Die Jugendfeuerwehr spannte gerade Flatterbänder, um Wildparken während des Hökermarkts am 3. Oktober zu verhindern. Die Professoren bewunderten, dass sich die Jugend einsetzt.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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